Power-to-Gas

Überflüssige grüne Energie mit Power-to-Gas speichern

Aus überflüssigem grünen Strom Gas herstellen und so Leistungsspitzen ausgleichen und Energie für später verfügbar machen: Das ist die Grundidee von Power-to-Gas, kurz P2G. Doch wie funktioniert das Verfahren dahinter, was wird benötigt und was wird dabei hergestellt? Lesen Sie hier mehr!

EnergiewendePower-to-Gas ist ein Verfahren, mit der die Energiewende unterstützt werden kann.© jonasginter / Fotolia.com

Bei dem Verfahren handelt es sich um eine Möglichkeit aus überschüssigem Strom Gas zum Zweck der Langzeitspeicherung herzustellen. Ganz neu ist diese Idee nicht, wird doch der Wasserstoff in Brennstoffzellenautos auf die gleiche Weise hergestellt. Das erklärte Ziel der Strategieplattform Power to Gas ist jedoch, mit Hilfe der Technologie die bei Wind- und Solarstrom entstehenden Spitzen auszugleichen und zu nutzen, was die Energiewende voranbringen soll.

Wie funktioniert das Power-to-Gas-Konzept?

Das Power-to-Gas-Prinzip ist denkbar einfach: Das Vorgehen bei P2G erfolgt in zwei Schritten: Zuerst wird mithilfe des überschüssigen Stroms durch Elektrolyse von Wasser reiner Wasserstoff hergestellt. In einem (optionalen) zweiten Schritt wird daraus Methan synthetisiert. Die Gase lassen sich dann zum Beispiel im Verkehr nutzen oder im Falle des künstlichen Methans einfach ins Erdgasnetz einspeisen.

Hier liegen die Vor- und Nachteile von P2G

Der Vorteil der Technologie liegt klar auf der Hand: Langfristiges Speichern überschüssiger Energie - also genau das, wonach man für das Vorantreiben der Energiewende noch forschen muss. Aus diesem Grund hat sich auch die Strategieplattform Power to Gas gegründet, die die Technologie bis 2022 marktreif und großflächig eingesetzt sehen will.

Andererseits gibt es da einen kleinen Haken, der auch schon bei Wasserstoffautos nachteilig ist: Der Leistungsgrad. Alle kurzfristigen Speichermöglichkeiten wie Pumpspeicherkraftwerke oder sogar handelsübliche Batterien sind wesentlich effizienter. Außerdem lassen sich die aktuell noch kleinen Mengen überschüssigen Stroms sinnvoll andernorts unterbringen, zum Beispiel in Wärmepumpenheizungen oder Smarten Straßen und Elektroautos – allesamt effizienter als P2G. Je nach Quelle gehen die Meinungen auseinander, aber es zeichnet sich der Konsens ab, dass zwischen 60 und 80 Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen kommen müssen, bevor sich Langzeitspeicher wie P2G wirklich lohnen.

Gas Einsatzmöglichkeiten

Wasserstoff hergestellt aus grünem Strom

Unabhängig wann der Punkt kommt, ab dem man die langfristigen Speicher wirklich nutzen kann, will man vorbereitet sein, weswegen man diverse Testanlagen baut, um die Technologie weiter zu erforschen. So versorgt beispielsweise eine Wasserstofftankstelle in der HafenCity Hamburgs unter anderem die Brennstoffzellen der Hamburger Busse mit durch P2G gewonnenem Treibstoff. Auch in der Nähe des Berliner Hauptstadtflughafens gibt es ein ähnliches Projekt. Weitere Projekte finden sich auf der interaktiven Karte der Strategieplattform Power to Gas.

Verwandte Themen
  • Energiewende

    Power-to-Gas

    Überflüssige grüne Energie mit Power-to-Gas speichern

    Aus überflüssigem grünen Strom Gas herstellen und so Leistungsspitzen ausgleichen und Energie für später verfügbar machen: Das ist die Grundidee von Power-to-Gas, kurz P2G. Doch wie funktioniert das Verfahren dahinter, was wird benötigt und was wird dabei hergestellt? Lesen Sie hier mehr!

  • Gasometer Oberhausen

    Gasometer

    Was ist ein Gasometer?

    Mit dem Ausdruck Gasometer werden mehrere Dinge bezeichnet. Es sind in erster Linie Speicherbehälter für brennbare Gase. Aber auch Messgeräte zur Messung des Gasanteils im Wasser werden teilweise umgangssprachlich Gasometer genannt.

  • Abrechnung Gas

    Gasrechnung

    Gasrechnung: Ein Buch mit sieben Siegeln?

    Zum Schutz der Verbraucher ist gesetzlich geregelt, welche Angaben jede Gasrechnung enthalten muss. Haushaltkunden finden die vielen Berechnungsgrößen auf ihrer Gasrechnung jedoch oft verwirrend. Wir klären über die Bestandteile der Rechnung auf.

Ratgeber zum Thema
  • Heizung Thermostat

    Funktionsweise und Wissenswertes bei Heizkostenverteilern

    Heizkostenverteiler kommen in vielen Mietswohnungen zur Abrechnung der Heizkosten zum Einsatz. Wie die kleinen Kistchen an den Heizkörpern arbeiten und wie schließlich die Rechnung für die Heizkosten zustande kommt, erfahren Sie hier!

    weiter
  • Gas

    Gasmelder anbringen: Für jeden der richtige Platz

    Gasmelder sollen ähnlich Rauchmeldern helfen, Gefahrensituationen rechtzeitig zu bemerken. Hierbei gibt es verschiedene Meldertypen für die unterschiedlichen Gassorten. Wo diese Gasmelder jeweils anzubringen sind, lesen Sie hier!

    weiter
  • Flüssiggas

    Wissenswertes rund um den Kauf von Gasflaschen

    Gasflaschen können bei falscher Handhabung sehr gefährlich werden. Im Folgenden geben wird Hinweise zur Lagerung, sowie zu Kauf und Rückgabe und geben einen kleinen Überblick über die farbliche Kennzeichnung und die jeweiligen Einsatzgebiete.

    weiter