Strom-Cloud

Die Strom-Cloud: Idee, Vorteile und Probleme

Praktisch alle Besitzer von Photovoltaik-Anlagen stehen vor dem gleichen Problem: Im Sommer produziert man mehr Strom, als man speichern kann, und im Winter geht einem die Energie aus. Das neue Modell einer Strom-Cloud soll da Abhilfe schaffen. Wie geht das und für wen lohnt es sich?

Photovoltaik© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Der Grundgedanke bei der Strom-Cloud ist derselbe, wie bei der Online-Cloud, in der man persönliche Fotos, Videos und andere Daten speichern kann. Hat man auf dem eigenen Rechner nicht mehr genug freien Speicherplatz, schiebt man die Daten ins Internet auf Server des Cloudanbieters. Will man später dann darauf zugreifen, lädt man sie einfach wieder herunter. Damit das Ganze nicht zu aufwändig ist, werden die Daten meist automatisch synchronisiert – so bleibt mehr Zeit für die wichtigen Dinge.

Im Sommer produzieren, im Winter abrufen

Die Strom-Cloud funktioniert analog: Im Sommer produziert man so viel Strom über die eigene Photovoltaik-Anlage, dass man ihn unmöglich selbst speichern geschweige denn verbrauchen kann. Der Überschuss fließt daher in die Cloud, also übers Stromnetz in die Speicher des Anbieters. Nun kommt der Winter und Regenwolken drohen auch die eigenen Wohnung via Energiemangel in Dunkelheit zu tauchen. Da man aber Teil der Strom-Cloud ist, bezieht man in diesem Moment wieder Strom, der dort gespeichert ist. Die Abrechnung erfolgt dabei in der Regel ganz einfach: Hat man am Ende des Jahres mehr Strom eingespeist als verbraucht, bekommt man die Differenz zum aktuell gängigen Preis ausgezahlt; im Umkehrfall bezahlt man diese.

So ermöglicht es die Strom-Cloud theoretisch, dass man komplett energieautark wird und keinen Strom von klassischen Anbietern zukaufen muss.

Strom-Cloud vs. Solar-Cloud

An dieser Stelle sei etwas zum Begriff der Solar-Cloud gesagt, über den man in diesem Zusammenhang bisweilen stolpert. Zwar ist die Strom-Cloud in erster Linie für Besitzer von Photovoltaik-Anlagen konzipiert, aber das Prinzip würde genauso funktionieren, hätte man ein Windrad im Garten. Daher ist der allgemeinere Begriff der Strom-Cloud sinnvoller, denn es geht um den Strom und nicht um die Sonne. Nichtsdestotrotz wirbt zum Beispiel Eon mit dem Begriff "SolarCloud" – man sollte also durchaus nach beiden Begriffen suchen, wenn man sich nach Anbietern umsieht.

Außerdem wird der Name "Solarcloud" noch in einem anderen Sinne benutzt: Solarcloud ist ein österreichischer Anbieter, der ein alternatives Geschäftsmodell umsetzen möchte. So soll man bei ihnen Solarpanel kaufen können, die durch Solarcloud dann in Australien installiert werden. Dort produzieren die Panel für den Kunden fröhlich Strom, dessen Gegenwert dann ausgezahlt wird – inklusive Online-Monitoring übers Smartphone. Da das aber ein komplett anderes Thema ist, soll es um diesen Ansatz hier nicht weiter gehen.

Nachteile der Strom-Cloud

So wunderbar sich das gesamte System Strom-Cloud im ersten Moment liest, muss man sich doch über einige Einschränkungen im Klaren sein. So will der Anbieter natürlich an der ganzen Sache Geld verdienen, was sich in einer monatlichen Grundgebühr zeigt, für die in der Regel keine Preisgarantie besteht. Weiterhin schlägt es bisweilen ordentlich zu Buche, wenn man wider Erwarten doch mehr Strom zukaufen muss, denn die Preise pro Kilowattstunde sind dann höher als bei einem billigen klassischen Stromanbieter.

Außerdem ist man auf technischer Seite weniger flexibel. So rentiert sich die Stromcloud für den Anbieter in dem Moment nicht, wenn jedes Cloudmitglied nur Strom-Überschuss produziert. Deshalb wird die Solaranlage in vielen Fällen sehr genau auf den eigenen Verbrauch abgestimmt.

Viele Anbieter verkaufen aus diesen Gründen Komplettpakete aus Anlage und Stromcloud, die für Kunden erst einmal kompfortabel sind. Dafür hat man keine Wahlfreiheit bezüglich Photovoltaikhersteller oder heimischem Speicher. Außerdem lässt sich ein solches System nur schwer nachrüsten, falls auf einmal mehr Strom gebraucht wird - klassisches Beispiel ist der Erwerb eines E-Autos.

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Wer bietet eine Strom-Cloud an?

Wohl größter Anbieter von Strom-Cloud-Lösungen ist im Moment Eon mit seiner SolarCloud. Dabei kostet ein Komplettpaket aus Photovoltaikanlage, Speicher und Cloud ab 14.699 Euro und danach die Mitgliedschaft in der Cloud noch einmal knapp über zwanzig Euro im Monat. Wer will, kann auch die Premium-Mitgliedschaft buchen, welche noch einmal fünf Euro mehr kostet und unter anderem einen monatlichen Effizienzcheck der Photovoltaikanlage beinhaltet. Insgesamt dauert es laut Eon durchschnittlich zwölf Jahre, bis sich die Investition amortisiert.

Senec ist ein weiterer Anbieter, dessen Grundgebühren von 17 Euro bis hin zu 35 Euro reichen, je nachdem wie viel Strom man produziert beziehungsweise verbraucht. Wie alle anderen Strom-Cloud-Anbieter kann man bei Senec zum Beispiel online die eigene Stromproduktion überwachen und ist so immer auf dem Laufenden, ob die eigene Strombilanz im grünen Bereich ist. Last but not least gibt es noch die sonnenCommunity mit der sonnenFlat. Bei diesem Anbieter gibt es Komplettpakte und Flats in mehreren Größen, die zwischen 18.000 und 27.000 Euro kosten. Dabei beträgt die Grundgebühr ungefähr 20 Euro im Monat.

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