Förderung von Elektroautos mit dem Umweltbonus

Der Absatz von Elektroautos kommt nicht so richtig in Fahrt. Zwischen immer neuen Abgasskandalen kommt jedoch wieder häufiger die Frage auf, ob ein Elektroauto eine sinnvolle Investition ist. Der Umweltbonus soll die Kaufentscheidung erleichtern.

Hand aufs Herz: Wer heute ein Elektroauto kauft, ist zumindest zum Teil Idealist. Der verringerte CO2-Ausstoß ist schließlich einer der Hauptgründe, warum die Technik vorangebracht wird. Dabei muss man trotzdem bedenken, dass ein Elektroauto immer nur so grün ist wie der Strom, mit dem es geladen wird. Im Herstellungsprozess der Akkus liegt ebenfalls eine Umweltbelastung, die von Elektroautos ausgeht.

Unterm Strich kann man sagen, dass ein Elektroauto dennoch eine grüne Investition ist, aber leider auch sehr teuer. Zwar kann man mit Strom deutlich günstiger fahren, die hohen Anschaffungskosten gleichen dies jedoch mehr als aus, sodass man am Ende trotz Förderung in Form des Umweltbonus mehr auf den Tisch legt als für vergleichbare Benziner – zumindest bis das Benzin in absehbarer Zeit deutlich teurer wird.

Förderung von E-Autos: Der Umweltbonus

Wer nach genauem Abwägen immer noch mit dem Gedanken spielt, ein Elektroauto zu erwerben, der kann sich immerhin auf finanzielle Unterstützung freuen. Erst einmal sind Elektroautos in den ersten zehn Jahren von der KFZ-Steuer befreit. Dazu kommt der Umweltbonus beim Kauf selbst. Um den Absatz von Elektroautos anzukurbeln, haben sich Staat und Hersteller geeinigt, jeweils die Hälfte der Prämie zu zahlen, die bei reinen Elektro- und Brennstoffzellenautos bis zu 4.000 Euro beträgt. Ab 2018 sinkt die maximale Kaufprämie auf 3.000 Euro.

Hat man schon ein elektronisch angetriebenes Fahrzeug erworben, muss man sich aber nicht grämen, denn der Umweltbonus lässt sich rückwirkend für alle Käufe ab dem 18.05.2016 beantragen. Dennoch ist trödeln nicht ratsam: Der Topf, aus dem die Gelder kommen, ist beschränkt und reicht für etwa 300.000 Fahrzeuge – wer zu spät kommt, hat Pech. Übrigens gilt die Förderung nicht nur für Privatpersonen. Auch Firmen, Vereine und andere Institutionen können sie beantragen und erhalten.

Welche Elektroautos sind für den Bonus berechtigt?

Woher weiß ich nun, ob mein Traumauto förderfähig ist? Dafür muss es mehrere Kriterien erfüllen, unter anderem darf es nicht mehr als 60.000 Euro Listenpreis kosten. Am einfachsten findet man eine Antwort, in dem man in die Liste der förderfähigen Fahrzeuge des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) schaut, das auch für die Förderung verantwortlich ist. Recht beliebt beispielsweise ist der BMW i3 als reiner Stromer, aber auch Renault Zoe oder Opel Ampera-e dürfte dem ein oder anderen etwas sagen. Viele Oberklasse-Modelle von Tesla sind leider zu teuer und fallen aus der Förderung. Von den Brennstoffzellenautos schafft es nur ein einziges in die Liste: Der Hyundai iX35 FCEV.

Förderung von Hybrid-Autos

Wem ein reines Elektroauto Bauchschmerzen bereitet, für den stellt ein Hybrid eine Alternative dar, welche ebenfalls förderfähig ist. Dabei gibt es natürlich nicht den vollen Umweltbonus, da Hybridautos als Übergangslösung zu sehen sind. Trotzdem schafft man es auf bis zu 3.000 Euro, ab 2018 noch 2.000 Euro. Bekanntester Vertreter dieser Gruppe ist der Audi A3, der bei den bisher beantragten Umweltprämien oben mitspielt.

Wie beantrage ich den Umweltbonus?

Wer bis hierher noch Fragen hat, der sei auf die Informationsseite des BAFA verwiesen, wo auch der Vorgang der Antragsstellung detailliert beschrieben wird. Dabei stellt man zuerst online einen Antrag auf Förderung, bei dem man einen Kauf- beziehungsweise Leasingvertrag hochladen muss. Danach bekommt man das OK für die Förderung und muss, um sein Geld zu bekommen, nur noch die bezahlte Rechnung und die Zulassungsbescheinigungen hochladen.

Hierbei auch der Tipp: Neben dem eigentlichen Umweltbonus bieten viele Hersteller Sonderkonditionen für den Kauf eines Elektroautos – im richtigen Moment zuzuschlagen kann also durchaus nochmal ein paar tausend Euro Unterschied machen.

Förderung von Ladestationen

Wer nicht direkt neben einer E-Tankstelle wohnt, hat im Anschluss das Problem, dass er wahrscheinlich eine Ladestation für die eigene Garage braucht. Zwar lassen sich viele Modelle auch mit Hausstrom laden, eine gute Ladestation kann den Vorgang aber um ein Vielfaches beschleunigen.

Leider sind aber auch solche Ladestationen nicht einfach so aus der Portokasse bezahlbar. Eine Möglichkeit, die das ganze tragbarer macht, ist auch hier eine Förderung. Beispielsweise gibt die Stadt München ihren Bürgern bis zu 5.000 Euro, damit diese sich eigene Ladestationen finanzieren können. Vom Bund gibt es auch wieder eine Förderung bis zu 3.000 Euro, jedoch ist diese auf "semi-öffentliche" Ladepunkte beschränkt und damit eher für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen interessant.

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