LPG & CNG

Auto umrüsten: Was bringt der Umstieg auf Gas?

Eine Umrüstung auf Autogas oder Erdgas ziehen viele Autofahrer nicht nur wegen steigender Spritpreise in Betracht. Für einige sind Klima- und Umweltschutz verstärkt ein Thema. Was kostet die Nachrüstung und was sind die Vor- und Nachteile?

FlüssiggasDie Umrüstung eines Fahrzeuges auf Erdgasantrieb ist häufig© Luftbildfotograf / Fotolia.com

Der Anteil der Autos in Deutschland, die mit Gas betrieben werden, ist insgesamt noch immer sehr gering. Dabei kann ein mit Gas betriebenes Fahrzeug die umweltfreundlichere und günstigere Variante sein im Vergleich zu einem mit Benzin oder Diesel betriebenen Fahrzeug. Die PKW gibt es als Neu- und als Gebrauchtwagen. Tatsächlich ist aber auch eine Umrüstung möglich.

Unterschied CNG und LPG

Gasautos gibt es in zwei Varianten: Einmal als Erdgasauto, betrieben mit CNG (Compressed Natural Gas) und einmal betrieben mit LPG (Liquefied Natural Gas/ Autogas). Bei beiden Kraftstoffarten gibt es Vor- und Nachteile. Beispielsweise sind technische Unterschiede zwischen den beiden Antriebsarten vorhanden. So werden die Druckbehälter bei Erdgasautos beim Tanken mit 200 bar befüllt, bei Autogas sind es gerade mal 8 bar, weshalb die Anlagen bei den Erdgasautos kostspieliger sind – sowohl wenn es um die Nachrüstung als um eine Reparatur geht.

Ein großer Unterschied liegt auch bei der bestehenden Infrastruktur vor: Während rund 7.100 LPG-Tankstellen in Deutschland verfügbar sind, gibt es nur rund 860 Zapfsäulen, an denen CNG getankt werden kann.

Bleibt noch der Umweltaspekt: Beim Einsparen von CO2 liegen LPG und CNG nahezu gleichauf. Beide Kraftstoffe stoßen weniger Stickoxide und Ruß aus als Benziner oder Diesel. Insgesamt liegt hier aber eher das Erdgas vorn, da auch reines Biogas getankt werden kann. Das ist bei LPG nicht der Fall. Bei dem Flüssiggas handelt es sich um ein Nebenprodukt, das bei der Förderung von Erdgas und Erdöl entsteht. Damit geht der Brennstoff zuneige und die Kostenentwicklung ist nicht gut kalkulierbar. Außerdem: Auch wenn Erdgas erst mal mehr kostet, hat es einen deutlich höheren Energiegehalt als Flüssiggas und ist damit ungefähr gleich teuer.

Beim Umrüsten lohnt sich LPG meist mehr

Ein großer Teil an Benzin- und Dieselautos kann auf Erdgas oder LPG umgerüstet werden. Allerdings stellt sich hier die Frage, ob es sich aus Kostengründen lohnt, also ob der Kraftstoff hinterher so viel günstiger ist, so dass sich die Kosten für den Umbau auch wieder amortisieren. Ganz generell kommt für das Umrüsten eher der Umstieg auf LPG in Frage, weil die Nachrüstung einer Erdgasanlage deutlich teurer ist (rund 4.500 Euro). Das gilt aber nicht für Dieselautos: Hier sind auch die Kosten für den Umstieg auf LPG vergleichsweise hoch.

Zurück also zum Benziner und dem Nachrüsten von Flüssiggas: Wer viel fährt, hat die Kosten für den LPG-Umbau theoretisch schnell wieder reingeholt. Allerdings kommen auch später noch weitere Kosten bei einem Gasauto dazu: Beispielsweise muss die Gasanlage regelmäßig gewartet werden. Auf der anderen Seite werden bei Gasautos Steuerbegünstigungen gewährt. Wann rechnet sich der Umstieg auf LPG? Dazu hat der ADAC eine Beispielrechnung durchgeführt, für die 50 Automodelle herangezogen wurden. Das sind zentrale Ergebnisse:

Fahrzeugmodell Umrüstungskosten (Euro) Amortisation nach (in KM)
Ford Galaxy 2.3 16V 2.400 36.000
Audi A8 4.2 3.200 36.000
Renault Espace 2.0 16V Turbo 2.400 38.000
VW Sharan 1.8 5VTurbo 2.400 39.000
Audi A6 2.4 2.700 42.000
BMW 320i 2.400 51.000
VW Polo 1.4 2.400 60.000
Renault Clio 1.2 16V 2.400 66.000
smart fortwo coupè 2.300 82.000

Schadstoffklasse nach der Umrüstung auf Gas

Beim Umbau wird in der Regel ein LPG-Tank nachgerüstet, d.h. der Motor und der Tank mit dem bereits bestehenden Kraftstoff werden beibehalten. Beim Start wird immer Benzin (oder auch Diesel) benötigt und in der Regel wählt der Fahrer die weitere Antriebsart aus. Wichtig: Wenn ein PKW vor dem Nachrüsten die Abgaseinstufung Euro 4 hatte, so bleibt diese auch nach der Umrüstung erhalten. Alte Diesel beispielsweise dürften also auch zukünftig nicht in Umweltzonen unterwegs sein, wenn keine Sondergenehmigung vorliegt. Für Dieselfahrer ergibt sich diesbezüglich folglich kein Vorteil.

Einen Nachteil gibt es noch beim Nachrüsten eines Gastanks im Vergleich zum Neukauf: Der Autogas-Tank ist fast immer kleiner als bei einem Neuwagen und die Reichweite mit dem günstigeren Treibstoff damit geringer. Insgesamt dürfte es aber wegen des noch vorhandenen Bestandstanks nicht allzu viel verändern.

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