Ölpreisbindung

Ölpreisbindung: Ein Relikt aus alter Zeit?

Die Ölpreisbindung galt rund 50 Jahre lang und koppelte Gas- und Ölpreise aneinander. Was in den 1960er Jahren entstand, wurde im März 2010 durch den Bundesgerichtshof - zumindest für die Verträge mit Endverbrauchern - aufgelöst. Hat die Ölpreiskoppelung noch eine Bedeutung für Verbraucher?

EnergiepreiseBei der Ölpreisbindung handelt es sich um ein Abkommen, das Gasfirmen in den 1960er Jahren geschlossen haben.© Kautz15 / Fotolia.com

Über viele Jahre war klar: Steigt der Ölpreis, wird auch der Gaspreis mit einer Zeitverzögerung von drei bis sechs Monaten ansteigen. Das war auf die sogenannte Ölpreisbindung zurückzuführen. Verbraucherschützer und auch das Bundeskartellamt kritisieren die Kopplung der Preise über Jahre.

Ölpreiskoppelung war lediglich ein Abkommen

Die Ölpreisbindung entstand in den 1960er Jahren. Damals haben sich Gasproduzenten und –Versorger weltweit auf ein Abkommen geeinigt, das verhindern sollte, dass sich die Öl- und Gaspreise zu weit auseinander bewegen. Der Hintergrund war, dass viele Ölproduzenten sich entschlossen, auch Gas zu fördern. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch nicht klar, ob sich das Geschäft mit dem Gas auch lohnen würde. Mit der Ölpreiskoppelung wollten die Produzenten verhindern, dass mit dem neuen Geschäft allzu große Verluste einhergehen oder die Firmen zu ihrem eigenen Konkurrenten werden.

Ölpreis folgt in der Regel dem Aufwärtstrend

Die Gaspreise zwischen Gashändlern und –Produzenten orientierten sich damals wie heute am internationalen Rohölpreis. Und der wiederum richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Da Öl zu den begrenzten Rohstoffen zählt, weist der Preis in der Regel eine steigende Tendenz auf. 2015 kam es dazu, dass die Ölpreise stark eingebrochen sind. Der Grund war ein Überangebot auf dem Markt, das gleich aus mehreren Ursachen heraus entstand. So gab es in den Vereinigten Staaten einen Boom der Fracking-Technologie, mit der auch aus tieferen Gesteinsschichten Erdöl und Erdgas gefördert werden konnten. Gleichzeitig senkte die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ihre Fördermenge nicht ab. Hinter dem Preisabfall steckt folglich ein Kampf um Marktanteile.

Keine Ölpreisbindung mehr in Endkunden-Verträgen

Bis 2010 fanden sich aufgrund der Ölpreiskoppelung in vielen Gasverträgen Preisanpassungsklauseln, in denen festgelegt wurde, dass der Gaspreis an zumeist steigende Ölpreise angepasst werden könne. Im März 2010 verabschiedete der Bundesgerichtshof in Karlsruhe ein Urteil zu den Preisanpassungsklauseln bei RheinEnergie und den Stadtwerken Dreieich. Wegen mangelnder Transparenz wurden solche Klauseln untersagt. Das bedeutet zwar, dass es die Ölpreisbindung in den Lieferverträgen zwischen Verbraucher und Gasversorger nicht mehr geben darf; der gerichtliche Beschluss hat aber keine Auswirkung auf die Vereinbarungen zwischen Gasproduzenten- und versorgern.

Günstige Gasanbieter ermitteln

Die Ölpreisbindung verliert allmählich an Bedeutung und ein Anstieg oder Fall der Ölpreise wirkt sich nicht mehr unweigerlich auf die Gastarife mit dem Endverbraucher aus.

Um Kosten zu sparen, sollten Verbraucher sich einen Anbieter suchen, dessen Gaspreis möglichst gering ist. Hilfe für einen solchen Vergleich bietet unser kostenloser Gasvergleich, mit dem Sie anhand Ihrer Postleitzahl und Ihres Gasverbrauches den günstigsten Gasanbieter ermitteln können.

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