INES-Skala

Bedeutung der INES-Skala

Mit der INES-Skala soll die Öffentlichkeit im Falle eines nuklearen, meldepflichtigen Ereignisses in vereinfachter Form über den Vorfall aufgeklärt werden. Die Skala hat die Form einer Pyramide und verfügt über sieben Stufen.

Atomkraft EU© typomaniac / Fotolia.com

Kommt es beim Umgang mit radioaktiven Stoffen zu einem Zwischenfall, muss die Öffentlichkeit möglichst zeitnah darüber informiert werden. Da Kernkraftwerke jedoch äußerst komplex aufgebaut sind, ist es schwierig, sich allein anhand einer detaillierten Vorgangsbeschreibung ein fundiertes Urteil über das Sicherheitsrisiko zu bilden. Aus diesem Grund wurde die International Nuclear Event Scale (INES-Skala) entwickelt, die international vergleichbare Maßstäbe schafft, anhand derer radioaktive Vorfälle bewertet werden können. Aktuell wird die INES-Skala von rund 60 Staaten genutzt.

Die Kategorien der INES-Skala

Vorfälle, bei denen Radioaktivität im Spiel ist, werden gemäß der INES-Skala bewertet, die in sieben Stufen unterteilt ist. Die Stufen eins bis drei - Störung, Störfall, ernster Störfall - werden als Störfälle bezeichnet, während die Stufen vier bis sieben - Unfall, ernster Unfall, schwerer Unfall, katastrophaler Unfall - unter dem Stichwort Unfälle zusammengefasst werden. Mittlerweile ist man dazu übergegangen, auch Vorkommnissen ohne beziehungsweise mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung die Stufe null zuzuordnen.

INES-Skala Die Stufen der INES-Skala© Strom-Magazin.de

Der Übersichtlichkeit halber wird die INES-Skala in Form einer Pyramide dargestellt. Dadurch ist es möglich, sich in kürzester Zeit über die sicherheitstechnische Bedeutung eines Vorfalls zu informieren.

Meldewege im Ernstfall

In Deutschland sind die Bundesländer dafür verantwortlich, die Sicherheit der Kernkraftwerke zu gewährleisten. Wobei das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit dafür sorgt, dass die sicherheitstechnischen Standards der Länder einheitlich sind.

Tritt ein meldepflichtiges Ereignis ein, benachrichtigt der Kraftwerkbetreiber zuerst das betroffene Bundesland, welches die Informationen an das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) weiterleitet. Darüber hinaus muss das Land die Meldung des Kraftwerkbetreibers kategorisieren und im Bedarfsfall entsprechende Maßnahmen einleiten.

Von international meldepflichtigen Ereignissen wird das Bundesumweltministerium (BMU) von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Kenntnis gesetzt. In einem solchen Fall übernimmt das BMU die Bewertung der Ereignisse, wobei es sich unter anderem von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) beraten lässt.

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