Top 10: Die größten deutschen Stromversorger

Überblick der Top 10: Das sind die zehn größten Stromversorger in Deutschland. Obwohl der Umstieg auf erneuerbare Energien immer weiter voranschreitet, stammt der größte Teil der produzierten Energie aus fossilen Brennstoffen.

Seit der deutsche Strommarkt liberalisiert wurde, tummeln sich unzählige verschiedene Anbieter auf dem Markt. Doch noch immer gibt es einige Riesen, die sich von der Konkurrenz in Sachen Abgabemenge und Kundenanzahl klar absetzen können. Das liegt zum Teil auch daran, dass Unternehmen wie E.ON oder RWE zahlreiche lokale Versorger übernommen haben. Wer also damals bei Stadtwerken angemeldet war und seither keinen Wechsel vollzogen hat, rutschte automatisch als Kunde zu einem der großen Versorger.

Stromhändler versus Stromlieferant

Zu unterscheiden ist außerdem zwischen sogenannten Stromhändlern und Stromlieferanten. Letztere verfügen über eigene Kraftwerke und Leitungen und können Energie selbst bereitstellen. Ein Stromhändler hingegen kauft lediglich Kapazitäten ein und stellt diese dem Endkunden zur Verfügung, ähnlich wie ein Mobilfunkprovider, der das Netz eines großen Netzanbieters mietet. Darüber hinaus gibt es aber auch Verbundunternehmen, die sämtliche Leistungen aus einer Hand anbieten können. Dazu zählen natürlich in erster Linie die Top 10 der größten deutschen Stromversorger.

Die Top 10 der deutschen Stromversorger im Überblick

Anbieter Stromabgabe in Mrd. kWh Marktanteil
RWE AG 86,1 15,9 %
EnBW Energie Baden-Würtemberg AG 68,9 12,7 %
Vattenfall Europe AG 23,6 4,4 %
EWE Aktiengesellschaft 11,0 2,0 %
RheinEnergie AG 10,7 2,0 %
MVV Energie AG 9,1 1,7 %
N-ERGIE Aktiengesellschaft 7,6 1,4 %
Pfalzwerke AG 5,9 1,1 %
Stadtwerke München GmbH 5,2 1,0 %

Quelle: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Die aktuellste Top 10 der größten deutschen Stromversorger stammt derzeit noch aus dem Jahr 2010. Aufgrund der recht großen Abstände ist aber davon auszugehen, dass sich am grundsätzlichen Bild bis heute nicht viel geändert hat.

Stromerzeugung 2014 Den größten Anteil bei der Stromerzeugung machen immer noch fossile Energien aus. © AG Energiebilanzen e.V.

Der Strommix der Top 10 der größten deutschen Stromversorger

Obwohl die erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch sind und auch viele Verbraucher explizit danach fragen, bestimmt in Deutschland noch immer Strom aus fossilen Brennstoffen den Markt. Im Jahr 2013 stammte knapp die Hälfte des erzeugten Stroms noch aus der Kohleverbrennung und auch die Kernenergie war mit 16,6 Prozent noch immer gut vertreten. Erneuerbare Energien schafften es im gleichen Zeitraum hingegen auf nur 21,9 Prozent. Bei einem Blick auf den Strommix der einzelnen Anbieter ergeben sich zum Teil sogar noch drastischere Ergebnisse. RWE erzeugte laut Statista zum Beispiel im Jahr 2014 über 77 Terawattstunden Strom aus Braunkohle, 48,3 TWh aus Steinkohle und zusätzlich 31,7 TWh aus Kernenergie. Erneuerbare Energien brachten es in diesem Jahr hingegen nur auf 10,1 TWh.

Mehr Gedanken um die Umwelt macht sich nach eigenen Aussagen die E.ON AG. Im Jahr 2013 beschaffte sie 30,2 Prozent ihres Strommixes aus erneuerbaren Energien. Fossile Brennstoffe sind hier für etwa 60 Prozent der Stromerzeugung verantwortlich. Ein recht ähnliches Bild zeichnet sich auch bei den restlichen Top 10 der größten deutschen Stromversorger. Doch der Kunde hat bei nahezu jedem Unternehmen auch die Möglichkeit, einen Tarif mit höherem Anteil an erneuerbaren Energien oder auch einen reinen Ökostrom-Tarif zu wählen.

Die Top-Stromversorger in der Umbruchphase

Im Zuge der Energiewende werden die konventionellen Kraftwerke immer unrentabler. Als Antwort darauf haben Eon und RWE 2015 und 2016 eine Umstrukturierung der Unternehmen vorgenommen. Eon lagerte dabei Kohlemeiler und Gaskraftwerke, den Energiehandel und die Wasserkraft in die Tochter "Uniper" aus. Die Kernkraftwerke bleiben hingegen beim Mutterkonzern, ebenso wie die Sparten Erneuerbare, Netze und Vertrieb. Der größte Teil der Mitarbeiter verbleibt im alten Unternehmen. RWE geht fast den umgekehrten Weg: Ökostrom, Netze und Vertrieb finden sich nun unter dem Dach der neuen Tochter innogy SE. Zwei Drittel aller Mitarbeiter sollen später in der Firma arbeiten. 2016 sollen sowohl die neue RWE- als auch die neue Eon-Tochter ihren Start an der Börse machen.

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