Liberalisierung der Energiemärkte

Die Liberalisierung der Energiemärkte und die Folgen

Vor der Jahrtausendwende lag die Energieversorgung in Deutschland in staatlicher Hand. 1998 beschloss man jedoch die Liberalisierung des deutschen Energiemarktes. Was hatte mit diesem Vorhaben auf sich und was hat sich seitdem verändert?

Stromnetz© mik ivan / Fotolia.com

Bis 1998 lagen die Energiemärkte, also sowohl der Strommarkt als auch der Gasmarkt, in staatlicher Hand. Die Versorgung mit Energie sah man als zu wichtig an, um sie der freien Marktwirtschaft zu überlassen. Da jedoch die Liberalisierung des Telefonmarktes ein voller Erfolg gewesen war, beschloss man einen ähnlichen Kurs für den Strom- und Gasmarkt.

Wieso öffnete man die Energiemärkte?

Als man kurz vor der Jahrtausendwende den Energiemarkt öffnete, erhoffte man sich, dass zahlreiche neue Stromanbieter aufkommen würden und so eine Monopolstellung der Energieriesen vermeiden würden. Gleichzeitig sollte damit der Wettbewerb um Stromkunden angekurbelt werden, was gegebenenfalls eine Preissenkung zur Folge haben könnte. So wollte man die steigenden Stromkosten unterbinden und eine Wahlfreiheit gewährleisten.

Die Zahl der Energieversorger wächst

Auf die guten Erfahrungen des Telekommunikationssektors folgend, strömten nach der Öffnung zahlreiche Energiepioniere auf den Markt. Das vorrangige Ziel, die fallenden Strompreise, schien erreicht. Von diesen Pionieren sind heute jedoch nur noch wenige auf dem Markt: Sie wurden verkauft, meldeten Insolvenz an oder verschwanden einfach wieder. Geschuldet war dies den ungleichen Verhältnissen beim Zugang zum Stromnetz. Um auch kleineren Energieanbietern den einfachen Zugang zum Stromnetz zu ermöglichen, fehlte eine regulierende Behörde. Die Liberalisierung der Energiemärkte schien zu scheitern.

Regulierungsbehörde soll über Liberalisierung wachen

2005 beschloss man schließlich die Einführung einer Regulierungsbehörde, der Bundesnetzagentur. In der kommenden Zeit führte man Netzentgelte ein, die für jeden Energielieferanten gleich sein sollten. Nun war es auch kleineren Stromlieferanten möglich, Fuß zu fassen. Problematisch sollte es noch für einige Jahre bleiben, dass die Kunden offensichtlich lieber bei einem großen Energielieferanten verweilten, anstatt zu einem kleineren, möglicherweise günstigeren Energieversorger zu wechseln.

Ein weiterer Versuch, sowohl kleine als auch große Spieler am Markt gleichberechtigt unterzubringen, ist das Unbundling. Hierbei werden Produktion und Vertrieb voneinander getrennt. So möchte man vermeiden, dass größere Stromkonzerne einen Vorteil durch effektivere Verwaltung erhalten können.

Was hat die Liberalisierung der Energiemärkte bewirkt?

Ganz wichtig für den Verbraucher ist es, dass er heute seinen Energieversorger frei wählen kann. So kann man sich den günstigsten Anbieter in der Umgebung heraussuchen. Ganz einfach geht dies über unseren Strom-Vergleich und den Gas-Vergleich. Die Energieversorgung geht beim Wechsel nahtlos ineinander über. Sollte der gewählte Anbieter aus irgendeinem Grund mal nicht mehr fähig sein, Energie zu liefern, übernimmt einfach wieder der Grundversorger.

Verwandte Themen
  • Strom sparen

    Gütesiegel Elektrogeräte

    Gütesiegel für Elektrogeräte in der Übersicht

    Beim Kauf von Elektrogeräten achten immer mehr nicht nur auf die Qualität und den Leistungsumfang des Produktes, sondern auch auf dessen Stromverbrauch. Anhand unterschiedlicher Gütesiegel lässt sich erkennen, wie energieeffizient die Geräte arbeiten.

  • Energiewende

    Power-to-Gas

    Überflüssige grüne Energie mit Power-to-Gas speichern

    Aus überflüssigem grünen Strom Gas herstellen und so Leistungsspitzen ausgleichen und Energie für später verfügbar machen: Das ist die Grundidee von Power-to-Gas, kurz P2G. Doch wie funktioniert das Verfahren dahinter, was wird benötigt und was wird dabei hergestellt? Lesen Sie hier mehr!

  • Biogas

    Biogas-Zertifikate

    Biogas erkennen: Nur wenige Zertifikate verfügbar

    Biogas und Ökogas: Beides klingt gut, muss aber nicht unbedingt das Gleiche sein. Wir geben einen Überblick zu den Begrifflichkeiten und stellen ein Zertifikat vor, das Biogas auszeichnet und so mehr Transparenz für den Verbraucher schafft.

Ratgeber zum Thema
  • Solaranlage Hausdach

    Mieterstrom: Experten stehen Frage und Antwort

    Mieterstrom-Projekte werden nach dem EEG 2017 vom Staat gefördert. Für wen ergeben sich dadurch Vorteile und wer kann Mieterstrom beziehen? Im Interview gibt Energiedienstleister Polarstern Infos rund um das Thema und beantwortet zentrale Fragen.

    weiter
  • Stromverbrauch Geschäft

    Energie sparen in der Metzgerei einfach gemacht

    Die Energiepreise sind in den letzten Jahren stetig am steigen – gerade energiehungrige Einrichtungen wie Metzgereien merken das deutlich. Wir kennen simple und kostenlose Kniffe, wie sich in der Metzgerei Energie sparen lässt und nennen lohnenswerte Investitionen.

    weiter
  • Photovoltaik

    Solaranlage prüfen: Arbeitet meine Anlage mit voller Leistung?

    Wenn die Solaranlage nicht mehr mit voller Leistung arbeitet, verringert sich die Energieausbeute und das kann zusätzliche Kosten bedeuten. Woran kann es liegen, dass der Ertrag der Solaranlage sinkt?

    weiter