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Boni bei Strom- und Gastarifen: Regeln und Fristen

Boni sind bei Strom- und Gasverträgen für Verbraucher eine einfache Möglichkeit, die Energiekosten zu senken. Allerdings klappt das nur, wenn die Rabatte auch ausgezahlt werden. Stromkunden müssen dafür bestimmte Regeln einhalten.

StromvertragFür die Auszahlung von Boni gilt oftmals die Bedingung, dass ein Vertrag ein Jahr lang erfüllt sein worden muss.© pojoslaw / Fotolia.com

In Deutschland gibt es Tausende von Strom- und Gastarifen; Kunden haben oft die Auswahl zwischen einer dreistelligen Anzahl von Versorgern. Das führt zu jeder Menge Wettbewerb und Energieunternehmen werben neue Kunden insbesondere gern mit Boni bei Strom- und Gastarifen. Prinzipiell ist das eine schöne Sache für Verbraucher, denn durch die angebotenen Boni reduzieren sich natürlich die Energiekosten.

Das funktioniert jedoch nur, wenn die versprochenen Boni auch ausgezahlt werden können. Und das wiederum ist aber in der Regel an bestimmte Bedingungen geknüpft. Kunden sollten sich deshalb genau über Vertragsbedingungen, Zahlungsmodalitäten und die AGB informieren.

Sofortbonus versus Neukundenbonus

Zunächst einmal ist zwischen verschiedenen Arten von Bonus zu unterscheiden. Der Sofortbonus wird meist wenige Wochen bis zwei Monate nach Lieferbeginn an den Kunden überwiesen oder auf Prozentbasis mit dem Abschlag verrechnet. Einige Energieunternehmen koppeln diesen Bonus an einen festgelegten Energieverbrauch. Verbraucht der Kunde weniger Energie, kann ein bereits gezahlter Sofortbonus verrechnet werden. Genauere Informationen zur Bonusauszahlung bei dem jeweiligen Energieanbieter können über unseren Stromrechner unter den Tarifdetails bei den Vertragskonditionen abgefragt werden. Hier sind auch die AGB zu einem Stromvertrag hinterlegt.

Ein Neukundenbonus (mitunter auch als Wechselbonus bezeichnet) wird dagegen in den meisten Fällen erst nach zwölf Monaten mit der ersten Jahresrechnung vom Energieversorger ausgezahlt. Bedingung ist dabei, dass über das erste Vertragsjahr eine Belieferung erfolgt.

Manchmal wissen Verbraucher nicht genau, ob sie tatsächlich "Neukunde" sind. Als Neukunde darf er in den letzten sechs Monaten nicht von diesem Energieunternehmen beliefert worden sein. Einige Energieversorger besitzen aber mehrere Marken. Für Kunden ist nicht immer ersichtlich, ob ein scheinbar neuer Anbieter nicht nur eine andere Marke des Energieversorgers ist, von dem er im letzten halben Jahr beliefert worden ist. Bei unserem Stromrechner kann der aktuelle Stromanbieter und Tarif aber gezielt ausgewählt werden, was nicht nur den genauen Preisvergleich, sondern Überschneidungen bei den Anbietern und Tochterfirmen verhindert. Die Ergebnisliste wird nach den Eingaben zum Stromtarif angepasst.

Bonus trotz Kündigung: Wann sollte der Stromvertrag gekündigt werden?

Wer den Stromanbieter wechseln möchte, muss sich wie bei allen anderen Verträgen auch an die vertraglich festgelegte Kündigungsfrist halten (in der Regel drei Monate bei alternativen Anbietern bzw. zwei Wochen beim Grundversorger). Das heißt aber nicht, dass man bis zum letzten möglichen Stichtag warten muss, um die Kündigung auszusprechen. Für die Auszahlung des Neukundenbonus ist der Zeitpunkt der Kündigung, solange man nicht zu spät dran ist, unerheblich. Stromkunden dürfen auch kurz nach Vertragsbeginn eine Kündigung zu einem gewünschten Termin – also zum Ende des ersten Jahres – aussprechen, ohne dass die Bonusauszahlung davon berührt wird.

In der Vergangenheit ist es schon einmal dazu gekommen, dass Stromverträge mit Klauseln wie "Der Neukundenbonus entfällt, wenn der Vertrag innerhalb des ersten Jahres gekündigt wird". Bei solchen Klauseln sollten Kunden genau hinschauen und bei sich bei einschränkenden Hinweisen zum Kündigungstermin ggf. nach einem anderen Stromversorger umsehen. Das gleiche empfehlen wir bei Vertragsklauseln, die einen abweichenden Termin für den Vertragsabschluss und Lieferbeginn vorsehen.

