Modelle & Stromkosten

Elektrokamine - Gemütlichkeit und Wärme aus der Steckdose

Elektrokamine bringen gegenüber traditionellen Kaminöfen eine Menge Vorteile mit sich. Ein Nachteil ist natürlich, dass die elektrischen Versionen Strom benötigen, um betrieben zu werden. Und das nicht zu knapp, wie unsere Berechnungen zeigen.

KaminfeuerDie Stromkosten sind bei einem Elektrokamin mit Heizfunktion nicht zu unterschätzen.© E. Schittenhelm / Fotolia.com

Das sanfte Licht der lodernden Flammen, ein leichtes Prasseln und ein charakteristischer rauchiger Geruch - der offene Kamin ist noch immer der Inbegriff von purer Gemütlichkeit. Allerdings besitzen die traditionellen Holzkamine auch Nachteile, wie zum Beispiel eine erhöhte Brandgefahr und eine nur geringe Wärmeleistung. Wer zur Miete lebt, muss sich außerdem erst mit seinem Vermieter einigen und zieht im ungünstigsten Fall wieder aus, bevor sich die Anschaffung amortisiert hat. Mit einem Elektrokamin kann man diese Nachteile umgehen.

Elektrische Kamine bieten zahlreiche Vorteile

Gegenüber traditionellen Holzkaminen haben elektrische Kamine mehrere Vorteile. Der größte davon ist die einfache Inbetriebnahme. Ein Kaminanschluss oder ein teurer Einbau ist nicht erforderlich - eine einfache 230-Volt-Steckdose genügt. Elektrische Kamine müssen auch nicht aufwendig montiert werden. Da elektronische Varianten das Feuer nur simulieren, entfallen all diejenigen Nachteile von Holzkaminen, die mit dem Verbrennungsprozess zusammenhängen. Es gibt weder schädliche Emissionen noch gefährliche Funken. Außerdem bildet sich keine Asche, die später entsorgt werden muss. Elektrokamine, die nicht als Wärmequelle dienen, können auch unbeaufsichtigt laufen - eine Gefahr der Überhitzung besteht in diesem Fall nämlich nicht.

Diese Eigenschaften machen einen Elektrokamin vielseitig einsetzbar. Für Wohnungen ohne Kaminanschluss eignet er sich ebenso wie Mietwohnungen oder gewerblich genutzte Räume. Besonders praktisch: bei einem Umzug lässt sich der Kamin einfach mitnehmen.

Welche Stromkosten sind zu erwarten?

Es gibt einen einfachen Grund, der Interessenten vom Kauf eines Elektrokamins zurückhält: die Angst vor hohen Stromkosten. Wie sehr elektrische Kamine die Stromkosten tatsächlich in die Höhe treiben, hängt im Wesentlichen davon ab, ob und in welchem Umfang man die Heizfunktion nutzt. In der Regel besitzen Elektrokamine mit eingeschalteter Heizfunktion eine Leistung zwischen 1.000 und 2.000 Watt. Mit der höheren Heizstufe wären 2 Kilowatt pro Stunde (Leistung/ Watt multipliziert mit der Zeit dividiert durch 1.000).

2019 lag der Strompreis im Schnitt bei 30 Cent. Würde man die höhere Stufe des Gerätes einstellen, kämen pro Stunde folglich Kosten von 60 Cent zusammen. Das klingt erst einmal wenig. Läuft der Kamin samt Heizfunktion aber mehrere Stunden am Abend, summieren sich die Kosten schnell. Bei 3 Stunden Laufzeit kämen kosten von 1,80 Euro am Tag zusammen, im Monat wären das also rund 54 Euro.

Zum Vergleich: Ein Fernseher (50 Zoll/ 12 LED) mit der Energieeffizienzklasse A+ verbraucht beispielsweise 72 Watt. Würde auch dieser drei Stunden am Abend laufen, summieren sich hier die Stromkosten auf 6,48 Euro im Monat.

Die Überlegungen von Skeptikern sind folglich nicht ganz unbegründet. Gut zu wissen: elektrische Kamine verbrauchen deutlich weniger Strom, wenn nur der Flammeneffekt genutzt wird.

Die Funktionsweise von Elektrokaminen

Elektrische Kamine sind keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Für das erste Modell "Berry Magicoal" wurde schon im Jahr 1917 in England das Patent angemeldet. In Deutschland sind elektrische Kamine seit den 1960er Jahren erhältlich. Die ersten Elektrokamine waren sehr einfach aufgebaut. Für das flackernde Licht sorgte ein sich drehendes Flügelrad, das sich zusammen mit einer Glühbirne unter künstlichen Holzscheiten befand. Mittlerweile setzt man moderne Technologien ein, um ein möglichst echt wirkendes Flammenspiel zu simulieren.

Zu den bekanntesten Technologien zählen die Opti-Myst- und die Opti-Flame-Technologie. Bei Kaminen, die mittels der Opti-Myst-Technologie arbeiten, befindet sich unter dem Glutbett ein mit Wasser gefüllter Tank. Ein Ultraschall-Zerstäuber verwandelt das Wasser in Wasserdampf, der langsam nach oben steigt - effektvoll beleuchtet vom Licht gelber Xenon-Birnen. Kamine, die auf der Opti-Myst-Technologie basieren, haben den Vorteil, dass sich die Höhe der Flammen individuell einstellen lässt. Außerdem erzeugen sie ein räumliches, sehr realistisch wirkendes Flammenbild. Ein nur zweidimensionales Flammenspiel wird durch die Opti-Flame-Technologie erzeugt. Diese Technologie setzt sich drehende, gebogene Spiegel ein, die von LEDs beleuchtet werden. Die unregelmäßige Spiegelfläche bricht das Licht mehrfach - ein Feuerspiel an der Kaminrückwand ist das Ergebnis.

Kaufkriterien - welcher Elektrokamin ist der richtige?

Wer seine Wohnung um einen Elektrokamin ergänzen will, sollte seine Kaufentscheidung nicht nur anhand der verwendeten Technologie treffen. Elektrische Kamine gibt es sowohl als Wand-, als auch als Standkamin. Wandkamine sind ein sehr dezent wirkendes Wohnelement. Standkamine hingegen kann man auch als Raumteiler nutzen. Die Größe des Kamins und sein Design hängen maßgeblich vom vorhandenen Platz und vom Einrichtungsstil ab.

Elektrische Kamine mit Wärmefunktion

Soll der Kamin auch für Wärme sorgen, sollte die Heizleistung mindestens 1.500 Watt betragen. Elektrische Kamine mit einer Heizleistung von 2.000 Watt sorgen dafür, dass der Raum schnell warm wird. Je mehr Heizstufen der Kamin hat, desto genauer lässt sich die Raumtemperatur regeln. Ausschließlich mit solch einem Gerät zu heizen ist aus wirtschaftlicher Sicht nicht ratsam. Das gilt übrigens für die meisten Heizungen, die mit Strom betrieben werden.

Generell gilt die Regel: Wenn die Heizfunktion des Elektrokamins genutzt werden soll, ist ein eingebauter Überhitzungsschutz ein Muss. Bei Elektrokaminen mit Heizfunktion sollten der Flammeneffekt und die Heizfunktion voneinander unabhängig sein - denn sonst ließe sich der Kamin im Sommer kaum nutzen. Wer den Kamin besonders komfortabel bedienen will, sollte ein Gerät mit Fernbedienung wählen. Elektrische Kamine mit integriertem Dimmer bieten zudem die Möglichkeit, das Flammenspiel an die persönlichen Vorlieben genau anzupassen.

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