UN-Klimakonferenz

UN-Klimakonferenzen und ihre Ergebnisse

Um die stetige Erderwärmung zu stoppen, müsste die ganze Welt Hand in Hand arbeiten. Zahlreiche Länder machen mit den UN-Klimakonferenzen einen Anfang. Hier treffen sich die Vertreter der Staaten, um Maßnahmen gegen den Klimawandel zu diskutieren.

Klimaschutz© chuck / Fotolia.com

Bei UN-Klimakonferenzen treffen sich zahlreiche Staaten, um darüber zu beraten, was man gegen den voranschreitenden Klimawandel unternehmen kann. Gemeinsam beschließt man Maßnahmen wie beispielsweise die Senkung des CO2-Ausstoßes oder das FCKW-Verbot, um das Klima wieder zu stabilisieren. Überwacht wird die Umsetzung der Beschlüsse durch den Weltklimarat und die Weltklimadiplomatie.

In den letzten Jahren ist das Klimaproblem immer präsenter geworden, sodass sich UN-Klimakonferenzen zu wahren Großveranstaltungen entwickelt haben. Über 27.000 Teilnehmer kommen aus 194 Staaten zusammen. Darunter sind Regierungsmitglieder, Lobbyisten, Gewerkschaftsabgesandte, Forscher, Umweltorganisationen und Medienangehörige.

Beschlüsse nur mit Zustimmung aller

Man sollte meinen, dass bei einer solchen Großveranstaltung, die es nun schon seit einigen Jahren gibt, bereits einiges passiert sein sollte. Auf UN-Klimakonferenzen stoßen jedoch viele unterschiedliche Interessen zusammen. Alle Beschlüsse müssen so festgehalten werden, dass alle teilnehmenden Länder damit einverstanden sind. Das macht das Festlegen von Regelungen nicht gerade einfacher, sodass man bisher im Vergleich zum Aufwand, der wegen der Klimakonferenzen betrieben wird, doch recht wenig erreicht hat.

1995: Die erste Klimakonferenz

Nachdem man 1992 auf einem UN-Umweltgipfel beschlossen hatte, gemeinsam etwas gegen den menschgemachten Klimawandel zu unternehmen, kam es drei Jahre später zur ersten Sitzung der UN-Klimakonferenz. Diese endete mit der Zielsetzung, bis 1997 ein verbindliches Protokoll mit Maßnahmen zum Klimaschutz zu verabschieden.

1997: Das Kyoto-Protokoll

Auf der dritten Sitzung der UN-Klimakonferenz wurde das sogenannte Kyoto-Protokoll verabschiedet. Dieses besagt, dass Industrieländer ihren Ausstoß von Treibhausgasen vermindern sollen. Konkrete Zahlen wurden genannt: Bis 2012 sollten es 5,2 Prozent weniger Emissionen sein als 1990. In Kraft treten sollte das Protokoll, sobald sich 55 Industrieländer fänden, die bereit waren, das Protokoll umzusetzen und dabei für über 55 Prozent der industrie-gemachten Treibhausgase zuständig sind. Durch den zulässigen Emissionshandel konnte man sich jedoch ein Stück weit aus der Verantwortung kaufen.

1999 – 2005: Langer Weg zur Umsetzung

Auf der fünften Klimakonferenz 1999 beriet man darüber, wie das Kyoto-Protokoll konkret umzusetzen sei, und welche Sanktionen man für das Nicht-Erreichen der festgelegten Ziele verhängen sollte. Mit der Umsetzung des Protokolls konnte man jedoch nicht beginnen, da sich nicht genügend Länder fanden, um gemeinsam 55 Prozent der globalen Emissionen auszumachen. Erst 2004 bildete Russland das Zünglein an der Waage, sodass das Kyoto-Protokoll schließlich 2005 in Kraft treten konnte.

2007 – 2012: Was geschieht nach dem Kyoto-Protokoll?

Das Kyoto-Protokoll war befristet auf vier Jahre, lief also vorerst nur bis 2012. Auf der 13. Klimakonferenz 2007 begann man darüber zu verhandeln, was nach dem Kyoto-Protokoll kommen solle. Aufgrund von Uneinigkeiten konnte man sich jedoch auch nicht in den darauffolgenden Sitzungen auf neue Ziele oder eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls verständigen. Erst auf der 18. Klimakonferenz Ende 2012 einigte man sich auf eine Fortführung des Protokolls bis 2020. Bei der zweiten Periode des Kyoto-Protokolls sind jedoch nur noch Staaten beteiligt, die zusammen für lediglich 13 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind.

