Stromerzeugung in Deutschland

Stromerzeugung in Deutschland: Woher kommt die Energie?

Die Stromerzeugung in Deutschland befindet sich seit einigen Jahren im Wandel. Hintergrund ist die Energiewende und der damit beschlossene Ausstieg aus der Atomkraft und eine Steigerung der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen.

Ökostrom© Franz Metelec / Fotolia.com

Der Strommix in Deutschland besteht aus ganz unterschiedlichen Energieträgern: Kohle, Atomenergie und erneuerbare Energien sind dabei die wichtigsten. Wir erklären im Folgendem genauer, wie der Strom in Deutschland erzeugt wird.

Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurden die ersten Kraftwerke und Stromnetze konstruiert. In den Industrieländern ist ein Leben ohne Elektrizität heutzutage absolut nicht mehr denkbar. Strom wird meist in Kraftwerken erzeugt, in Deutschland ist die Stromerzeugung inzwischen privatisiert. Strom wird erzeugt, indem Energieformen wie Wärme- oder Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt werden. Die Möglichkeiten sind dabei vielfältig. Kohle, Atomkraft, Erdgas sowie regenerative Energiequellen leisten ihren Beitrag zur Stromerzeugung in Deutschland.

Erneuerbare sind bei der Stromerzeugung auf Überholkurs

In Deutschland wurde über viele Jahre hinweg der größte Teil der elektrischen Energie aus Kohle gewonnen. 2018 könnte sich das Blatt erstmals wenden, so die Schätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft. Der Trend ist deutlich erkennbar: Kamen 2016 noch über 40 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus Kohlekraftwerken (17,2 Prozent wurden aus Steinkohle und 23,1 Prozent aus Braukohle gewonnen), fiel der Anteil 2017 auf 36,6 Prozent zurück, so die Auswertung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V.

Stromerzeugung 2016 Der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. zufolge ist der Anteil der erneuerbaren Energien 2017 beim Bruttostromverbrauch gegenüber dem Vorjahr von 31,8 auf 36,4 Prozent gestiegen. © AG Energiebilanzen e.V.

In Steinkohle- oder Braunkohlekraftwerken wird Kohle verbrannt, die dadurch entstehende Wärme lässt Wasser verdampfen, wodurch eine Turbine angetrieben wird.Das Problem bei der Stromerzeugung durch fossile Brennstoffe ist deren begrenzte Verfügbarkeit und die Klimaschädlichkeit durch den Ausstoß von CO2. Dies gilt auch für andere Brennstoffe wie Öl oder Gas. Durch Kraft-Wärme-Kopplung kann man immerhin eine höhere Effizienz dieser Kraftwerke erreichen, indem neben der Stromerzeugung auch Wärme zum Heizen genutzt wird. 2018 soll das letzte Steinkohlekraftwerk in Deutschland vom Netz gehen und bereits jetzt in nur noch ein einziges in Betrieb. Für den Ausstieg aus der Braunkohle erarbeitet eine eigens hierfür einberufene Kommission einen Plan.

Immer weniger Strom aus Atomkraftwerken

Einen weiteren großen Teil der Stromerzeugung bestreiten Atomkraftwerke. 2017 kamen 11,7 Prozent des deutschen Stroms aus Kernkraftwerken. Zum Vergleich: 2009 war es noch knapp ein Viertel. Im Reaktor eines Atomkraftwerks wird durch Kernspaltung Wärme erzeugt, die auf Wasser übertragen wird, der Wasserdampf treibt eine Turbine an. Die Umwandlung der Energie geschieht prinzipiell also ähnlich wie in anderen Wärmekraftwerken. Die Nutzung von Kernenergie zur Stromerzeugung wird von vielen abgelehnt, nicht nur wegen des Ausmaßes möglicher Unfälle, sondern auch aus allgemeiner Angst vor der Strahlenbelastung. Zudem stellt sich das Problem, dass anfallender Atommüll sicher gelagert werden muss, was die umstrittenen Atommülltransporte nötig macht. Auch ist die Frage der Endlagerung dieser Abfälle noch nicht geklärt. Ein Ausstieg aus der Atomkraft ist bis 2022 von der Bundesregierung vorgesehen.

Umweltfreundliche Stromerzeugung durch erneuerbare Energien

WindenergieWindkraft leistet in Deutschland derzeit den größten Beitrag zur Stromerzeugung durch erneuerbare Energien.

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung wird immer größer, deren Ausbau ist ein wichtiges Thema in der Politik und bei der Bevölkerung. Zu den erneuerbaren Stromquellen gehören Windkraft, Sonnenenergie, Wasserkraft und Biomasse. Insgesamt lag der Anteil der erneuerbaren Energien 2009 bei etwa zehn Prozent der Endenergie und 16 Prozent der Stromerzeugung. 2014 stieg der Anteil an Erneuerbaren auf 27,3 Prozent, 2017 waren es über 33 Prozent. In Deutschland leistet die Windkraft den größten Beitrag. Problematisch dabei sind die Schwankungen, denen natürliche Energieträger beispielsweise durch Jahreszeiten und Wetterbedingungen ausgesetzt sind. Außerdem ist der Ausbau teuer, der Wirkungsgrad vergleichsweise gering. Die absehbare Verknappung fossiler Brennstoffe und Klimaschutzbemühungen führen jedoch dazu, dass immer stärker auf erneuerbare Energien zur Stromerzeugung gesetzt wird.

Stromerzeugung im heimischen Garten oder Keller

Strom kann man auch selbst erzeugen. Die Stromerzeugung auf dem eigenen Grundstück wird sogar immer beliebter. Auf lange Sicht kann es günstiger sein und man kann etwas zum Umweltschutz beitragen. Allerdings muss am Anfang mit hohen Investitionskosten gerechnet werden. Die bekannteste Möglichkeit der privaten Stromerzeugung ist wohl die durch Solaranlagen, die meist auf Dächern angebracht werden. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, durch ein Blockheizkraftwerk sowohl Strom als auch Heizwärme zu erzeugen. Im Einzelfall, beispielsweise auf abgelegenen Höfen, kann man auch über die Anschaffung einer Kleinwindkraftanlage nachdenken.

Tipp: Im Forum von Strom-Magazin.de kann man sich mit anderen Stromerzeugern zu dem Thema austauschen und Fragen stellen.

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Als Verbraucher kann man den Strommix in Deutschland zumindest ein wenig beeinflussen. Um so mehr grüner Strom gekauft wird, um so sauberer w ird die Stromerzeugung insgesamt.

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