Vertragslaufzeit und Bonus bei Tarifwahl berücksichtigen

Kunden sollten generell schon bei Vertragsabschluss darauf achten, wie lang die Vertragslaufzeit ausfällt. Bei unserem Stromrechner ist eine Vertragslaufzeit von maximal einem Jahr bei einer Preisgarantie von einem Jahr voreingestellt. Wird beispielsweise ein Vertrag über zwei Jahre geschlossen, kann sich die Einsparung im zweiten Jahr verringern – entweder allein durch den Wegfall des Bonus, oder durch eine Preiserhöhung. In letzterem Fall haben Stromkunden jedoch ein Sonderkündigungsrecht.

Flexible Kunden profitieren besonders von den Boni bei Strom- und Gastarifen. Das gelingt nämlich dann, wenn Verbraucher regelmäßig den Anbieter wechseln. Am besten kündigen wechselwillige Verbraucher alle 12 Monate. Kunden, die für das Folgejahr einen Vertrag mit einem anderen Energieversorger schließen und den angekündigten Bonus erhalten, erzielen folglich die größtmögliche Einsparung.

Unser Stromvergleich bietet dennoch auch die Möglichkeit, die Tarife ohne Boni miteinander zu vergleichen. Außerdem werden in dem Tarifrechner zu jeder Zeit die exakten Verbrauchs- und Grundpreise angezeigt. In der ersten Ergebnisliste werden zudem nur Stromanbieter gezeigt, die die Richtlinien unseres Partners Verivox erfüllen.

Grundsätzlich gilt: Boni bei Strom- und Gastarifen genau prüfen. Kunden sollten nur Verträge eingehen, deren Bedingungen verständlich formuliert sind. Dazu sollte man die AGB prüfen und auf Einschränkungen bei der Bonuszahlung achten. Manchmal ist aber auch die Zulässigkeit bestimmter Klauseln nicht klar. Die Gerichte haben schon öfter solche Klauseln für unzulässig erklärt. Soweit will man es aber ja gar nicht erst kommen lassen. Also:

  • Zum Vertragsschluss gültige AGB prüfen
  • am besten AGB ausdrucken
  • verstehen, unter welchen Bedingungen der Bonus gezahlt wird

Welche Boni bei Strom- und Gasverträgen gibt es noch?

Von einigen Energieanbietern wird der Neukundenbonus an einen Pakettarif gekoppelt. Der Kunde kauft eine festgelegte Menge Strom oder Gas, die er im Voraus bezahlt. Das verspricht Energieunternehmen Planungssicherheit. Im Gegenzug bieten sie oft extrem günstige Preise. Wirklich lohnenswert sind solche Pakete nur für Kunden, die genau die vereinbarte Energiemenge verbrauchen. Verbrauchen sie weniger Energie, erhalten sie keine Rückzahlung. Außerdem verfällt dann oft der in Aussicht gestellte Neukundenbonus. Bei einem Mehrverbrauch zahlen Kunden für die zusätzliche Energiemenge meist einen deutlich höheren Preis. Daher raten wir von solchen Vertragsmodellen ab, die mittlerweile auch kaum noch angeboten werden.

Auch Sachprämien sowie Gutscheine für Waren oder Reisegutscheine werden von einigen Energieunternehmen als Boni bei Strom- und Gastarifen angeboten. Der Wert dieser Waren und Leistungen ist dann schwerer zu beziffern.

Hilfe für verunsicherte Kunden

Die Bonus-Politik mancher Anbieter hat zu Beschwerden von Verbrauchern im Zusammenhang mit der Auszahlung von Boni bei Strom- und Gastarifen. Die Palette reicht von falsch berechneten Boni bis hin zu in falscher Höhe oder gar nicht bezahlten. Mitunter erscheinen die vereinbarten Boni bei Strom- und Gastarifen zwar auf der Rechnung, landen aber niemals auf dem Konto des Kunden. Wie lange sich Unternehmen mit der Auszahlung von Boni Zeit lassen dürfen, ist nicht klar geregelt. Sollte es bei der Auszahlung zu Verzögerungen kommen, raten wir dazu, dran zu bleiben und den Anbieter regelmäßig zu kontaktieren.

Der Verbraucherservice der Bundesnetzagentur informiert über geltende Rechtsvorschriften im Energiebereich und berät Kunden bei Auseinandersetzungen mit Strom- oder Gasanbietern. Darüber hinaus hilft die Schlichtungsstelle Energie e.V. bei der Problemlösung. Als zentrale Anlaufstelle für individuelle Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Energieversorgern bietet der Verein Privatkunden ein kostenfreies Verfahren zur außergerichtlichen Beilegung von Streitfällen an. Die Schlichtungsstelle kann man nur in Anspruch nehmen, wenn noch kein gerichtliches Verfahren läuft.

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