Wasserkraft

Wasserkraft – regenerative Energie aus Gewässern

Wasserkraft wird schon seit langem vom Menschen genutzt, zum Beispiel für den mechanischen Betrieb von Mühlen. Die Energie, die von der Strömung von Flüssen und Bächen ausgeht, wird heute vorwiegend in elektrische Energie umgewandelt.

Wasserkraft© Thomas Reimer / Fotolia.com

Die Umwandlung von Wasserkraft in Energie geschieht in Wasserkraftwerken, wo die Bewegung auf eine Turbine oder ein Wasserrad übertragen wird. Ein Generator nimmt dann die Umwandlung in Strom vor. Auch die Verwendung von Gezeitenkraft und Meeresströmung in der Energieerzeugung gehört zum Bereich Wasserkraft.

Die Nutzung von Wasserkraft in Deutschland

Der Anteil an Wasserkraft hat bei der Stromerzeugung in Deutschland eine eher untergeordnete Rolle. 2014 stammten laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. 3,4 Prozent der gesamten Bruttostromerzeugung aus der Wasserkraft. Die Verteilung der Kraftwerke über die einzelnen Bundesländer ist sehr ungleichmäßig. Ein großer Teil der Kraftwerke findet sich jedoch in den südlichen Bundesländern, was auf den Voralpenraum und das günstige Gefälle zurückzuführen ist.

Norwegen ist Vorreiter bei Wasserkraft

In Skandinavien spielt Wasserkraft eine große Rolle bei der Stromerzeugung. Norwegen beispielsweise deckt fast seinen kompletten Strombedarf durch diese unerschöpfliche Energiequelle. Auch andere Länder sind Deutschland in der Nutzung von Wasserkraft weit voraus, beispielsweise Brasilien oder auch Österreich. Das größte Wasserkraftwerk ist derzeit das chinesische Kraftwerk am Drei-Schluchten-Damm. Wissenschaftler warnen vor den langfristigen ökologischen Auswirkungen durch die Zerstörung natürlicher Lebensräume, außerdem besteht die Gefahr von Hochwasser.

Wasser als Speicher für Strom

Einer der großen Vorteile der Wasserkraft liegt in seiner einfachen Speicherbarkeit. Durch Aufstauung oder durch Hochpumpen auf ein höheres Niveau (Pumpspeicherkraftwerke) ist die Wasserkraft nicht nur fast verlustfrei speicherbar, sondern auch sehr kurzfristig verfügbar und somit gut zur Deckung von Spitzenlastbedarf einsetzbar. 2015 etwa wurde ein Vertrag zu einem Seekabel, dem sogenannten NordLink, zwischen norwegischen und deutschen Firmen geschlossen. Über das Kabel soll überschüssiger Windstrom nach Norwegen transportiert und dort in riesigen Seen gespeichert werden. Ist der Strom in Deutschland knapp, kann dort wieder mit dem Wasser und über Turbinen Strom erzeugt und zurückgeleitet werden .

Pumpspeicherkraftwerk

Vor- und Nachteile von Wasserkraft

Zu den Vorteilen der Wasserkraft zählt das unerschöpfliche Potenzial der Strömungsenergie. Der CO2-Ausstoß ist vergleichsweise gering und die Energieausbeute ist konstanter und weniger von veränderlichen Faktoren abhängig als bei anderen erneuerbaren Energien. Wasserkraft hat ein großes Potenzial, aber es sind auch massive Eingriffe in die Umwelt nötig, um Wasserkraft nutzen zu können. Kritiker sehen Wasserkraftwerke als ökologisch bedenklich an, weil Gewässer gestaut und Ökosysteme verändert werden, um die riesigen Anlagen zu errichten. Ein weiteres Problem ist die Entstehung von klimaschädlichem Methangas in Stauseen.

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