Stromzähler: Den Stromverbrauch im Blick

Smart Meter heißen die neuen Stromzähler. Sie kontrollieren und steuern den Energieverbrauch und sollen so die Energiewende unterstützen. Doch in vielen Gebäuden drehen sich nach wie vor die alten mechanischen Stromzähler. Ein Überblick!

Ferraris-Stromzähler: Nostalgie mit Alurad

Wer kennt sie nicht, die sich stetig drehende Aluminiumscheibe im alten Stromzähler? Diese analogen Zähler zählen die übertragene Energie, indem sie die Wirkleistung ein- oder mehrphasigen Wechselstroms aufzeigen. Dabei arbeiten sie nach dem Induktionsprinzip. Die im Motor des Stromzählers gelagerte drehbare Aluminiumscheibe läuft durch die Felder zweier Erregerspulen. Während die erste Spule in Reihe mit den elektrischen Verbrauchern geschaltet ist, wird die andere mit ihrer hohen Induktivität und den vielen Windungen parallel angeschlossen. Das mit der Aluminiumscheibe verbundene Rollenzählwerk zeigt den Energiedurchsatz in Kilowattstunden auf.

Noch heute ist der schon Ende des 19. Jahrhunderts vom Italiener Galileo Ferraris entwickelte Stromzähler in deutschen Haushalten weit verbreitet. Schätzungen der Bundesnetzagentur zufolge waren im Jahr 2011 noch 96,3 Prozent der in deutschen Privathaushalten verbauten Stromzähler konventionelle elektromechanische Ferraris-Zähler. Aufgrund ihrer langen Lebensdauer wird sich daran wohl so schnell nichts ändern. Großer Nachteil der alten Stromzähler: Sind sie nicht korrekt geeicht, liefern sie falsche Ergebnisse.

Doppeltarifzähler: Doppelt oder nichts

Um die sechs Prozent der in deutschen Haushalten verbauten Stromzähler sind elektromechanische Mehrtarifzähler, die in der Regel mit zwei, selten auch mehr, Zählwerken ausgestattet sind. In Abhängigkeit von der zuvor bestimmten Tageszeit schaltet dieser Doppeltarifzähler zwischen den verschiedenen Zählwerken hin und her und zeichnet die Verbräuche getrennt voneinander auf. Wichtig ist das für Verbraucher, die einen Hoch- und einen Niederstromtarif nutzen. Das ist zum Beispiel bei Besitzern von Nachtstromheizungen der Fall. Dort wird tagsüber der Hochtarif zur Abrechnung herangezogen, nachts erfolgt die Abrechnung nach dem günstigeren Nachtstromtarif.

Elektronische Stromzähler: Verbrauch im Blick

Elektronische Stromzähler wandeln die gemessenen Verbrauchsdaten in digitale Signale um und speichern diese. Moderne Geräte leiten sie auch per Funk oder Kabel an den Stromversorger weiter. So müssen sich Verbraucher nicht mehr um die Übermittlung der korrekten Werte kümmern, die Verbrauchsdaten werden automatisch per Fernablese ermittelt. Auch können Verbraucher jederzeit ihren Zählerstand einsehen. Ihren persönlichen Stromverbrauch für müssen sie aber selbst errechnen. Denn im Gegensatz zum Smart Meter protokolliert der elektronische Stromzähler die Verbrauchsdaten nicht und errechnet auch keine Verbrauchsstatistiken.

Intelligente Stromzähler: Stromsparen mit Köpfchen

Seit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes im Sommer 2011 sind sie Pflicht: die intelligenten Stromzähler oder Smart Meter. Zumindest im Neubau oder bei größeren Renovierungen müssen sie nun eingebaut werden. Doch auch Verbraucher, die mehr als 6000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbrauchen, müssen laut Energiewirtschaftsgesetz die intelligenten Messsysteme installieren.

Was Smart Meter können (werden)

Smart Meter sollen den Stromverbrauch im Minutentakt feststellen und protokollieren. So geben sie detaillierte Auskunft über Verbrauchsgewohnheiten und zeigen Einsparmöglichkeiten auf. Doch sie können noch mehr: In Zukunft wird ihnen in kurzen Zeitabständen übermittelt, wie viel Energie zurzeit in den Netzen verfügbar ist. Mit dieser Information soll der Stromverbrauch Millionen deutscher Haushalte flexibel an das schwankende Stromangebot durch Wind- und Solaranlagen angepasst werden. Auch könnten die Verbraucher damit von den zeitweise sehr günstigen Preisen an den Strombörsen profitieren.

Die intelligenten Stromzähler übermitteln die erhobenen Daten sowohl an den Stromversorger als auch an den heimischen PC. So haben Nutzer ihre aktuellen Verbrauchsdaten immer im Blick und sind vor bösen Überraschungen durch hohe Nachzahlungen gefeit. Auch können sie mit einer Analyse des Verbrauchsprofils Stromfresser ausfindig machen und so den Energieverbrauch senken. Der Zähler selbst funktioniert zwar nur mit Strom, gilt aber ebenfalls als sehr sparsam. Smart Meter verbrauchen rund zwei Drittel weniger Energie als herkömmliche elektronische Stromzähler.

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