Smart Meter

Smart Meter - Kleine Helfer beim Energiesparen

Intelligente Stromzähler oder sogenannte Smart Meter sollen Bundesbürger dabei unterstützen, Energie zu sparen. Dafür werden die Verbrauchsdaten elektronisch an den Versorger übermittelt und zwar bis zu vier mal in einer Stunde.

StromzählerWir der Einbau eines Smart Meter zur Pflicht, dann gelten Preisobergrenzen, sowohl für den Einbau als auch für den Betrieb.© EnBW

Bereits 2008 wurde der intelligente Stromzähler - auch Smart Meter genannt - vorgestellt. Die Bundesregierung beschloss schon vor vielen Jahren, dass der Einbau der Geräte für die Haushalte in Deutschland nach und nach zur Pflicht werden sollte. Für 2017 war der Startschuss für den Rollout ursprünglich geplant, aber erst im Februar 2020 konnte es dann tatsächlich los gehen. Was sind die Vorteile der digitalen Messgeräte und für wen ist der Einbau Pflicht?

Smart Meter: Wie funktioniert der intelligente Stromzähler?

Intelligente Stromzähler sind in der Lage, den Stromverbrauch elektronisch zu erfassen und die gesammelten Daten selbstständig an den Stromversorger weiterzuleiten. Dazu sind zwei Komponenten nötig: Der Smart Meter selbst und eine Kommunikationseinheit – ein sogenanntes Gateway.

Der elektronische Stromzähler wandelt dann die Verbrauchsdaten in digitale Signale um und sendet sie via Funk beziehungsweise Kabel über das Gateway an den Stromversorger. Im Zuge dieser automatischen Fernablesung wird der Zählerstand im Laufe einer Stunde bis zu viermal aktualisiert. Die Daten, die an den Stromlieferanten übermittelt werden, können im Kunden-Login auch vom Verbraucher eingesehen werden.

Vorteile beim Einsatz intelligenter Messgeräte

Der Stromverbrauch wird häufig als Kurvendiagramm dargestellt. Somit sind der persönliche Stromverbrauch, die dafür anfallenden Kosten sowie die CO2-Bilanz jederzeit abrufbar. Auf diese Weise können Stromfresser zügig lokalisiert und gegebenenfalls abgeschaltet werden. Zudem kann der Stromkunde z.B. ermitteln, wie viel Energie verbraucht wird, wenn alle Geräte im Standby sind.

Der Zählerstand muss bei einem Smart Meter nicht mehr abgelesen werden. Darüber hinaus verbrauchen die elektronischen Stromzähler fünf bis zehn Prozent weniger Strom als ihre elektromechanischen Vorgängermodelle. Dennoch gilt: Nicht der intelligente Stromzähler spart Strom, sondern der Verbraucher, der durch das Verändern seines Konsumverhaltens und den Einsatz energieeffizienter Geräte seinen Energieverbrauch senken kann.

Mit intelligenten Zählern erneuerbare Energien besser nutzen

Die intelligenten Stromzähler sollen dazu beitragen, das Stromnetz und die Kraftwerksinfrastruktur gleichmäßiger auszulasten, was gerade mit Blick auf den Ausbau erneuerbarer Energien eine wichtige Rolle spielt. Denn wenn viel Wind weht, wird auch viel Windstrom erzeugt – und dieser kann nicht gespeichert und später verbraucht werden. Wenn also viel Strom erzeugt, aber wenig verbraucht wird, könnte der Strom in dieser Zeit billiger angeboten werden und durch intelligente Stromzähler energieintensive Geräte dann eingeschaltet werden, wenn der Preis niedrig ist. So läuft z.B. die Waschmaschine spät abends, der Kunde zahlt somit weniger für den Verbrauch und spart so Stromkosten.

Wer muss Smart Meter verpflichtend nutzen?

Zunächst einmal sind Stromkunden mit einem großen Stromverbrauch (ab 6.000 Kilowattstunden pro Jahr) verpflichtet, Smart Meter einzubauen. Ebenfalls betroffen sind direkt zu Beginn Betreiber von stromerzeugenden Anlagen, also z.B. Solaranlagen ab einer Leistung von sieben Kilowatt sowie diejenigen, die eine Wärmepumpe bzw. Nachtspeicher nutzen und von verringerten Netzentgelten profitieren.

Natürlich können Hausbesitzer und Mieter auch freiwillig einen intelligenten Stromzähler einbauen lassen. Am besten wendet man sich hierzu an einen Messstellenbetreiber oder Stromanbieter mit Smart-Meter-Angebot. Ab 2021 entscheidet der Vermieter, allerdings entscheidet bereits seit 2020 der Messtellenbetreiber, welche Art von Zähler genutzt werden soll. Bis 2032 sollen alle Ferraris-Zähler gegen digitale Zähler ausgetauscht werden.

