Lebensmittelhandwerk

Energie sparen in der Bäckerei

Gerade in der Bäckerei kann viel Energie und Geld gespart werden, weil die Bäckerstuben mit zu den energieintensivsten Handwerken gehören. Für Energieeffizienzfragen im Bäckereigewerbe gibt es bereits Energieeffizienznetzwerke, die verschiedene Partner zusammenbringen sollen.

Gewerbestrom BäckerBäckereien verbrauchen unter den deutschen Lebensmittelhandwerken rund zehn Prozent der Gesamtenergie.© Kzenon / Fotolia.com

Das Bäckereigewerbe gehört zu den energieintensivsten Handwerken und ist mit etwa 10 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs einer der größten Energiebezieher im deutschen Lebensmittelhandwerk. Fragen, wie man bei der Herstellung von Backwaren Energie möglichst effizient nutzt und welche Produktionsschritte Sparpotenziale bieten, sind daher entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Bäckereien. Schließlich verursachen Energiekosten große Ausgaben, die beim starken Konkurrenzkampf der Bäcker ausschlaggebend sein können.

Die Steigerung der Energieeffizienz in der Bäckerei

Bei der Backwarenherstellung stehen vor allem thermische Prozesse im Mittelpunkt. Prozesse wie Backen, Gären, Frittieren, Kühlen und Gefrieren benötigen viel Energie und Öfen bzw. Kälteanlagen besitzen einen besonders hohen Energieverbrauch. Hier gibt es aber auch viele Einsparpotenziale. Moderne Anlage und ausgeklügelte Systeme mit Wärmerückgewinnung steigern die Energieeffizienz in den Bäckereien deutlich.

In Bäckereien mit eigenem Verkauf und/oder Café sind die Sparpotenziale besonders hoch, da hier die Wärme der Backöfen im Winter für die Heizung im Verkaufsraum und/oder Café genutzt werden kann. Neben der effizienten Gestaltung des Energieverbrauchs für die Wärme sollte auch die Beleuchtung mit energiesparenden Lampen ausgestattet sein, um zusätzlich Strom zu sparen.

Das "EnEff Bäckerei-Netzwerk"

Die Fragen nach der Energieeffizienz im Bäckereigewerbe stehen auch beim Netzwerk "EnEff" im Mittelpunkt. Das "Netzwerk zur Steigerung der Energieeffizienz in Bäckereien" wurde von Anfang 2012 bis Ende 2014 im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Anschließend haben die beteiligten Projektpartner die Finanzierung übernommen. Ziel war und ist es, das Backhandwerk, innovative Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus, wie z. B. Backofenbauer-, Kälte-, Gär-, und Frittieranlagenbauer, zusammenzubringen. Im Netzwerk sind aber auch Berater, Systemtechniker und Enterprise Systems mit Schwerpunkt auf die Steuerungstechnik und Systemanalytik einbezogen, um eine optimale Energieausnutzung im deutschen Bäckerhandwerk zu garantieren.

Die Ziele des "EnEff Bäckerei-Netzwerk"

Das Netzwerk möchte nicht nur die verschiedenen Partner zusammenbringen, sondern auch ganz konkret an der Entwicklung innovativer Anlagen und Prozesse mitwirken, um Einsparmöglichkeiten zu realisieren. Die verbesserten Systeme sollen nicht nur eine energieeffizientere und umweltschonende Backwarenherstellung garantieren, sondern auch die Energiekosten senken und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Bäckereien steigern. Zunächst fokussiert sich das Projekt auf die thermischen Prozesse der Backwarenherstellung und möchte den Wissens- und Technologietransfer erleichtern, indem Wissenschaftler, Unternehmen und Kunden vernetzt werden. So sollen Bäckereien einen einfacheren Zugang zu energieeffizienten Technologien erlangen.

Der Online-Check für Bäckereien

Interessierte Bäckereien können auf der Webseite der EnEff (www.eneff-baeckerei.net) einen Online-Check, der eine erste Einschätzung der Energieeffizienz der eigenen Bäckerei ermöglicht, machen. Ein Vergleich mit anderen Bäckereien sowie konkrete Verbesserungsvorschläge helfen dann, die Energieeffizienz zu steigern und Kosten zu senken. Darüber hinaus bietet die Netzwerkseite viele weitere interessante Informationen, eine umfassende Broschüre sowie einen Leitfaden für energieeffiziente Bäckereien.

Auch Gewerbebetreibende haben die Möglichkeit, durch einen Stromanbieterwechsel zu sparen. Ab einem Verbrauch von über 200.000 kWh kann über unseren Partner Verivox auch ein individuelles Angebot für Gewerbestrom-Kunden eingeholt werden.

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