Primärenergie für Endverbraucher nutzbar machen

Als Primärenergie wird die Energie bezeichnet, die aus natürlichen Quellen stammt und noch keine Umwandlung erfahren hat. Bei der Umwandlung ist mit Energieverlusten zu rechnen, die je nach Wirkungsgrad der Umwandlungsanlage verschieden hoch ausfallen. Die Primärenergie hingegen besitzt noch 100 Prozent der Energie.

Träger der Primärenergie

In jeder natürlichen Energiequelle steckt Primärenergie, allerdings in verschieden hoch konzentrierter Form. Die Menge der vorhandenen Energie lässt sich am besten in Kilowattstunden ausdrücken. Ein Kilogramm Erdöl enthält zum Beispiel 11,8 kWh, Brennholz nur 4,1 kWh. Wer diese Zahlen anschaut, weiß direkt, warum Erdöl als Energielieferant höher im Wert steht als Brennholz. Auch die üblichen Kohlebriketts erreichen einen nur unwesentlich höheren Energiewert als Brennholz.

Auch mithilfe der Atomkraft kann Sekundärenergie gewonnen werden, wobei die Energie hier nicht auf chemische Art, sondern durch physikalische Vorgänge freigesetzt wird. Bei der Kernspaltung von einem Gramm Uran entsteht so viel Energie, wie wenn eineinhalb Tonnen Kohle verbrannt werden. Allerdings ist der Energieaufwand zur Gewinnung der Atomenergie sehr hoch (Quelle: www.ecoquent-positions.com).

Auch die Sonne gehört zu den Primärenergieträgern. Hier sind Kernfusionen die Ursache für das Vorhandensein der Primärenergie. Der Aufwand für das Entstehen dieser Energie ist gleich null, der Mensch muss hier nichts dazutun. Dies wird bei der Umwandlung der Sonnenenergie in Sekundärenergie in Form von Elektrizität oder zur Bereitung von Warmwasser genutzt.

Verbrauch der verschiedenen Primärenergiearten in Deutschland

Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für das Jahr 2014 (Quelle: AG Energiebilanzen e. V.) ermittelte, ist der Verbrauch an Mineralöl mit rund einem Drittel des Gesamtenergieverbrauchs am höchsten. Danach folgen Erdgas mit 20,5 Prozent und Steinkohle mit 12,6 Prozent. Interessant ist an dieser Stelle der Verbrauch von Atomenergie verglichen mit dem der erneuerbaren Energien. Atomenergie wurde im Jahr 2014 zu 8,1 Prozent (2013: 7,7 Prozent) verbraucht, der Anteil der erneuerbaren Energien machte 11,1 Prozent (2013: 10,4 Prozent) aus. Dabei bleibt anzumerken, dass der Verbrauch bei den erneuerbaren Energien kontinuierlich wächst, gleichzeitig geht der Verbrauch von Atomenergie zurück. Dies sind Folgen der von der Regierung angestrebten Energiewende.

Primärenergie: Erzeugung und Bedeutung

Primärenergie kann nicht durch den Menschen erzeugt werden, sie ist in der Natur bereits vorhanden: Steinkohle, Erdöl und Sonnenenergie werden genutzt und umgewandelt. Die Elektrizität, die aus der Primärenergie stammt, wird in Kraftwerken oder Solar- und Windkraftanlagen gewonnen. Wichtig: Ein großer Teil der Primärenergie kann nicht genutzt werden, weil sie als Abwärme an die Umwelt abgegeben wird. Als Nutzenergie steht sie somit nicht mehr zur Verfügung.

Der Verbrauch der Primärenergie soll zwingend eingeschränkt werden, daher wurde die Energieeinsparverordnung erneuert und an die aktuellen Forderungen angepasst. So gibt es nun die zentrale Forderung nach einem begrenzten Jahres-Primärenergiebedarf, womit Heizungen betrieben und Warmwasser aufbereitet werden sollen. Dieser Jahres-Primärenergiebedarf spielt aber auch beim Energiepass für Gebäude eine Rolle: Es gibt hier den sogenannten Primärenergiefaktor, der die Berechnungsgrundlage für die Ermittlung der eingesetzten Primärenergie im Verhältnis zur Nutzenergie liefert.

Zusammengefasst könnte man sagen, dass es ohne Primärenergie keine nutzbare Sekundärenergie gäbe. Der Mensch kann die Primärenergie zwar nicht nutzen, hätte ohne diese aber gar keine Energie zur Verfügung.

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