hydraulischer Abgleich

Hydraulischer Abgleich – eine lohnende Investition

Ein hydraulischer Abgleich wird durchgeführt, um die Leistung von Heizungsanlagen zu optimieren. Energieökonomisch perfekt arbeitet ein Heizsystem, wenn sich die Wärme innerhalb eines Gebäudes möglichst gleichmäßig verteilt. Wann macht die Maßnahme Sinn?

Heizen im Herbst© NinaMalyna / Fotolia.com

Ein hydraulischer Abgleich wird von einem Fachmann durchgeführt und sorgt dafür, dass jeder einzelne Heizkörper zu jedem Zeitpunkt mit der korrekten Menge an Heizwasser mit der richtigen Vorlauftemperatur versorgt wird. Damit verbessert sich nicht nur das Wohnklima, sondern auch die Heizkosten sinken.

Wann sollte hydraulischer Abgleich durchgeführt werden?

In Häusern mit älteren Heizanlagen sind die Heizkosten oft sehr hoch. Für Eigentümer kann das ein Grund sein, einen hydraulischen Abgleich in Auftrag zu geben. Dass etwas mit der Heizung nicht stimmt, macht sich mitunter über merkwürdige Geräusche, die von Heizkörpern verursacht werden, bemerkbar. Eine der häufigsten Ursachen dafür: Bei vielen Heizungen befindet sich einfach Luft im System. Dieses Problem kann häufig selbst gelöst werden, indem mit einem Vierkantschlüssel das Ventil geöffnet wird, so dass allmählich die Luft entweichen kann.

Andere Heizanlagen aber sind so ausgelegt, dass nur dann alle Räume warm werden, wenn die Heizung mit sehr hohen Vorlauftemperaturen betrieben wird. Oft wird zusätzlich das Wasser mit überdimensionierten Pumpen durch das Heizsystem bewegt. Das führt in vielen Fällen zu störenden Fließgeräuschen und erhöht den Energieverbrauch. In diesem Fall ist ein hydraulischer Abgleich empfehlenswert.

Wie funktioniert der hydraulischer Abgleich?

Für einen hydraulischen Abgleich wird zuerst die Heizlast für jeden einzelnen Raum errechnet. Daraus ergibt sich die für den jeweiligen Raum erforderliche Menge an Heizwasser. Diese vom Fachhandwerker berechneten Werte werden dann in das Thermostatventil jedes zur Heizanlage gehörenden Heizkörpers eingegeben. Bedingung für einen exakten hydraulischen Abgleich sind deshalb Thermostatventile, an denen diese Kenngrößen vorher eingestellt werden können. Ist die Heizanlage bisher nicht mit solchen Ventilen ausgestattet, müssen diese im Zuge des hydraulischen Abgleichs installiert werden, um diesen erfolgreich durchführen zu können.

Hydraulischer Abgleich

Vorteile eines hydraulischen Abgleichs

Der Energieverbrauch einer exakt abgeglichenen Heizungsanlage ist deutlich geringer. Verglichen mit den Heizkosten vor einem hydraulischen Abgleich ergeben sich Einsparungen von bis zu zehn Prozent. Wer bisher 2.000 Euro jährlich fürs Heizen ausgeben musste, kann folglich bis zu 200 Euro pro Jahr sparen. Ganz nebenbei ist jede Energieeinsparung ein Beitrag zum Klimaschutz. Nicht zu vergessen: Gleichmäßig beheizte Räume und Heizungsanlagen ohne störende Geräusche sorgen für mehr Komfort. Einerseits erfordert ein hydraulischer Abgleich zwar fast immer zusätzliche Investitionen. Andererseits zahlen sich diese Ausgaben auf lange Sicht garantiert aus.

Staatliche Förderung für Heizungsoptimierung

Seit 2016 fördert das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) den hydraulischen Abgleich vorhandener Heizanlagen. Einzelheiten sind in der Richtlinie über die Förderung der Heizungsoptimierung durch hocheffiziente Pumpen und hydraulischen Abgleich geregelt. Teilweise wird die Bewilligung von Fördermitteln für andere Modernisierungsvorhaben (z.B. Maßnahmen zur Wärmedämmung) daran geknüpft, dass ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird.

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