Stromflatrate - ein „Rundum-Sorglos-Paket“?

Eine Strom-Flatrate erscheint zunächst einmal äußerst lukrativ. Hauptsächlich weil bei einem hohen Verbrauch nicht mit einer Nachzahlung gerechnet werden muss. Aber lohnt sich solch ein Stromtarif finanziell?

Flatrates versprechen Kostenkontrolle: Bei den angebotenen Stromflatrates zahlen Verbraucher einen festgesetzten Pauschalpreis und müssen keine Nachzahlungen fürchten. So gesehen scheinen Stromflatrates ein kundenfreundliches Angebot zu sein: Egal wie viel Strom verbraucht wird - mit der Stromflatrate sind alle Kosten abgedeckt. Es gibt dafür aber auch einige Nachteile.

Stromflatrates nicht unbedingt günstiger

Experten empfehlen, sich genau zu informieren, was das jeweilige Angebot einer Stromflatrate tatsächlich beinhaltet. Die Stromflatrates haben nämlich oft eine große Ähnlichkeit mit Strom-Paketen. Wie bei den Paketen gibt es für Privathaushalte zwar keine Maximalgrenze für den Stromverbrauch. Allerdings führt ein Mehrverbrauch oft zur Erhöhung des Servicepreises im Folgejahr und deshalb sind die tatsächlichen Kosten nur schwer zu kalkulieren. Umgekehrt erfolgt keine Erstattung bei geringerem Stromverbrauch. Mitunter sind Kunden deshalb mit einem günstigen Stromtarif oder dem Wechsel des Energieanbieters besser beraten als mit Stromflatrates.

Unterschiedliche Stromflatrate-Modelle

Für Besitzer von Photovoltaikanlagen

Einige Angebote richten sich ausschließlich an Kunden, die eine Photovoltaikanlage besitzen oder beabsichtigen, eine solche zu errichten. Wenn diese Verbraucher nicht nur Strom produzieren, sondern auch speichern, können sie nicht benötigten Strom ins Netz einspeisen. Anbieter solcher Stromflatrates realisieren mit dem Zusammenschluss vieler Kunden ein virtuelles Kraftwerk, das den produzierten Solarstrom bedarfsgerecht verteilt. Mitglieder der Community zahlen nur die vereinbarte Stromflatrate, produzieren Strom für den Eigenbedarf, geben Überschüsse weiter und erhalten bei Bedarf zusätzlichen Strom ohne weitere Kosten.

Ein "Rundum-Sorglos-Paket" mit 20 Jahren Garantie verspricht hier beispielsweise beegy Kunden, die eine Photovoltaikanlage der Firma kaufen und installieren oder vorhandene Solaranlagen mit einem Batteriespeicher nachrüsten. Die Sonnen GmbH bietet Betreibern einer Photovoltaikanlage, die einen intelligenten Batteriespeicher installieren und Mitglied der Community werden, eine Stromflatrate.

Für Haushaltskunden

Auch für Kunden, die selbst keinen Solarstrom produzieren, werden verschiedene Stromflatrates zu einem monatlichen Pauschalpreis angeboten. Dieser Festpreis richtet sich meist nach dem Stromverbrauch des Vorjahres. Wer mehr Strom verbraucht, muss wie gesagt nicht nachzahlen. Im darauffolgenden Jahr wird der Preis für die Strom-Flatrate dann allerdings angepasst und erhöht. Hier gibt es beispielsweise Angebote von Innogy und New Energie.

Für Mieter

Es gibt neue Mietkonzepte, in denen neben der Heizenergie auch eine Stromflatrate in der Miete enthalten ist. Meist produziert dabei der Vermieter einen Teil des Stroms selbst. Experten sehen für diese Form von Stromflatrates durchaus Zukunftschancen.

Im Rahmen eines Modellprojekts der Cottbuser Wohnungsgesellschaft eG Wohnen 1902 etwa zahlen Mieter von zwei Mehrfamilienhäusern eine Warmmiete, die zugleich eine Stromflatrate enthält.

Für wen lohnt sich eine Stromflatrate?

Haushaltskunden, die möglichst wenig für ihren Strom bezahlen wollen, sind mit einer Stromflatrate selten gut beraten. Die Stromflatrates für Kunden ohne Photovoltaikanlage ähneln den von vielen Energieunternehmen angebotenen Strom-Paketen, sind jedoch meist teurer. Vor allem im Vergleich zu alternativen Anbietern können die Strom-Flatrates preislich noch nicht mithalten.

Wer eine Solaranlage, Solarspeicher und Stromflatrate beim Energieversorger in Anspruch nimmt, spart und gewinnt einer Untersuchung der Verbraucherzentrale zufolge zumindest rein wirtschaftlich betrachtet nichts. Vorteile ergeben sich demnach für diejenigen, welche die Arbeit mit der Montage und Wartung lieber abgeben wollen.

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