Kohlekraftwerk

Kohlekraftwerk: Energiegarant oder Klimasünder?

Kohle ist ein ist ein wichtiger Energieträger in Deutschland. 2014 betrug der Anteil an Kohle bei der Stromerzeugung in Deutschland rund 43 Prozent. Braunkohle lag dabei mit 25,4 Prozent noch vor der Steinkohle (17,8 Prozent). Trotzdem gilt die Kohleverstromung als höchst umstritten – und das gleich aus mehreren Gründen.

Braunkohletagebau© DianaH / Fotolia.com

Um Braun- oder Steinkohle zu gewinnen, muss oft tief in die Erde eingedrungen werden. Braunkohle wird hauptsächlich im Westen Nordrhein-Westfalens, in der Region rund um die Lausitz, im Rheinischen Braunkohlerevier in der Kölner Bucht und im Mitteldeutschen Braunkohlerevier abgebaut. Auch für die Steinkohle ist das Ruhrgebiet sowie Ibbenbüren von zentraler Bedeutung. Sowohl Stein- als auch Braunkohle können im Tage- als auch im Tiefbau gewonnen werden.

Viele Bergwerke in Deutschland wurden bereits stillgelegt. Trotzdem gehörte Deutschland 2013 mit einem Anteil von 1,2 Prozent an der weltweiten Kohleproduktion zu den Top 15 unter den Kohleförderländern.

Stein- und Braunkohlekraftwerk: Das gleiche Prinzip

Kohlekraftwerke sind eine besondere Art von Dampfkraftwerk. In Steinkohle- oder Braunkohlekraftwerken wird Kohle verbrannt, die dadurch entstehende Wärme lässt Wasser verdampfen, wodurch eine Turbine angetrieben wird. Bei der Verfeuerung im Braunkohlekraftwerk entstehen große Mengen an Kohlendioxid und Wasserstoff. Beide sind nachweislich schädlich für das Klima und sind Mitverursacher der globalen Erwärmung.

Dasselbe gilt für das Steinkohlekraftwerk. Auch sie produzieren einen erheblichen Anteil an Kohlendioxid und Schwefeloxid. Schon seit vielen Jahren rechnet sich die Kohleförderung nicht mehr, da sie unter schwierigen Bedingungen und aus großen Tiefen heraufbefördert werden muss. Lange wurden Steinkohlekraftwerke in Deutschland subventioniert, um die Versorgung zu sichern und um die daran geknüpften zahlreichen Arbeitsplätze zu sichern. Bis 2018 will sich Deutschland von der Steinkohle-Förderung verabschieden.

Kritik an CO2-Außstoß und Flächenverbrauch

Wie alle fossilen Brennstoffe ist auch der Kohlestrom umstritten. Hinsichtlich der Folgen für die Umwelt und das Klima sind vor allem die Braunkraftwerke in die Kritik geraten. Während sie für die einen ein Energiegarant sind, sind sie für die anderen die reinste Klimasünde. Bei der Verbrennung von Braukohle werden riesige Mengen an CO2 freigesetzt. Auch nach verschiedenen Möglichkeiten zur Filterung oder Wäsche der Abgase stoßen die Kraftwerke zusätzlich gesundheitsschädliche Feinstäube und Stickstoffe aus. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und dem Ziel der Bundesregierung, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu senken, kam auch die Debatte über die Schließung der Kraftwerke auf. 2014 spitzte sich die Diskussion weiter zu, auch weil in Deutschland so viel Strom aus Braunkohle gewonnen wurde, wie seit 1990 nicht mehr.

Eine Strategie zur Reduzierung des CO2 war die Einführung von sogenannten Emissionsrechten, bei denen Unternehmen für die Verschmutzung bezahlen musste.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft besonders den Standort Lausitz. Dort wurden zum Teil ganze Dörfer umgesiedelt, um an den kostbaren Rohstoff aus dem Erdreich heranzukommen. Einige Gemeinden befinden sich Jahrzehnte lang im Kampf um ihren Erhalt.

Verwandte Themen
  • Energiewende

    Power-to-Gas

    Überflüssige grüne Energie mit Power-to-Gas speichern

    Aus überflüssigem grünen Strom Gas herstellen und so Leistungsspitzen ausgleichen und Energie für später verfügbar machen: Das ist die Grundidee von Power-to-Gas, kurz P2G. Doch wie funktioniert das Verfahren dahinter, was wird benötigt und was wird dabei hergestellt? Lesen Sie hier mehr!

  • Ökostrom

    Mieterstrom

    Mieterstrom: Ökoenergie vom Dach des Vermieters

    Dank Mieterstrom können auch Bewohner von Mietwohnungen und –häusern von örtlich erzeugtem Ökostrom profitieren. Solche Modelle werden von der Bundesregierung unterstützt. Was sind die Vor- und Nachteile?

  • Stromkabel

    Strom

    Strom - Was ist das eigentlich?

    So gut wie nichts in unseren Haushalten funktioniert heute noch ohne Strom, angefangen bei den Lampen, die unsere Wohnungen am Abend mit Licht versorgen über den Fernseher, die Mikrowelle oder die Spülmaschine. Jeder hat auch die Begriffe Wechselstrom und Gleichstrom schon einmal gehört: Doch was genau ist das eigentlich?

Ratgeber zum Thema
  • AVM Fritz!DECT 210

    Mit Funksteckdosen den Stromverbrauch im Griff

    Funksteckdosen erleichtern das Ein- und Ausschalten des Stromflusses über eine Fernbedienung oder das Smartphone. Damit helfen sie ganz nebenbei, Strom zu sparen. Welche Techniken gibt es, wie funktionieren sie und wo kann man sie einsetzen?

    weiter
  • Strom sparen

    Hausbau: Steckdosen sorgfältig planen

    Steckdosen werden bei der Hausplanung häufiger vernachlässigt. Sind später allerdings zu wenige Steckdosen vorhanden oder sind sie ungünstig verteilt, kann das den Alltag erschweren.

    weiter
  • Glühbirne

    Stromanbieterwechsel ohne Fallen: 5 typische Hürden

    Immer wieder einmal hört man von Fallen beim Wechsel zu einem neuen Stromanbieter. Vor einmaligen Boni, plötzlichen Preiserhöhungen und ähnlichem wird in diesem Zusammenhang gewarnt. Was ist dran an der Kritik und wie kann man sich als Verbraucher schützen?

    weiter