Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung: Kunstlicht macht die Nacht zum Tag

Lichtverschmutzung ist der Grund dafür, dass vor allem in den Städten die Nacht nicht mehr richtig dunkel wird. Das hat vielfältige Auswirkungen auf Mensch und Natur. Entsprechend gibt es auch Bemühungen, der Lichtverschmutzung entgegenzuwirken.

Lichtverschmutzung© Christian Schwier / Fotolia.com

Viele Menschen haben noch nie die Milchstraße gesehen. Schuld ist die sogenannte Lichtverschmutzung, die durch künstliches Licht vor allem im Umfeld von Großstädten entsteht. Das künstliche Licht verschmutzt also quasi das natürliche. Man geht davon aus, dass in Europa und den USA rund 99 Prozent der Bevölkerung unter einem lichtverschmutzten Himmel lebt. Die Lichtverschmutzung hat Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen und gilt daher auch als eine Form der Umweltverschmutzung.

Wie und wo entsteht Lichtverschmutzung?

Große Städte hellen den Himmel noch in vielen Kilometern Entfernung auf. Straßenbeleuchtung, angestrahlte Gebäude, Leuchtreklame und Verkehr erzeugen Licht, das in der Atmosphäre sowie an Staub- und Wasserteilchen in der Luft reflektiert und gestreut wird. Auch große Industrieanlagen, Flutlicht und die sogenannten Skybeamer von Diskotheken tragen zur Lichtverschmutzung bei.

Besonders stark verschmutzt ist dagegen das Licht um Dortmund, Düsseldorf und Köln sowie um Frankfurt und Stuttgart. International sind besonders Italien und Südkorea von Lichtverschmutzung betroffen, während in Australien und Kanada die Nächte noch vergleichsweise dunkel sind. Letzteres dokumentiert der 2016 veröffentlichte Atlas der Lichtverschmutzung.

Die International Dark-Sky Association (IDA) zeichnet Regionen und Orte mit dem Titel "Dark Sky Place" aus. In Deutschland gehören zu diesen "Lichtschutzgebieten" die Rhön, das Westhavelland und die Eifel.

Welche Auswirkungen hat Lichtverschmutzung?

Die Folgen von Luftverschmutzung sind vielfältig! Man kann hier Auswirkungen auf den Menschen, auf Tiere und auf Pflanzen unterscheiden.

Auswirkungen auf den Menschen

  • Verschiebung des Tag-Nacht-Rhythmus
  • Störungen im Hormonhaushalt
  • Beeinträchtigung der astronomischen Forschung

Auswirkungen auf Tiere

  • Desorientierung von Zugvögeln, wandernden Fischarten, Schildkröten
  • Störung des Rhythmus nacht- und tagaktiver Tiere
  • Insektensterben an Straßenlaternen

Auswirkungen auf Pflanzen

  • Veränderte Wachstumszyklen
  • Beeinträchtigung der Blüte

Wie wird Lichtverschmutzung gemessen?

Lichtverschmutzung wird beispielsweise anhand der Bortle-Skala gemessen. Diese reicht von 1 bis 9, wobei 9 der Beleuchtung in einer Innenstadt entspricht. Die verwendete Maßeinheit heißt mag (Magnitudo) und steht für die scheinbare Helligkeit, wobei der Himmel als umso dunkler wahrgenommen wird, je größer der mag-Wert ist. Lichtverschmutzung der Klasse 9 entspricht 4,0 mag oder niedriger; Klasse 1 dagegen beginnt bei 7,6 mag und kommt nur fern von menschlichen Ansiedlungen vor. Es gibt neben der Bortle-Skala noch weitere Ansätze, Lichtverschmutzung zu messen, etwa anhand der Beleuchtungsstärke in Lux und der Lichtfarbe.

Es gibt mehrere Initiativen und Aktivisten, die sich dafür einsetzen, dass die Nacht wieder dunkler wird. Dies geschieht vor allem regional, wird aber im internationalen Bereich teilweise auch per Gesetz geregelt. In einigen Ländern müssen Ladenbesitzer nachts die Schaufensterbeleuchtung abschalten oder Kommunen dürfen ein bestimmtes "Kontingent" an Licht nicht überschreiten.

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