Radeln mit Strom

E-Bike: Was man beim Kauf beachten sollte

Ein E-Bike zu kaufen ist beinahe so kompliziert wie die Entscheidung für das nächste Auto. Auch bei Fahrrädern mit Elektromotor gibt es viele Details, über die man sich vorher Gedanken machen sollte.

ElektrofahrräderDas E-Bike gilt längst nicht mehr als Fortbewegungsmittel für Tretfaule.© autofocus67 / Fotolia.com

Galt das Fahrrad mit elektrischer Unterstützung in seiner Frühphase allenfalls als Exot für Tretfaule, hat sich das neue Verkehrsmittel mittlerweile als massentauglich erwiesen. Es gibt eine unüberschaubare Menge an Typen und Leistungsklassen in einem Preisspektrum, das bei rund 1.000 Euro beginnt und bei 6.000 Euro noch nicht zu Ende ist.

So erfreulich die Entwicklung auch ist - beim Kauf eines neuen Bikes macht sie eine fundierte Bedarfsanalyse erforderlich, um letztendlich auch wirklich bei den E-Bike zu landen, das den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen entspricht. Dieser kleine Ratgeber fasst zusammen, worauf man beim Kauf eines E-Bikes achten sollte.

Der Verwendungszweck bestimmt den Typ des E-Bikes

Greyp G6 E-BikeTrekkin-, City- oder Mountainbike: Bei den E-Bikes können wie bei normalen Fahrrädern auch unterschiedliche Typen gewählt werden. © Greyp Bikes d.o.o.

E-Bikes kommen heute - wie auch gewöhnliche Fahrräder - in verschiedenen Leistungsklassen daher. Die gebräuchlichsten sind das Cityrad, das Trekkingrad, das Mountainbike und das Klapprad, wobei die Grenzen zwischen Cityrad und Trekkingrad fließend sind. Zunehmend umfasst der Begriff Trekkingrad beide Typen. Der ersten Schritt bei der Kaufentscheidung ist die Wahl des geeigneten Typs:

Das City-/Trekkingrad ist der Allrounder für den Alltag. Es eignet sich für Stadtfahrten ebenso wie für das berufliche Pendeln oder den Ausflug zum nächsten See.

Das Mountainbike ist vor allen Dingen ein Sportgerät, das für geländegängige Rides gedacht ist. Natürlich kann man es auch für den täglichen Stadteinsatz verwenden, allerdings erweist es sich nach einiger Zeit durch seine technische Auslegung für diese Aufgabe nicht unbedingt als Idealbesetzung.

Das Klapprad ist die richtige Wahl, wenn das E-Bike lediglich als gelegentliches Sekundär-Transportmittel dient und auch einmal im Auto mitreisen soll. Für den täglichen Einsatz ist es weniger geeignet.

In vielen Fällen läuft es auf eine Mischnutzung hinaus. Wie soll sich beispielsweise ein sportlicher Berufstätiger entscheiden, der das Bike für den täglichen Weg zur Arbeit braucht, am Wochenende allerdings auch gerne mal durchs Gelände heizen möchte? Wenn das Budget nicht für zwei E-Bikes reicht, wird es hier wohl auf einen Kompromiss hinauslaufen. Ein robustes Trekkingrad in einer etwas höheren Qualitätsstufe mit entsprechenden Reifen kann beiden Ansprüchen genügen - wenn die Geländetouren nicht zu extrem angelegt sind.

E-Bike-Kauf ist Beratungssache

Besonders, wenn der Kauf des ersten E-Bikes ansteht oder die Erfahrung damit noch nicht groß ist, sollte auf eingehende Beratung nicht verzichtet werden. Mit etwas Fleiß kann man sich die nötigen Informationen zusammensuchen. Aber gerade für absolute Neulinge auf dem Themengebiet oder diejenigen, die auch vor dem E-Bike nicht Rad gefahren sind, kann eine Probefahrt ein wichtiges Element für die Kaufentscheidung sein. Beides spricht für den Kauf im Fachgeschäft vor Ort, der dann auch für Service und Reparaturen zur Verfügung steht. Der Online-Kauf eines E-Bikes ist nicht grundsätzlich abzulehnen, empfiehlt sich aber doch eher für erfahrene Biker, die technische Daten interpretieren und für ihre Kaufentscheidung umsetzen können und Reparaturen selbst ausführen.

