Bedeutung der INES-Skala

Mit der INES-Skala soll die Öffentlichkeit im Falle eines nuklearen, meldepflichtigen Ereignisses in vereinfachter Form über den Vorfall aufgeklärt werden. Die Skala hat die Form einer Pyramide und verfügt über sieben Stufen.

Kommt es beim Umgang mit radioaktiven Stoffen zu einem Zwischenfall, muss die Öffentlichkeit möglichst zeitnah darüber informiert werden. Da Kernkraftwerke jedoch äußerst komplex aufgebaut sind, ist es schwierig, sich allein anhand einer detaillierten Vorgangsbeschreibung ein fundiertes Urteil über das Sicherheitsrisiko zu bilden. Aus diesem Grund wurde die International Nuclear Event Scale (INES-Skala) entwickelt, die international vergleichbare Maßstäbe schafft, anhand derer radioaktive Vorfälle bewertet werden können. Aktuell wird die INES-Skala von rund 60 Staaten genutzt.

Die Kategorien der INES-Skala

Vorfälle, bei denen Radioaktivität im Spiel ist, werden gemäß der INES-Skala bewertet, die in sieben Stufen unterteilt ist. Die Stufen eins bis drei - Störung, Störfall, ernster Störfall - werden als Störfälle bezeichnet, während die Stufen vier bis sieben - Unfall, ernster Unfall, schwerer Unfall, katastrophaler Unfall - unter dem Stichwort Unfälle zusammengefasst werden. Mittlerweile ist man dazu übergegangen, auch Vorkommnissen ohne beziehungsweise mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung die Stufe null zuzuordnen.

INES-Skala Die Stufen der INES-Skala© Strom-Magazin.de

Der Übersichtlichkeit halber wird die INES-Skala in Form einer Pyramide dargestellt. Dadurch ist es möglich, sich in kürzester Zeit über die sicherheitstechnische Bedeutung eines Vorfalls zu informieren.

Meldewege im Ernstfall

In Deutschland sind die Bundesländer dafür verantwortlich, die Sicherheit der Kernkraftwerke zu gewährleisten. Wobei das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit dafür sorgt, dass die sicherheitstechnischen Standards der Länder einheitlich sind.

Tritt ein meldepflichtiges Ereignis ein, benachrichtigt der Kraftwerkbetreiber zuerst das betroffene Bundesland, welches die Informationen an das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) weiterleitet. Darüber hinaus muss das Land die Meldung des Kraftwerkbetreibers kategorisieren und im Bedarfsfall entsprechende Maßnahmen einleiten.

Von international meldepflichtigen Ereignissen wird das Bundesumweltministerium (BMU) von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Kenntnis gesetzt. In einem solchen Fall übernimmt das BMU die Bewertung der Ereignisse, wobei es sich unter anderem von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) beraten lässt.

Verwandte Themen
  • Blauer Strom Zertifikat KWK

    Blauer Strom

    Blauer Strom zertifiziert KWK-Anlagen

    "Blauer Strom" heißt nicht nur eine Gaspipeline, sondern auch ein Zertifikat des Bundesverbandes für Kraft-Wärme-Kopplung, welches für mehr Transparenz am Strommarkt sorgen soll. Wer das Siegel unter welchen Bedingungen erhält und was Sie als Kunde davon haben, erklären wir hier!

  • Photovoltaik

    Strom-Cloud

    Die Strom-Cloud: Idee, Vorteile und Probleme

    Praktisch alle Besitzer von Photovoltaik-Anlagen stehen vor dem gleichen Problem: Im Sommer produziert man mehr Strom, als man speichern kann, und im Winter geht einem die Energie aus. Das neue Modell einer Strom-Cloud soll da Abhilfe schaffen. Wie geht das und für wen lohnt es sich?

  • Ökostrom

    Mieterstrom

    Mieterstrom: Ökoenergie vom Dach des Vermieters

    Dank Mieterstrom können auch Bewohner von Mietwohnungen und –häusern von örtlich erzeugtem Ökostrom profitieren. Solche Modelle werden von der Bundesregierung unterstützt. Was sind die Vor- und Nachteile?

Ratgeber zum Thema
  • AVM Fritz!DECT 210

    Mit Funksteckdosen den Stromverbrauch im Griff

    Funksteckdosen erleichtern das Ein- und Ausschalten des Stromflusses über eine Fernbedienung oder das Smartphone. Damit helfen sie ganz nebenbei, Strom zu sparen. Welche Techniken gibt es, wie funktionieren sie und wo kann man sie einsetzen?

    weiter
  • Solaranlage Hausdach

    Mieterstrom: Experten stehen Frage und Antwort

    Mieterstrom-Projekte werden nach dem EEG 2017 vom Staat gefördert. Für wen ergeben sich dadurch Vorteile und wer kann Mieterstrom beziehen? Im Interview gibt Energiedienstleister Polarstern Infos rund um das Thema und beantwortet zentrale Fragen.

    weiter
  • Solarthermie

    Solarthermie kombinieren und Heizkosten sparen

    Mit Solarthemie kostenlose Wärme durch die Sonne nutzen - eine tolle Idee, nur scheint im Winter, wenn wir besonders viel Wärme benötigen, bekanntlich nicht so häufig die Sonne. Daher ist es meist nötig, die Anlage mit einer zweiten Energiequelle zu kombinieren. Lesen sie mehr über die verschiedenen Möglichkeiten!

    weiter