Smog – Wenn die Stadt im Dunst versinkt

Immer wieder erreichen uns aus China neue Rekordmeldungen, die Smog betreffen. Doch auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Smog, wenn auch nicht in diesen Ausmaßen. Was ist Smog genau und wie entsteht er?

Spricht man von Smog, fallen einem direkt die chinesischen Großstädte ein, die seit Jahren immer wieder große Probleme mit Smog haben und geradezu im Dunst versinken. Bei bestimmten Wetterlagen werden Feinstaub und Abgase nicht aus der Stadtatmosphäre ins Umland verteilt und der typische graue Schleier entsteht. So maß man in einer nördlichen Industriestadt Chinas Ende des Jahres 2016 beispielsweise 1.155 Mikrogramm Feinstaub pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In Deutschland und den EU-Ländern liegt der Tagesgrenzwert bei 50 Mikrogramm pro Quadratmeter.

Wie klassischer Smog entsteht

Der klassische Smog, auch Wintersmog oder London-Smog genannt, tritt bei sogenannten Inversionswetterlagen auf. Normal wäre, dass in der Stadt erwärmte Luft in die höhere Atmosphäre aufsteigt und dabei Schadstoffe aus der Stadt transportiert. Bei einer Inversionswetterlage schiebt sich jedoch warme, leichte, über kalte, schwere Luft. Das wirkt wie eine Art Folie, sodass die verschmutzte Luft der Stadt nicht mehr nach oben entweichen kann. Die Schadstoffe bleiben in einer Art Dunstglocke über der Stadt hängen und werden mit Anhalten der Wetterlage zunehmend mehr. Besonders Ruß und Schwefeldioxid sind hierbei die Hauptschadstoffe. Prädestiniert für eine solche Wetterlage sind Ballungszentren in Tal- oder Kessellage, da sich hier warme Luft vom Berg einfacher über die Kaltluft im Tal schieben kann. Hier kommt es vor, dass eine solche Wetterlage Wochen anhalten kann.

Wer ist schuld am Smog?

Smog besteht aus einem Cocktail verschiedenster Feinstäube, welche durch den Mensch erzeugt werden. Zur Entstehung tragen sowohl Landwirtschaft, Verkehr, Industrie, Energieerzeugung als auch Großbaustellen bei. Dabei kann man sich Feinstaub im wahrsten Sinne des Wortes als ultrafeinen Staub vorstellen. Sekundärer Feinstaub kommt hinzu, indem Abgase wie Ammoniak, Schwefeldioxid und Stickoxide in der Luft mit anderen Partikeln reagieren. Man unterscheidet zwischen Feinstaubbestandteilen PM10 und PM2,5 – die Zahlenangabe ist jeweils als Mikrometerangabe, also Größe der Teilchen, zu verstehen.

Gesundheitsschäden durch Smog

Feinstaub ist dazu in der Lage in die Lunge, sogar in den Blutkreislauf, einzudringen. Je nach Größe und Art des Partikels sind die gesundheitsschädlichen Wirkungen unterschiedlich. Von Atemwegsreizungen, Entzündungsreaktionen, Lungenschädigung, erhöhter Thrombose-Neigung bis hin zu Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System ist alles denkbar. Akute Smog-Ereignisse haben immer wieder Leben gefordert. In Deutschland kam es beispielsweise 1962 im Ruhrgebiet zu einer Smogkrise mit rund 150 Todesopfern. Während der großen Smog-Katastrophe von London im Jahr 1952 sollen mehrere Tausend Menschen umgekommen sein.

Smog in Deutschland

In Deutschland hört man seit den 90ern kaum noch von Smog – das liegt unter anderem an den guten Feinstaubfiltern, welche sowohl in Industrie als auch Verkehr mittlerweile Pflicht sind. Jahresmittelwerte für PM10 dürfen 40 Mikrogramm pro Quadratmeter und Jahr, die PM2,5-Werte 20 Mikrogramm pro Quadratmeter und Jahr nicht mehr überschreiten. Noch Ende der 80er fanden sich einige tiefrote Flecken auf der Deutschlandkarte, die Grenzwerte für den Jahresdurchschnitt wurden aber schon seit einigen Jahren nicht mehr überschritten. Zwar kommt es besonders in größeren Städten wie Stuttgart oder Berlin immer mal wieder zu Überschreitungen der Tagesgrenzwerte, deutschlandweit ist jedoch auch das als unkritisch zu sehen.

Verbesserung ist nichtsdestotrotz immer möglich: Wer beispielsweise an einem klaren Tag seinen Blick in die Ferne schweifen lässt, wird sicherlich einen gräulichen Dunstschleier bemerken, dessen tristes Grau sich mit zunehmender Höhe in strahlend blauen Himmel auflöst. Das ist zwar noch nicht zwangsweise Smog, aber trotzdem deutlich sichtbare Luftverschmutzung.

Smog der anderen Art

Ein anderes Phänomen ist der Sommersmog, welcher auch als Los-Angeles-Smog bekannt ist. Sommersmog hat nichts mit Feinstaubwerten zu tun, sondern mit bodennahem Ozon. Ozon entsteht, wenn energiereiches Sonnenlicht auf Luftschadstoffe trifft, also besonders im Sommer. Während der Nacht wandelt sich das reaktionsfreudige Ozon wieder in weniger schädliche Stoffe um. Über der Stadt geschieht das recht schnell, hier stehen in Form von Stickoxiden ausreichend Reaktionspartner in der Luft zur Verfügung. Wird die Ozonwolke aufs Land verdriftet, dauert der Abbau häufig deutlich länger.

Zunehmend relevanter wird außerdem der so genannte Elektrosmog. In der heutigen Zeit ist alles verkabelt, Funkwellen von Handy, WLAN und anderem umschwirren uns. Zwar ist man sich nicht sicher, ob elektromagnetische Felder überhaupt gesundheitsschädlich sind, sicherheitshalber hat man jedoch auch hier Grenzwerte festgelegt.

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