Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen

Bei der Kraft-Wärme-Kopplung wird der Vorteil genutzt, dass bei der Stromerzeugung durch Verbrennung Wärme entsteht. Für das Verfahren, das die Energiewende vorantreiben soll, gibt es unterschiedliche Fördermöglichkeiten.

Stromkosten© Nik / Fotolia.com

Mit Kraft-Wärme-Kopplung bezeichnet man die Nutzung von Brennstoffen zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme. Bei der Stromerzeugung durch Verbrennung wird Wärme frei, die auch energetisch (also zum Heizen) genutzt werden kann. Hat man früher Strom und Wärme getrennt erzeugt, wird heute in Kraftwerken durch Kraft-Wärme-Kopplung (kurz: KWK) beides gleichzeitig gewonnen.

Das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung

Kraft-Wärme-Kopplung kann fast überall zum Einsatz kommen, wo Wärme erzeugt werden soll. Der Vorteil der Kraft-Wärme-Kopplung ist ihre Effizienz und der geringe Energieverlust. Mechanische Energie wird in Strom umgewandelt, die dabei entstehende Wärme kann für Heizzwecke genutzt werden. Anlagen, die mit dem Prinzip arbeiten, können mit allen Arten von Brennstoffen betrieben werden, also mit regenerativen und auch mit fossilen Brennstoffen. Je nach eingesetztem Rohstoff arbeiten die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen vorwiegend mit Gas- oder Dampfturbinen, Verbrennungsmotoren oder Brennstoffzellen.

Ist Kraft-Wärme-Kopplung gut für die Umwelt?

Bei der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme gehen große Teile der Energie verloren. Durch die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung wird dies vermieden und somit Energie und CO2 eingespart. Die Verbrennung fossiler Rohstoffe, die noch hauptsächlich genutzt werden, ist dennoch klimaschädlich und die Ressourcen sind nicht unerschöpflich. Aber auch erneuerbare Brennstoffe werden in Kraft-Wärme-Kopplung genutzt. Für eine effiziente und klimaschonende Nutzung von Energie sind natürlich auch andere Faktoren wichtig, wie die Modernisierung von Gebäuden und die Umstellung auf regenerative Energien.

Kraft-Wärme-Kopplung im großen und kleinen Stil

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Kraft-Wärme-Kopplung zwischen industriellen Anlagen sowie privaten Anlagen, sogenannten Mini-Blockheizkraftwerken. Industrielle Anlagen – auch Heizkraftwerke genannt – erzeugen Strom und liefern auch Fernwärme. Einige Industrieunternehmen betreiben auch selbst solche Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung, um Ihren eigenen Bedarf an Strom und Wärme zu decken. Kraft-Wärme-Kopplung ist auch das Prinzip sogenannter Mini-Blockheizkraftwerke, die auch privat zum Heizen genutzt werden können. Diese sind speziell bei Mehrfamilienhäusern oder andere größeren Gebäuden (öffentliche Gebäude, Schulen, Krankenhäuser etc.) lohnenswert.

Kraft-Wärme-Kopplung © Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V.

Sind Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung wirtschaftlich?

Der Staat zahlt einen Bonus für den Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, der ins Netz eingespeist wird. Ins Leben gerufen wurden Fördermöglichkeiten 2002 durch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG), das beispielsweise 2008, 2012 und 2015 novelliert worden ist. Seitdem gab es unterschiedliche Formen der Förderung, auch aktuell sind unterschiedliche Fördermöglichkeiten gegeben. Einsparungen der Strom- und Heizkosten und Erlöse durch den Stromverkauf sind gegen die Kosten für Anschaffung, Brennstoffe und Instandhaltung aufzurechnen. Ob und ab welcher Leistung sich die Kraft-Wärme-Kopplung im privaten Bereich lohnt, ist im Einzelfall zu prüfen.

Blauer Strom Zertifikat© Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V.

Blauer Strom: Das KWK-Zertifikat

Im Gegensatz zu Strom aus erneuerbaren Quellen gab es lange kein Zertifikat ausdrücklich für KWK-Strom. Das hat der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung gemeinsam mit der BAC KWK Expert GmbH geändert; letztere vergibt das Zertifikat für "Blauen Strom". Dieser soll Stromkunden helfen, Strom aus KWK zu erkennen. Das für zwei Jahre gültige Siegel wird an KWK-Anlagen verliehen, die der EU-Effizienzrichtlinie entsprechen und darüber hinaus keinen Kohle- oder Atomstrom einsetzen. Alternativ können auch Stromproduzenten, Händler und Versorger das Siegel für Stromvertrieb erwerben. Es ist auch ein Zertifikatehandel vorgesehen. Das heißt, ein Unternehmen muss nicht selbst KWK-Strom liefern; es genügt, wenn eine entsprechende Menge an Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt wurde.

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