2013 – 2015: Das Pariser Klimaabkommen

Auf der 19. UN-Klimakonferenz in Warschau brachte man ein neues Klimaabkommen zur Sprache und begann, Überlegungen über dessen Inhalt anzustellen. So soll die Erderwärmung auf maximal zwei Grad gegenüber dem Niveau vor der Industrialisierung begrenzt werden. Auch hielt man einige Fakten zur Finanzierung der Klimaschutzmaßnahmen fest. 2014 wurde in Lima ein erster Entwurf für das neue Klimaabkommen vorgelegt, welches im Dezember 2015 in Paris als Nachfolgevertrag des Kyoto-Protokolls von 195 Mitgliedsstaaten beschlossen wurde. In Kraft treten soll das neue Klimaschutzabkommen nach dem Kyoto-Protokoll Ende 2020.

Hauptziel des Klimaschutzabkommens von 2015 ist die Begrenzung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad, besser nur 1,5 Grad. Die weiteren Ziele sind eher schwammig und wenig verpflichtend. So sollen die CO2-Emissionen drastisch zurückgefahren werden, bis 2050 sollen Ausstoß und Bindung von CO2 ausgeglichen sein. Diese Formulierung lässt den Weg offen, weiterhin fossile Energieträger zu nutzen – man muss sie nur neutralisieren, wie es etwa durch die technische CO2-Verklappung möglich ist. Zur Umsetzung des Emissionsziels soll jedes Land alle fünf Jahre neue Ziele zur Eindämmung von Emissionen verkünden. Weiterhin wird in Paris von den Abgesandten anerkannt, dass durch den Klimawandel Schäden und Verluste an den unterschiedlichsten Stellen entstehen, eine Konsequenz hat man jedoch noch nicht daraus gezogen. Außerdem sicherten die Industriestaaten ärmeren Regionen Zahlungen zu, um auf eine klimaneutrale Energieversorgung umzustellen.

2016: Steigen die USA aus dem Klimaabkommen aus?

Auf der UN-Klimakonferenz 2016 in Marrakesch wurde nichts weiter Handfestes beschlossen, dafür sagten weitere 45 Staaten, darunter viele kleinere wie Bangladesch und Pakistan, zu, bis Mitte des Jahrhunderts von fossilen Energieträgern abzusehen. Einen langen Schatten warf allerdings die US-Wahl und die Spekulationen darüber, wie sich Trump künftig bezüglich des Klimaschutzes verhalten würde. Die Besorgnis war berechtigt, denn ein gutes halbes Jahr später gab der neue US-Präsident dann tatsächlich bekannt, dass die Vereinigten Staaten aus dem Pariser Abkommen aussteigen würden. Die Vereinbarungen seien unfair und schädlich für die Wirtschaft der USA. Damit reihen sich die Staaten in die sehr kurze Liste der Länder ein, die das Übereinkommen von Paris nicht unterstützen (außer den USA sind dies Syrien und Nicaragua).

Kleinere Erfolge in der Geschichte der UN-Klimakonferenz

Nach über 20 Jahren UN-Klimakonferenz scheinen nur das Kyoto-Protokoll und ein derzeitig noch sehr schwammiges Klimaschutzabkommen von Paris aus den langwierigen Sitzungen hervorgegangen zu sein. Kleinere Erfolge fallen jedoch oft unter den Tisch. So diskutierte man unter anderem darüber, wie auch Entwicklungsländer aktiv Klimaschutz betreiben können und beschloss, dass führende Industriestaaten vor allen Dingen durch ihr Wissen helfen sollen, die dortige Wirtschaft anzukurbeln und zu modernisieren. Zur Umsetzung sollen zudem Gelder von jedem Industriesaat beigesteuert werden.

Ebenfalls Thema auf mehreren Klimakonferenzen war der Waldschutz. 2013 beschloss man, dass Waldschutz effektiver Klimaschutz sei und diskutierte über Möglichkeiten, weltweit Wälder nachhaltig zu nutzen. Man möchte versuchen, die voranschreitende Entwaldung durch finanzielle Hilfe und eine veränderte Bewirtschaftung zu bremsen.

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