Energieeinsparverordnung

Dämmpflicht für Hausdächer gilt nicht für jeden

Die Dämmpflicht war ein Bestandteil der Energieeinsparverordnung, jetzt sind alle Regelungen im Gebäudeenergiegesetz festgeschrieben. Welche Regeln gelten für Neubauten und Bestandsgebäude?

18.01.2021, 12:37 Uhr
Dämmaterial Die Dämmpflicht bezieht sich auf die oberste Geschossdecke über den beheizten Räumen.© Ingo Bartussek / AdobeStock

In Deutschland gelten seit 2014 für Gebäude bestimmte Regelungen zur Dämmung. In dem Jahr würde die Energieeinsparverordnung reformiert (EnEV 2014). Wegen des Gesetzes mussten viele Hausbesitzer die Decken in den obersten Etagen dämmen.

Seit November 2020 sind sämtliche Vorschriften zu energetischen Anforderungen an Gebäude im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgeschrieben, welches das EnEV und weitere Gesetze abgelöst hat. Mit der Einführung des GEG wurden die Bestimmung nicht noch einmal strenger, es gelten die Vorschriften aus der 2016 noch einmal überarbeiteten EnEV.

Für welche Gebäude und Bauteile gilt die Dämmplicht?

Mit der EnEV 2016 hatten sich die Standards noch einmal verschärft – hierbei wurden jedoch lediglich die Auflagen für Neubauten angezogen, bei Bestandsgebäuden blieb es auf dem Stand der EnEV 2014. Eine Dämmpflicht besteht aktuell somit generell für Hausbesitzer und Wohnungseigentümergemeinschaften und zwar bei:

  • Dächer und oberste Geschossdecken
  • Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen
  • Fassaden

Eine Nachrüstpflicht gilt nach dem neuen GEG generell für Mehrfamilienhäuser. Von den Modernisierungspflichten sind Hausbesitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern ausgeschlossen, die vor Februar 2002 selbst in die betreffende Immobilie eingezogen sind. Wer ein neues Haus erwirbt, bei dem die Dämmung noch nicht den aktuellen Standards entspricht, hat zwei Jahre Zeit zu sanieren (Dachböden und Wasserleitungen).

Wer ohnehin eine größere Modernisierung ausführt, ist verpflichtet, die Standards, die an Neubauten gestellt werden, einzuhalten. Bei der Fassade gilt das z.B., wenn mehr als zehn Prozent der Fläche saniert wird. Wichtig: Ein Beratungsgespräch ist vor einer größeren Sanierung Pflicht.

Eine Nachrüstpflicht gilt nach dem neuen GEG generell für Mehrfamilienhäuser. Von den Modernisierungspflichten sind Hausbesitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern ausgeschlossen, die vor Februar 2002 selbst in die betreffende Immobilie eingezogen sind. Wer ein neues Haus erwirbt, bei dem die Dämmung noch nicht den aktuellen Standards entspricht, hat zwei Jahre Zeit zu sanieren (Dachböden und Wasserleitungen).

Wer ohnehin eine größere Modernisierung ausführt, ist verpflichtet, die Standards, die an Neubauten gestellt werden, einzuhalten. Bei der Fassade gilt das z.B., wenn mehr als zehn Prozent der Fläche saniert wird. Wichtig: Ein Beratungsgespräch ist vor einer größeren Sanierung Pflicht.

Details zur Dämmplicht von Dächern

Die Vorschriften für die Dämmung der Geschossdecken gelten für begehbare und nicht begehbare Etagen und immer für das Geschoss, das an einen beheizbaren Raum grenzt. Der vorgeschriebene Wärmedurchgangkoeffizient (U-Wert) liegt dabei bei maximal 0,24 W/(m²K). Spitzböden sind ebenso wie Holzbalkendecken eingeschlossen, wobei bei letzterem eine Füllung der hohlen Räume mit Dämmstoff ausreicht.

Ausnahmen von der Dämmpflicht

Wenn Modernisierungen des Daches größere Umbauten nach sich ziehen, bei denen die Kosten nicht mehr wirtschaftlich sind, können sich Hausbesitzer von der Dämmplicht befreien lassen. Für denkmalgeschützte Häuser kann ebenfalls die Befreiung beantragt werden, wenn beispielsweise die Optik durch eine Modernisierung nicht erhalten werden kann. Wer gegen die Vorschriften aus dem GEG verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Kfw-Bank fördert Sanierungen

Energetische Modernisierung werden staatlich in Form von KfW-Krediten mit Tilgungszuschuss gefördert. Zu den förderfähigen Maßnahmen gehören unter anderem:

  • Dämmung von Wänden, Kellern und Geschossdecken
  • Erneuerung von Fenstern und Außentüren
  • Optimierung der Heizung und Einbau von Lüftungsanlagen
Dämmung, Dämmstoffe

Naturmaterialien beim Dämmen nutzen

Stroh, Flachs und Schafwolle: Viele Materialien bieten sich an. Was sind die Vor- und Nachteile?

Mehr Infos zu Dämmmaterialien

Gesetz

Gebäudeenergiegesetz seit November 2020

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat drei Gesetze abgelöst. Was beinhaltet das Gesetz?

Alles rund um das GEG

Weiterführende Links

War dieser Artikel hilfreich?

Ausführliche Infos zum Thema Strom
  • Abgase

    Dieselfahrverbot

    Dieselfahrverbot in Deutschland - Hintergründe und Fakten

    Ein echtes Dieselfahrverbot wurde erst in wenigen Städten und dort auch nur für bestimmte Straßenabschnitte festgelegt. Über Umweltzonen gibt es allerdings schon größere Areale, in denen PKW mit bestimmten Schadstoffwerten nicht mehr fahren dürfen.

  • Energieeffizienz

    Blauer Strom

    Blauer Strom zertifiziert KWK-Anlagen

    "Blauer Strom" heißt nicht nur eine Gaspipeline, sondern auch ein Zertifikat des Bundesverbandes für Kraft-Wärme-Kopplung, welches für mehr Transparenz am Strommarkt sorgen soll. Wer das Siegel unter welchen Bedingungen erhält und was Sie als Kunde davon haben, erklären wir hier!

  • Stromzähler

    Kilowattstunde

    Was man mit einer Kilowattstunde Strom machen kann

    Strom wird anhand der verbrauchten Kilowattstunden abgerechnet. Doch was genau sagt diese Maßeinheit eigentlich aus? Wie viel ist eine Kilowattstunde und was kann man mit einer Kilowattstunde machen?