Die Unterstützung durch den Fachbetrieb beginnt bereits bei der Ermittlung der richtigen Abmessungen des Rahmens. Zwar gibt es dafür eindeutige Maßzahlen: Die Rahmenhöhe (Oberkante oberes Sattelrohr bis Mitte Tretlager) soll das 0,66-fache der Schrittlänge betragen. Dennoch ist vor allem Neulingen anzuraten, sich bei der Bemaßung sachkundiger Hilfe anzuvertrauen.

Wo soll der Antrieb beim E-Bike sitzen?

Bei den meisten E-Bikes hat sich eine dieser beiden Antriebsarten durchgesetzt:

Der Nabenmotor sitzt entweder direkt am Vorderrad oder am Hinterrad. Die Kraftübertragung erfolgt über ein meist wartungsfreies Planetengetriebe.

Der Mittelmotor befindet sich am Tretlager, wo er die Kraft direkt auf die Fahrradkette überträgt.

Für beide Antriebsarten gibt es Vorteile und Nachteile. Der Nabenmotor kommt besonders bei der Nachrüstung eines normalen Fahrrads zum E-Bike zum Einsatz. Allerdings gibt es Schwerpunktprobleme, die sich negativ auf das Fahrverhalten auswirken können. Der Mittelmotor liefert einen tiefliegenden Schwerpunkt, der sich auch noch in der Mitte das Fahrrads befindet. Das schafft ein insgesamt besseres Fahrverhalten, bedeutet aber gleichzeitig eine erhöhte mechanische Beanspruchung der Kette.

ElektroradBei vielen E-Bikes ist der Akku an der Stange unterhalb des Sattels befestigt. © autofocus67 / Fotolia.com

Motorleistung und Genehmigung

Bis zu einer Motorleistung von 250 Watt gilt ein E-Bike als normales Fahrrad und darf ohne weitere Genehmigung gefahren werden. Das genügt für Geschwindigkeiten bis 25 Stundenkilometern. Höhere Motorleistungen machen das Bike zum S-Pedelec und hieven es in die Fahrzeugklasse der Roller und Mofas mit einer Höchstgeschwindigkeit bei 45 Stundenkilometern. Um sie zu fahren, ist mindestens ein Führerschein der Klasse AM erforderlich. Außerdem muss das Bike über eine Haftpflichtversicherung verfügen. Dass man damit nicht die Fahrradwege benutzen darf, versteht sich von selbst.

Welche Kriterien spielen außerdem eine Rolle?

Es gibt noch eine Reihe weiterer Kriterien, die vor dem Kauf einige Überlegungen wert sind. So sollte die Wahl der Schaltung zum gewählten Antrieb passen. Auch die Kapazität und Ladezeit des Akkus ist ein maßgeblicher Wert. Das gleiche gilt für die Bremsen: Da bei E-Bikes oft hydraulische Systeme zum Einsatz kommen, muss sich der Fahrer auf ein völlig neues Bremsgefühl einstellen. Schließlich spielt auch das Gewicht eine Rolle. E-Bikes sind grundsätzlich keine Leichtgewichte. Wer sein Bike gewöhnlich mit in die Wohnung nimmt, sollte sich darüber klar werden, dass das Treppensteigen zum Hochleistungssport werden kann. Da muss dann schon der Aufzug groß genug sein, um das neue E-Bike nicht zur untragbaren Belastung werden zu lassen - im wahrsten Sinne des Wortes.

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