Durchschnittswerte

Gasverbrauch ermitteln: So schätzen Sie Ihren Verbrauch

Wie hoch ist Ihr Gasverbrauch? Wie man seinen durchschnittlichem Gasverbrauch ermitteln kann, wenn man keine Vergleichswerte aus dem Vorjahr hat, zeigt dieser Ratgeber.

Gaspreise© photoGrapHie / Fotolia.com

Am einfachsten ermittelt man seinen jährlichen Gasverbrauch mit einem Blick auf die letzte Gasrechnung. Häufig findet man bereits auf der ersten Seite der Gasabrechnung seinen Verbrauch angegeben. Manche Anbieter geben die Menge direkt in kWh an, andere weisen m³ aus.

Des Weiteren finden sich natürlich der Preis fürs Gas, der Abrechnungszeitraum, Anfangs- und Endzählerstand auf der Gasrechnung. Auch bereits gezahlte Abschläge, Daten zum abgeschlossenen Vertrag, Infos zum Kunden und der Lieferstelle finden sich auf der Rechnung. Anhand dieser Daten lässt sich der Verbrauch recht eindeutig nachvollziehen und man kann alles nochmals genau überprüfen, sollte einem der geforderte Betrag zu hoch erscheinen.

Gasverbrauch: Angabe in m³ oder kWh

Möchte man die Kubikmeterangabe in Kilowattstunden umrechnen, benötigt man neben dem Gasverbrauch noch die Brennwertzahl des Gases und die Zustandszahl, welche die Differenz zwischen dem Gasvolumen im Normalzustand und im Betriebszustand beschreibt. Beide Werte erhält man von seinem Gasversorger oder dem Netzbetreiber. Zur Umrechnung in kWh multipliziert man anschließend einfach alle Werte.

Schätzwerte zur Orientierung

Manchmal ist der Blick auf eine alte Gasrechnung jedoch nicht möglich, etwa wenn man in ein neues Haus einzieht und keine Rechnungen vom Vorjahresverbrauch hat, oder wenn man durch den Einbau einer neuen Heizung keine Erfahrungswerte zum durchschnittlichen Gasverbrauch hat. Ist dies der Fall, kann man sich an folgenden Schätzwerten orientieren:

Haushaltsgröße Gasverbrauch (kWh/Jahr)
Wohnung 30 m² 4.000 kWh
Wohnung 50 m² 7.000 kWh
Wohnung 100 m² 14.000 kWh
Reihenhaus 20.000 kWh
Einfamilienhaus 30.000 kWh

Natürlich sind die eben genannten Werte nur ganz grobe Schätzwerte. Der tatsächliche Gasverbrauch hängt von vielen Einzelfaktoren ab, die an zahlreichen Ansatzstellen Möglichkeiten zur effizienteren Gestaltung der Heizsaison bieten.

Wovon hängt der Gasverbrauch ab? Wärmeverluste vermeiden

Unter anderem maßgeblich ist zum Beispiel die Dämmung des Gebäudes. So liegt der Gasverbrauch beispielsweise bei einem wenig gedämmten Altbau pro Quadratmeter bei etwa 200 kWh im Jahr, ein Passiv-Haus benötigt für die gleiche Fläche lediglich 15 kWh im Jahr. Daher ist die Dämmung des Gebäudes auch ein häufiger Ansatz, möchte man Heizkosten einsparen. So können je nach Gebäude Maßnahmen an Fassade, Dach oder Fensterdämmung sinnvoll sein.

Auch durch richtiges Lüften lässt sich Wärmeverlust nach außen verhindern und damit der Gasverbrauch senken. Über ein ständig gekipptes Fenster verschwindet viel Wärme nach außen und die Fassade kühlt stetig aus. Wer stattdessen nach dem Prinzip des Stoßlüftens verfährt, nutzt Heizwärme effizienter.

Heizgewohnheiten bestimmen den Gasverbrauch

Ebenfalls ausschlaggebend für den Gasverbrauch sind die Heizgewohnheiten der Bewohner: Wer es warm mag und seine Räume konstant auf 22 Grad heizt, wird deutlich mehr verbrauchen als jemand, dem 20 Grad genügen und der die Temperatur über Nacht absenkt. Pro zusätzlichem Temperatur-Grad, welches zwischen Außen- und Innentemperatur überwunden werden muss, benötigt man rund sechs Prozent mehr Energie. Einfach managen lassen sich Raumtemperaturen beispielsweise über elektronische Heizregler.

Moderne Heizkessel sparen Gas

Nicht zuletzt hat der eigentliche Heizkessel großen Einfluss auf den Gasverbrauch. In den letzten Jahren sind Gasheizkessel deutlich effizienter geworden, sodass Experten eine Austauschempfehlung ab einem Kesselalter von 15 Jahren aussprechen. So hat sich die Effizienz der Heizkessel seit 2007 pro Jahr konstant um jeweils drei Prozent verbessert und die Brennwerttechnik hat die Niedertemperaturtechnik abgelöst. So geht rund 17 Prozent weniger Energie über den Schornstein verloren.

Ebenfalls in den Gasverbrauch mit einrechnen muss man die Warmwasserbereitung, so sie denn über Gas erfolgt. In einem Altbau werden etwa zehn Prozent des Gases für die Warmwasserbereitung genutzt, in Niedrigenergiehäusern können es bis zu 25 Prozent sein. Dies kommt nicht etwa zustande, weil die Warmwasseraufbereitung in Energiespar-Häusern weniger effizient wäre, sondern weil allgemein weniger Heizwärme benötigt wird.

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