Tageslichtlampe

Mit Tageslichtlampen den Winterblues vertreiben

Tageslichtlampen imitieren das Sonnenlicht. Das soll dabei helfen, schlechte Stimmung und sogar Depressionen in den Wintermonaten zu vertreiben. Wir erklären, wie das funktioniert und wie man den Stromverbrauch überprüfen kann.

LichttherapieTageslichtlampen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Eine halbe Stunde Lichttherapie am Tag kann gegen Verstimmungen helfen.© JPC-PROD / Fotolia.com

Im Herbst und Winter fühlen sich viele Menschen müde, antriebslos oder leiden sogar unter Depressionen. Dass solche Symptome in der dunklen und kalten Jahreszeit gehäuft auftreten, hängt mit der verminderten Lichtintensität zusammen. Sonnenlicht hat einen starken Einfluss auf den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen. Hier kann eine Tageslichtlampe helfen.

Tageslichtlampen gegen den Winterblues: Was passiert im Körper?

Die innere Uhr des Menschen wird durch durch die Hormone Serotonin und Melatonin gesteuert. Geht morgens die Sonne auf, regt das die Ausschüttung von Serotonin an. Dieses Hormon macht uns munter und aktiv. Der Gegenspieler Melatonin hingegen sorgt dafür, dass wir abends müde werden und zur Ruhe kommen. Die Zirbeldrüse sondert Melatonin ab, der Einfluss von Licht hemmt diesen Prozess. Im Laufe der Nacht steigt die Melatoninkonzentration an, bis das Morgenlicht die Hormonausschüttung stoppt. Sind die Tage im Winter kurz und ohne Sonnenschein, bleibt der Melatoninpegel auch tagsüber erhöht. Das sorgt für schlechte Laune und macht manche Menschen depressiv.

Schon seit längerer Zeit ist bekannt, dass sich solche Beschwerden mit einer Lichttherapie effektiv behandeln lassen. Manche Ärzte bieten solche Lichttherapien an. Sie können aber auch in Eigenregie etwas gegen Ihren Winterblues unternehmen, denn seit einiger Zeit bietet der Handel Tageslichtlampen an.

Wodurch unterscheiden sich Tageslichtlampen von herkömmlichen Lampen?

Eine Lampe, die zur Lichttherapie eingesetzt werden soll, muss spezielle Eigenschaften haben, denn sie soll das Sonnenlicht imitieren. Damit die spektrale Zusammensetzung des künstlich erzeugten Lichts dem Sonnenlicht zur Mittagszeit weitgehend ähnelt, muss die Farbtemperatur einer Tageslichtlampe zwischen 5.300 bis 6.500 Kelvin liegen. Zusätzlich ist eine ausreichende Lichtintensität erforderlich, um einen therapeutischen Effekt zu erzielen. Empfohlen werden Werte zwischen 2.500 und 10.000 Lux.

Die meisten Tageslichtlampen, die für die Lichttherapie zum Einsatz kommen, haben große Leuchtflächen. Praktisch sind Tageslichtlampen mit kleinen Standfüßen, die auf dem Schreibtisch aufgestellt werden können. So können Sie Ihre Lampe und gleichzeitige Lichttherapie nutzen, um beispielsweise etwas zu lesen. Entscheiden Sie sich für eine Stehlampe, können Sie entspannt im Sessel sitzen.

Anwendung der Tageslichtlampe

Um den Tag-Nacht-Rhythmus auch im Herbst und Winter ins Gleichgewicht zu bringen, sollten Sie die Tageslichtlampe vorzugsweise am Morgen nutzen. Die Dauer der Sitzung ist von der Lichtintensität abhängig. Bei einer 10.000 Lux Lampe ist eine Therapiedauer von 30 Minuten pro Tag ausreichend. Die meisten Nutzer von Tageslichtlampen beobachten spätestens nach zweiwöchiger Anwendung eine deutliche Verbesserung ihres Allgemeinbefindens.

Stromverbrauch von Tageslichtlampen

Selbst wenn Sie die Tageslichtlampe über einen längeren Zeitraum hinweg nutzen, brauchen Sie sich wegen Ihrer Stromrechnung keine Sorgen zu machen. Wie hoch der Verbrauch einer Tageslichtlampe ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, da Lampen mit unterschiedlichen Technologien zur Auswahl stehen. Es gibt Tageslichtlampen, die mit Leuchtstoffröhren bestückt sind. Aber auch mit LEDs lässt sich Licht erzeugen, dass die Melatoninausschüttung hemmt. LED haben den Vorteil, dass sie besonders energieeffizient sind.

Mit Leuchtstoffröhren ist der Stromverbrauch einer Tageslichtlampe ebenfalls recht gering, wenn die Lampe nicht stundenlang betrieben wird. Angenommen, Sie entscheiden sich für eines Tageslichtlampe, die mit zwei 18W Leuchtstoffröhren bestückt ist. Nutzen Sie diese Lampe 180 Tage (zum Beispiel Anfang Oktober bis Ende März) pro Tag eine halbe Stunde, ergibt sich ein Stromverbrauch von 3,24 kWh (180 x 2 x 18 W x 0,5 h = 3.240 Wh). Bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh würde der Strom für die Lichttherapie weniger als 1 Euro kosten.

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