Die Strompreis-Zusammensetzung im Überblick

Die Strompreis-Zusammensetzung zeigt, dass Preissteigerungen auch auf die hohen steuerlichen Lasten und Gebühren zurückzuführen sind. Die Energieversorgung ist zu einem erheblichen Kostenfaktor für viele Verbraucher geworden.

Strompreis-Zusammensetzung: Grundpreis und Arbeitspreis

Der Strompreis, den Kunden laut Vertrag zahlen, setzt sich aus dem Grundpreis (auch als Zählergebühr bezeichnet) und dem Arbeitspreis zusammen. Während mit der Grundgebühr unter anderem die Kosten für den Stromanschluss und den Zähler umgelegt werden, ist der Arbeitspreis unmittelbar verbrauchsabhängig. Mit ihm werden die Steuern und die Gebühren für die Netznutzung beglichen sowie die dem Versorger bei der Stromerzeugung, dem Transport und dem Vertrieb entstehenden Kosten gedeckt. Je nach gewähltem Vertrag wird dem Kunden hier ein Festpreis pro kWh oder ein Tarif-Paket mit einem zuvor vereinbarten Budget an Kilowattstunden in Rechnung gestellt. Auch Tarife ganz ohne Grundgebühr sind möglich.

Aus diesen Posten setzt sich der Strompreis zusammen:

  • Kosten des Anbieters für Stromerzeugung, Vertrieb und Beschaffung
  • Kosten für die Nutzung des Stromnetzes
  • Steuern, Abgaben und Gebühren des Staates und der Kommunen
Strompreiszusammensetzung 2016 Cent/kWh © BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Die Energiewende hat ihren Preis

Nach den Berechnungen der Bundesnetzagentur ist nur ein geringer Bestandteil in Höhe von etwa 24 Prozent der Energiekosten auf den tatsächlich verbrauchten Strom zurück. Der jährliche Bericht über die durchschnittliche Zusammensetzung des Strompreises weist die zu entrichtenden Steuern und Gebühren als den mit Abstand größten Kostenfaktor aus. Mit einem Anteil von über 50 Prozent wird mehr als die Hälfte des Betrags einer jeden Stromrechnung an die öffentliche Hand weitergereicht: Allein die EEG-Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz schlägt mit einem prozentualen Wert von 22 Prozent zu Buche.

Von der EEG-Umlage wird die Preisdifferenz zwischen Einkauf und Verkauf von Strom aus erneuerbaren Quellen beglichen. Wer erneuerbare Energie produziert, bekommt die Abnahme für den produzierten Strom zu einem gewissen Preis garantiert – am Markt ist der Strom jedoch deutlich weniger wert. Damit die Last nicht auf die Stromversorger fällt, wird diese Differenz aus Steuergeldern gezahlt.

Aufschlag für Kraft-Wärme-Kopplung und Offshore

Einem ähnlichen Zweck wie die EEG-Umlage dient der KWK-Aufschlag: Eine weitere Stromquelle sind Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung. Auch hier wird den Produzenten die Stromabnahme zu einem bestimmten Preis zugesichert. Die Differenz zum tatsächlichen Marktpreis wird wiederum aus Steuergeldern gezahlt.

Die Offshore-Haftungsumlage legt Entschädigungszahlungen auf den Stromkunden um, wie sie für den verspäteten Anschluss von Offshore-Windanlagen an das Stromnetz und damit einhergehende Netzunterbrechungen oder Leistungsstörungen entstehen.

Steuern, die nicht in die Energiewende fließen

Weitere Teile des zu zahlenden Strompreises entfallen auf die §19-Umlage, Stromsteuer und Energiesteuer. In der §19-Umlage werden die Einbußen der Stromanbieter durch Sondervertragskunden auf die Stromkunden umgelegt. Sondervertragskunden erhalten vergünstigte Tarife, wenn sie den meisten Strom außerhalb von Spitzenlastzeiten oder einen hohen konstanten Stromverbrauch aufweisen. Strom- und Energiesteuer gehen jeweils an den Bund. Über diese Abgaben möchte man das Konsumverhalten lenken: Zum einen soll die Steuer natürlich zum Sparen anregen, zum anderen durch Vergünstigungen auf umweltfreundliche Energieträger verweisen.

Stromsteuer

Der Wohnort entscheidet über die Netzgebühren

Darüber hinaus treiben auch die Stromsteuer, die Konzessionsabgabe an die Kommunen sowie die obligatorische Umsatzsteuer die Festkosten in die Höhe. Während der Grundpreis jedoch die meisten Stromkunden gleichermaßen betrifft, fallen die Netznutzungsentgelte regional unterschiedlich aus. Dieses Entgelt hat der Stromversorger an den jeweiligen Netzbetreiber für die Nutzung der Stromleitungen zu entrichten. Obwohl der Staat die Preise für die Netznutzung reguliert, weichen die hier anfallenden Kosten wohnortabhängig teils erheblich voneinander ab: Im Durchschnitt wird ein Anteil von 23 Prozent des Strompreises an den Betreiber des Netzes weitergeleitet.

Die Aufschlüsselung der Stromkosten macht somit deutlich, dass die Stromanbieter nur einen begrenzten Einfluss auf die Entwicklung des Strompreises nehmen können. Dennoch zeigen Vergleiche immer wieder, dass sich die Preise der Versorger teils erheblich voneinander unterscheiden. Hier kann der Verbraucher ansetzen und durch die Wahl eines günstigeren Anbietern Einfluss auf die Höhe seiner Stromrechnung nehmen.

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