Kilowatt Peak

Was für einen Wert bezeichnet die Einheit Kilowatt-Peak?

Im Englischen bedeutet „Peak“ Spitze. Die elektrische Spitzenleistung von Photovoltaikmodulen wird in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. Aber was bedeutet das zum Beispiel für Käufer von Solaranlagen?

Photovoltaik Vergleich© Sébastien SALORT / Fotolai.com

Mithilfe von Solarzellen wandeln Photovoltaikanlagen Sonnenlicht in elektrischen Strom um. Mehrere Solarzellen werden zu Solarmodulen bzw. Photovoltaikmodulen verschaltet. Fallen Sonnenstrahlen mit einer Strahlungsintensität von 1.000 Watt pro Quadratmeter absolut senkrecht auf ein Solarmodul und die Temperatur der Solarzellen beträgt 25 Grad Celsius, erreicht das Modul eine Nennleistung von einem Kilowatt-Peak (kWP). Vorausgesetzt, der Weg des Lichts durch die Atmosphäre hatte die vorgeschriebene Länge und das Sonnenlicht entspricht einer genau festgelegten spektralen Zusammensetzung.

Bei der Maßeinheit kWp handelt es sich also um eine standardisierte Messgröße, die nur unter Modellbedingungen erreicht wird. Sie dient dazu, die Leistung von Photovoltaikanlagen zu kennzeichnen. Gleichzeitig wird damit der Leistungsvergleich zwischen verschiedenen Anlagen vereinfacht.

Was bedeutet das für Käufer von Solaranlagen?

Die dem Wert Kilowatt-Peak zugrunde liegende Strahlungsintensität kann in unseren Breiten (z.B. in Berlin) an einem sonnigen Tag durchaus erreicht werden. Aufgrund ihrer dunklen Farbe erwärmen sich die Solarzellen jedoch bei direkter Sonneneinstrahlung, teils auf Temperaturen von 50 Grad Celsius und mehr. Bei steigender Temperatur verringert sich jedoch der Wirkungsgrad eines Photovoltaik-Moduls.

Die angegebene Spitzenleistung kann ein Modul daher nur unter besonderen Bedingungen tatsächlich erreichen. Möglich wäre das an einem sehr kalten, klaren und sonnenscheinreichen Wintertag. Die Tatsache, dass die in kWp angegebene Spitzenleistung nur in Ausnahmefällen erzielt wird, muss bei der Dimensionierung einer Photovoltaikanlage berücksichtigt werden.

Wofür lässt sich die Angabe der Leistung in Kilowatt-Peak (kWp) nutzen?

Planer und Monteure müssen wissen, wie hoch die Spitzenleistung einer Photovoltaikanlage ist, damit sie den Wechselrichter und den Querschnitt der Kabel entsprechend dimensionieren. Verbraucher müssen wissen: Die Angabe der Leistung einer Photovoltaikanlage in Kilowatt-Peak (kWp) beschreibt wie bereits beschrieben nur eine Spitzenleistung unter genormten Testbedingungen. Für die Entscheidung über die Größe einer geplanten Solaranlage kann der Wert dennoch nützlich sein. Dafür lassen sich verschiedene Erfahrungswerte nutzen.

So ist eine Modulfläche zwischen sechs und acht Quadratmetern (je nach Art der verwendeten Solarzellen) erforderlich, um ein Kilowatt-Peak Spitzenleistung zu erzeugen. Hinzu kommen Erfahrungswerte, wie viel Strom Photovoltaikanlagen einer bestimmten Größe in verschiedenen Regionen durchschnittlich erzeugen.

In Mitteleuropa können mit einer PV-Anlage von 1 kWp Leistung zwischen 700 und 900 Kilowattstunden (KWh) elektrischer Strom erzeugt werden. Genauer lässt sich der zu erwartende Ertrag bestimmen, wenn die durchschnittliche Sonnenscheindauer am Standort der Anlage, deren Ausrichtung (nach Himmelsrichtung) sowie der Neigungswinkel der Module in die Rechnung einfließen.

Es gibt statistische Erhebungen zum durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch. So verbraucht Vierpersonenhaushalt in Deutschland derzeit rund 5.000 Kilowattstunden (KWh) im Jahr. Entsprechend der Haushaltsgröße kann so recht genau bestimmt werden, wie eine Photovoltaikanlage dimensioniert sein müsste, die den Eigenbedarf deckt.

Verwandte Themen
  • Glühbirne

    Ersatzversorgung

    Was ist eine Ersatzversorgung?

    Die Ersatzversorgung dient als Notfallabsicherung und wird vom Grundversorger übernommen. Wie kann es überhaupt dazu kommen, dass so eine Ersatzmaßnahme notwendig wird? Wie sollten sich betroffene Stromkunden verhalten?

  • E-Tretroller

    E-Scooter

    E-Scooter - die neue Verkehrsrevolution?

    Ein E-Scooter fährt mit Strom - so viel wissen die Allermeisten. Aber welche Merkmale machen einen Tretroller noch zum Scooter? Was sind die Vorteile und was müssen Nutzer beim Fahren beachten?

  • Ökostrom

    Mieterstrom

    Mieterstrom: Ökoenergie vom Dach des Vermieters

    Dank Mieterstrom können auch Bewohner von Mietwohnungen und –häusern von örtlich erzeugtem Ökostrom profitieren. Solche Modelle werden von der Bundesregierung unterstützt. Was sind die Vor- und Nachteile?

Ratgeber zum Thema
  • Elektroauto

    Elektroautos als Gebrauchtwagen – Eine Marktübersicht

    Jährlich kommen in Deutschland immer mehr Elektroautos auf den Markt. Sie geben nicht nur die Antwort auf die Feinstaubbelastung, sondern garantieren eine leise Fahrt und günstige Unterhaltskosten. Die Auswahl reicht von rein batteriebetriebenen Modellen über Plug-in-Hybride bis hin zu Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb.

    weiter
  • Geld

    Stromvertrag für Studenten – so geht nichts schief

    Als Student zieht man oft erstmalig in eine eigene Wohnung oder WG und muss sich auch um einen eigenen Stromtarif kümmern. Was es als Student zu beachten gibt und welche speziellen Probleme man vielleicht antrifft, erklären wir hier!

    weiter
  • Windenergie

    Strom selbst erzeugen – welche Möglichkeiten gibt es?

    Strom selbst erzeugen wollen viele Menschen nicht nur, um Geld zu sparen. Oft sind auch Umweltaspekte und die Unabhängigkeit von den Stromanbietern zentral bei der Entscheidung. Welche Möglichkeiten gibt es?

    weiter