Wallbox

Wallbox für das E-Auto: Was man unbedingt wissen sollte

Stromtankstellen für das E-Auto werden auch "Wallbox" genannt. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen. Grundlegende Informationen und was bei der Anschaffung eine Rolle spielt, erfahren Sie im Folgenden.

Elektroauto Stecker Typ 2Wie lange das Aufladen des E-Autos an einer Wallbox dauert, hängt auch von der Ladeleistung des E-Autos ab.© Picture-Factory / fotolia.com

Die eigene Zapfsäule zu Hause - davon träumen Autofahrer, seit es Tankstellen gibt. Für die Besitzer von Elektroautos wird dieser Traum Wirklichkeit: Eine Ladestation - auch Wallbox genannt - in der Garage oder auf dem Grundstück macht das komfortable Tanken im eigenen Reich zu einer mühelosen Angelegenheit. Dennoch sollten Sie bei der Anschaffung einiges beachten, damit die Ladeanlage zu Ihrem E-Auto und zu Ihren Gebrauchsgewohnheiten passt. Lesen Sie hier, worauf es vor allem ankommt.

Basiswissen: Welche Komponenten gehören zu einer Wallbox?

Eine Haushaltssteckdose ist natürlich noch keine Wallbox, obwohl auch sie zum Laden des Elektroautos genutzt werden kann. Die Wallbox ist ein kompaktes Gerät, meist zur Wandmontage gedacht, das die speziell auf E-Autos zugeschnittene Stromversorgung des Akkus besorgt. Wallboxen lassen sich - je nach Bauweise - sowohl in Innenräumen wie beispielsweise Garagen als auch im Außenbereich montieren, so etwa in einem Carport. Diese Elemente sind Teil einer Wallbox:

  • Ein oder zwei Ladestationen
  • Display (meist LED oder LCD) zur Bedienung und Anzeige des Ladestatus
  • Ladesteuerung zur Abwicklung des Ladevorgangs und Kontrolle der Ladeleistung
  • Geräteschutzschalter (schützt die Wallbox vor Beschädigung)
  • Leitungsschutzschalter (schützt das Ladekabel vor Überlastung)
  • Zähler (misst den Strom, der an das E-Auto abgegeben wird und erlaubt damit die getrennte Erfassung des Stromverbrauchs für das Fahrzeug und den restlichen Haushalt)
  • Identifikator (entweder ein Schlüsselschalter oder ein Kartenlesegerät - dient der Nutzer-Identifizierung, beispielsweise bei Wallboxen in den Tiefgaragen von Mietshäusern)
  • Bei Wallboxen von Stromanbietern: Antenne und Modem (dient der Übermittlung von Abrechnungsdaten)
  • Stromanschluss-Adapterkabel (zum Anschluss der Wallbox an das Stromnetz)
  • Ladekabel (zur Verbindung zwischen Wallbox und E-Auto

Warum eine Wallbox mehr Sinn macht als eine Steckdose

Wie bereits erwähnt, lässt sich ein E-Auto auch über eine normale 220-Volt-Haushaltssteckdose laden, doch sprechen insbesondere zwei Gründe dagegen: Zum einen dauert der Ladevorgang auf diesem Weg sehr lange - Ladezeiten zwischen 10 und 20 Stunden sind hier die Regel. Zum anderen ist das Laden über die normale Steckdose nicht risikolos. Manche Stromnetze sind dafür nicht ausgelegt. Das kann zu starker Erwärmung bis hin zu möglichen Kabelbränden führen.

Der Hauptvorteil einer Wallbox liegt in dem schnellen und gleichzeitig gefahrlosen Ladevorgang. Die Ladestationen werden in der Regel wie Elektroherde an den Starkstromkreis mit 400 Volt bei 32 Ampere angeschlossen und erlauben damit den Stromtransport mit Hochgeschwindigkeit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Wallboxen laden Elektroautos bis zu zehnmal schneller als Haushaltsstrom.

Eine Stärke von Wallboxen ist die intelligente Energiesteuerung. Die meisten Ladestationen lassen sich programmieren - viele auch per Smartphone-App. Damit können Sie den Zeitpunkt des Ladevorgangs selbst bestimmen, was insbesondere von Vorteil ist, wenn Sie günstige Nachtstromtarife nutzen können. Auch die Ladeleistung, mit der das Stromtanken erfolgen soll, lässt sich auf diesem Weg einstellen.