Wie viel kostet der Einbau eines Smart Meter?

Für intelligente Stromzähler gilt Preisobergrenzen, die allerdings je nach Messeinrichtung unterschiedlich hoch sein können und nicht greifen, wenn der Einbau freiwillig erfolgt. Die Grenzen sind zudem je nach Verbrauch gestaffelt. Beim Pflichteinbau gilt: Bei einem Verbrauch zwischen 6.000 und 10.000 kWh im Jahr dürfen die Kosten für den Einbau und den Betrieb bei maximal 100 Euro jährlich liegen (und z.B. 200 Euro bei 50.000 – 100.000 kWh). Wenn der zuständige Messbetreiber den Einbau veranlasst, dürfen bei Kunden mit einem Jahresverbrauch von bis zu 2.000 kWh maximal 23 Euro im Jahr in Rechnung gestellt werden (30 Euro bei 2.000 bis 3.000 kWh; 40 Euro bei 3.000 bis 4.000 kWh).

Mögliche Risiken durch Smart Meter

Nicht nur die Verbraucher erhalten eine detailgenaue Aufstellung ihres Stromverbrauchs, sondern auch die Versorgungsunternehmen, die anhand dieser Daten Rückschlüsse auf die Vorlieben ihrer Kunden ziehen könnten. Kritiker sehen dahin einen weiteren Schritt zum sogenannten gläsernen Bürger. Denn anhand der Stromverbrauchsdaten ließe sich der Tagesablauf exakt nachvollziehen: Wann und wie oft wurde geduscht beziehungsweise Wäsche gewaschen? Welche Geräte werden für die Zubereitung von Mahlzeiten favorisiert - Mikrowelle, Herd oder Ofen? Wann wurde das Haus verlassen? Et cetera. Auch an der Datensicherheit insgesamt wird immer wieder gezweifelt, Gegner fürchten sich beispielsweise auch vor der Fernabschaltung und manipulierten Energiedaten.

Das Thema Datensicherheit war auch der Grund, warum sich die Einbaupflicht immer weiter nach hinten verschoben hat. Vor dem Rollout mussten erstmal drei Kommunikationsmodule vom Bundesamt für Informationssicherheit zertifiziert werden.

Verwandte Themen
  • E-Tretroller

    E-Scooter

    E-Scooter - die neue Verkehrsrevolution?

    Ein E-Scooter fährt mit Strom - so viel wissen die Allermeisten. Aber welche Merkmale machen einen Tretroller noch zum Scooter? Was sind die Vorteile und was müssen Nutzer beim Fahren beachten?

  • Solarkollektoren

    Solaranlage

    Solaranlagen können Strom und Wärme erzeugen

    Solaranlage ist nicht gleich Solaranlage, denn zwei unterschiedliche Techniken bei den Anlagen liefern auch unterschiedliche Ergebnisse. Wer finanzielle Unterstützung beim Bau einer Solaranlage haben möchte, kann eine Förderung beantragen.

  • Photovoltaik

    Dachbörse

    Dachbörse: Solarflächen mieten und vermieten

    Nicht jeder, der ein Dach besitzt, kann oder möchte selbst in eine Photovoltaikanlage investieren. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Investoren, die auf der Suche nach Dächern oder Freiflächen sind, auf denen sie Photovoltaik-Anlagen installieren können. Aus diesem Zusammenhang heraus sind Dachbörsen entstanden.

Ratgeber zum Thema
  • Photovoltaik

    Interview zum Solarstromspeicher: Darum lohnt sich die Anschaffung

    Zyklenzahl und Nennkapazität: Bei Solarstromspeichern sind das wichtige Kennzahlen, mit denen viele jedoch nichts anfangen können. Dip.-Ing. Wieland Vilter beantwortet zentrale Fragen und zeigt die Vorteile von Batteriespeichern auf.

    weiter
  • windenergie

    Windkraft und ihre Auswirkungen auf die Umwelt

    Windkraftanlagen sind in unserer Landschaft allgegenwärtig und wichtiger Bestandteil der Energiewende – grüner Strom soll besonders umweltfreundlich sein. Doch es gibt auch viele kritische Stimmen. Welche Auswirkungen Windräder auf die Umwelt haben, klären wir hier.

    weiter
  • Steckdosenleiste

    Wahr oder falsch? 5 Energiespar-Tipps im Check

    Bringt der Verzicht auf Standby wirklich so viel? Verbraucht man viel Strom, wenn man sein Handy jeden Tag auflädt? Und dauert es lange, bis sich der Wechsel auf ein effizienteres Gerät amortisiert? 5 Energiespar-Tipps im Check von Verivox!

    weiter