Die Strompreisentwicklung in Deutschland

Bei der Strompreisentwicklung können Verbraucher zumeist nur eine Tendenz feststellen: Energie wird ständig teurer. Aber was sind die Gründe für die stetige Preissteigerung? Schließlich ist der der Strommarkt längst liberalisiert und die Erneuerbaren als weitere Energiequellen hinzugekommen.

Das Statistische Bundesamt zeigt in einer Untersuchung von 2000 bis 2015, dass der Strompreis für private Endkunden in Deutschland dramatisch gestiegen ist. Allein von 2007 bis 2014 ist ein Anstieg von knapp 45 Prozent zu verzeichnen. Zum Vergleich liegt die Teuerungsrate beim Verbraucherpreisindex bei gerade einmal etwa zehn Prozent. Letzteres bezeichnet, wie weit die Preise von Verbrauchsgütern, Nahrungsmitteln und ähnlichen Dingen ansteigen. Nach Angaben des BDEW lag der durchschnittliche Preis pro Kilowattstunde 2015 bei 28,81 Cent, 2000 waren es noch 13,94 Ct/kWh. Es ist also klar ersichtlich, dass die Energiepreise in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben.

Strompreis und Energiewende

Zentrales Thema bei der Strompreisentwicklung ist die Energiewende in Deutschland. Der Aufbau neuer Anlagen für die Nutzung erneuerbaren Energien ist mit hohen Kosten verbunden. Gelder fließen auch in die Erforschung neuer Technologien. Darüber hinaus muss auch das Stromnetz an die neuen Anforderungen angepasst werden, damit beispielsweise die Windenergie der Offshoreanlagen auf der Nordsee auch bis in den Süden des Landes gelangen kann.

EEG-Umlage: Verbraucher finanzieren die Energiewende mit

Bei der Finanzierung der Energiewende ist die sogenannte EEG-Umlage der entscheidende Faktor. Mit ihr wird unter anderem der Aufbau von Anlagen zur Nutzung erneuerbaren Energien finanziert. Statista zeigt, dass diese Gebühr in der Zeit von 2003 bis 2015 von 0,41 Cent auf 6,17 Cent pro kWh gestiegen ist. Die Kosten haben sich also in einem Zeitraum von einem guten Jahrzehnt mehr als verzehnfacht.

2015 ist die EEG-Umlage zum ersten Mal leicht gesunken. Da aber noch sehr viel mehrere Faktoren den Strompreis beeinflussen, haben das die meisten Verbraucher kaum gespürt. 2016 wurde die Umlage wieder angehoben und auch für 2017 wurde eine erneute Erhöhung bereits bekannt gegeben.

Das sind die Posten auf der Stromrechnung

Prinzipiell sind es drei große Posten, aus denen sich der Strompreis für den Verbraucher zusammensetzt:

Strompreis-Zusammensetzung
  1. Die Kosten für die Nutzung des Stromnetzes. Diese variieren regional, sind aber einer Analyse von Verivox zufolge im Schnitt von 2010 bis 2015 um 15 Prozent angestiegen (Berechnungsgrundlage: Haushalt mit einem Jahresverbauch von 4.000 kWh).
  2. Steuern und Abgaben: Darunter fällt auch die zuvor bereits erwähnt EEG-Umlage, die Stromsteuer, Konzessionsabgabe und auch die Mehrwertsteuer. Letztere steigt stetig durch den gestiegenen Gesamtbetrag. Seit 2004 ist der Staatsanteil am Strompreis immer weiter angestiegen und machte beispielsweise 2013 rund 50 Prozent der Stromrechnung aus.
  3. Ein dritter Posten wird von den Stromanbietern selbst festgesetzt. Darunter fallen die Beschaffungs- und Transportkosten der Stromanbieter. In diesen Kostenpunkt haben Verbraucher häufig wenig Einsicht. Wie viel dieser Kosten an den Stromkunden weitergegeben wird, entscheidet der Anbieter. Das ist einer der größeren Aspekte, warum es günstigere und teurere Anbieter gibt. Übrigens ist der Preis an der Strombörse für den privaten Verbraucher weniger entscheidend, eben wegen der vielen Faktoren, die auf die Stromrechnung Einfluss nehmen.

Liberalisierung: Ein längerer Prozess

Über einen langen Zeitraum hielten die großen Stromversorger das Monopol am Strommarkt und konnten so ihre Preise in einem großen Umfang frei gestalten. 1998 trat ein neues Energiewirtschaftsgesetz in Kraft, mit dem eine Liberalisierung des Strommarktes erreicht und der Preissteigerung entgegengewirkt werden sollte. Neue und kleinere Stromanbieter versuchten auf dem Markt Fuß zu fassen, was zunächst nur wenigen gelang. Seit 2005 überwacht die Bundesnetzagentur den Strommarkt und mittlerweile existieren immer mehr Anbieter auf dem Markt. Dadurch haben Verbraucher eine größer werdende Auswahl und können von dem steigenden Wettbewerb und den damit einhergehenden Preisdifferenzen profitieren.

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