Beim Bezug des Ladestroms aus einem Stromspeicher leistet die Energiesteuerung ebenfalls gute Dienste. In diesem Fall bewahrt das Kontrollsystem die Wallbox davor, zu viel Strom in das Auto zu pumpen und für den Haushalt zu wenig übrig zu lassen. Das ist insbesondere beim Einsatz einer Solaranlage wichtig. Umgekehrt gibt es aber auch Systeme, bei denen das Elektroauto als zusätzlicher Energiespeicher genutzt wird.

Beim Einbau auf den Fachmann vertrauen

Ambitionierte Heimwerker könnten sich veranlasst sehen, ihre neue Wallbox selbst zu installieren. Das ist natürlich möglich, wenn das nötige Elektrotechnikwissen vorhanden ist. Allerdings sollten Sie in diesem Fall nochmals darüber nachdenken: Sie gehen beim Einbau mit 400 Volt Stromspannung um. Ein kleiner Fehler kann hier schnell lebensgefährlich werden.

Die Installation einer Wallbox sollten Sie einem Elektriker oder Elektrofachbetrieb überlassen. Das bewahrt Sie nicht nur beim Einbau vor haarsträubenden Erfahrungen, sondern garantiert auch einen reibungslosen und fehlerfreien Betrieb. Und sollten Probleme auftauchen, haben Sie einen Ansprechpartner, der für seine Arbeit Gewährleistung bieten muss.

Ladeleistung: Das Auto gibt den Takt vor

Wallboxen gibt es mit Ladeleistungen zwischen 3,7 und 22 Kilowatt. Auf den ersten Blick erscheint es am sinnvollsten, sich für ein Gerät mit 22 Kilowatt zu entscheiden, um schnellstmögliche Ladezeiten zu ermöglichen. Die Mehrausgabe für das Hochleistungsgerät erfüllt aber nur dann den Traum vom schnellen Laden, wenn das E-Auto mitspielt.

Wie in allen Systemen ist auch hier das Gesamtsystem nur so schnell wie seine langsamste Komponente. Verfügt das Auto nur über eine Ladeleistung von 3,7 Kilowatt, lässt sich das Aufladen zwar auch an einem 22-Kilowatt-Gerät durchführen - allerdings nur in der Geschwindigkeit, die mit 3,7 Kilowatt möglich ist.

Der ADAC empfiehlt den Kauf einer 11-kW-Wallbox, da diese sowohl ein- als auch zwei und dreiphasig laden können und selbst für größere Batterien eine ausreichende Ladeleistung bieten.

  • Wallbox© innogy SE

    Die ebox von Innogy ist für rund 600 Euro erhältlich und lädt mit einer Leistung von 11 kW.

  • Ladestation Elektroauto© innogy SE

    Die innogy estation smart bietet sich für Unternehmen und beispielsweise Mietshäuser mit mehreren Mietparteien an.

  • E-Auto Ladestecker© kavring/ fotolia.de

    Neben dem in Europa geläufigen Typ-2-Stecker gibt es z.B. noch den ChAdeMo. und den CCS-Stecker.

Auf den Steckertyp achten

Auch heute noch sind unterschiedliche Steckertypen in Gebrauch. Am gebräuchlichsten ist in Europa der Typ-2-Stecker, mit dem die meisten Wallboxen ausgestattet sind.

Besonders bei amerikanischen und asiatischen Fabrikaten sind allerdings auch noch Typ-1-Stecker in Umlauf. Achten Sie in diesem Fall beim Kauf Ihrer Wallbox darauf, dass der richtige Steckertyp vorhanden ist, oder dass zumindest ein Adapterkabel erhältlich ist.

Solarstrom und Wallbox - das ideale Paar

Wirklich energieneutral sind E-Autos nur, wenn der verwendete Strom aus einer nachhaltigen Quelle stammt, was beim häuslichen Stromanschluss nicht immer der Fall ist. Die eigene Solaranlage auf dem Dach, idealerweise mit einem Strom-Pufferspeicher gekoppelt, lässt den wirklich ökologischen Betrieb eines Elektroautos Wirklichkeit werden.

Wenn man das E-Auto per Wallbox an der größten verfügbaren Tankstelle, der Sonne, auflädt, leistet man nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung der globalen Erwärmung. Man fährt auch noch zum Nulltarif.

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