Grüner-Strom-Label als eines der wichtigsten Ökozertifikate

Stromtarife mit dem "Grüner Strom"-Label müssen strenge Kriterien einhalten und einen besonders hohen Nutzen für die Umwelt aufweisen. Empfohlen von mehreren Umweltverbänden darf der mit dem Label zertifizierte Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen stammen.

Das "Grüner Strom"-Label ist eine Kennzeichnung für Stromtarife, die als ökologisch gelten, beziehungsweise zur Energiewende hin zu regenerativen Energien beitragen. Das Label wird verliehen von dem Grüner Strom Label e.V., der seinen Sitz in Bonn hat. Es wird von verschiedenen Trägern unterstützt, die die Nutzung der regenerativen Energien vorantreiben wollen, wie zum Beispiel dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) oder auch der Verbraucher Initiative. Das "Grüner Strom"-Label ist eines der strengsten Kennzeichnungen für so genannte Ökotarife. Wer einen Stromtarif wählt, der mit dem Label ausgezeichnet wurde, unterstützt aktiv den Ausbau der regenerativen Energien und deren wirtschaftliche Nutzung.

Anforderungen an die teilnehmenden Unternehmen

Grüner Strom Label

Um das "Grüner Strom"-Label erhalten zu können, müssen Unternehmen verschiedene Auflagen erfüllen. Zertifiziert wird dabei nur ein Stromprodukt, nicht der Anbieter an sich. Dennoch müssen die Unternehmen, besonders seit 2016, bestimmte Kriterien erfüllen. Im Geschäft mit Privatkunden wird für jede verkaufte Kilowattstunde Strom mindestens 0,5 Cent des Gewinns abgezogen und in den Bau neuer regenerativer Kraftwerke investiert. Zum 1. Januar 2017 wurde zusätzlich eine neue Förderkomponente für Großkunden eingeführt (0,1 Cent je Kilowattstunde). Der Strom muss komplett aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Unter erneuerbaren Energien werden Wind- und Wasserkraft, Solarenergie und Biomasse sowie Klärgas zusammengefasst, doch hier gibt es weitere Einschränkungen, um die Nachhaltigkeit der Energienutzung sicherzustellen. Es reicht im Übrigen nicht aus, einen Stromtarif mit hohem Umweltnutzen anzubieten, während die anderen Stromprodukte aus der nuklearen oder fossilen Energiegewinnung stammen. Betreiber von Atomkraftwerken kommen für das "Grüner Strom"-Label beispielsweise nicht in Frage.

Einnahmen fließen in den Ausbau erneuerbarer Energien

Stromversorger, die das "Grüner Strom"-Label erhalten haben, sind verpflichtet, mit einem Teil ihrer Einnahmen den Ausbau regenerativer Energien voranzutreiben oder die Forschung (beispielsweise an Speicherformen) dieser Energien zu fördern. Mithilfe der durch die Zertifizierungen bereit gestellten Gelder konnten bereits über 1.000 Projekte unterstützt werden. Auch Wasserkraftwerke und Biomasseanlagen wurden erstellt. Die Anlagen stehen größtenteils in Deutschland, doch auch in Schwellen- und Entwicklungsländern werden Projekte finanziert. So soll zum Beispiel in Indien solarbetriebene Trinkwasserversorgung ermöglicht werden.

Verwandte Themen
  • Biogas

    Biogas-Zertifikate

    Biogas erkennen: Nur wenige Zertifikate verfügbar

    Biogas und Ökogas: Beides klingt gut, muss aber nicht unbedingt das Gleiche sein. Wir geben einen Überblick zu den Begrifflichkeiten und stellen ein Zertifikat vor, das Biogas auszeichnet und so mehr Transparenz für den Verbraucher schafft.

  • Strom sparen

    Gütesiegel Elektrogeräte

    Gütesiegel für Elektrogeräte in der Übersicht

    Beim Kauf von Elektrogeräten achten immer mehr nicht nur auf die Qualität und den Leistungsumfang des Produktes, sondern auch auf dessen Stromverbrauch. Anhand unterschiedlicher Gütesiegel lässt sich erkennen, wie energieeffizient die Geräte arbeiten.

  • Eigenheim

    Energieautarkes Wohnen

    Energieautarkes Wohnen – nie wieder Geld für Heizöl und Gas ausgeben

    Bei steigenden Energiepreisen sucht man gerne nach Alternativen. Eine Möglichkeit lautet energieautarkes Wohnen: Die Häuser sind so konzipiert, dass keine zusätzlichen Energieträger wie Gas oder Öl benötigt werden.

Ratgeber zum Thema
  • windenergie

    Windkraft und ihre Auswirkungen auf die Umwelt

    Windkraftanlagen sind in unserer Landschaft allgegenwärtig und wichtiger Bestandteil der Energiewende – grüner Strom soll besonders umweltfreundlich sein. Doch es gibt auch viele kritische Stimmen. Welche Auswirkungen Windräder auf die Umwelt haben, klären wir hier.

    weiter
  • Öko-Haus

    Experten-Interview: Wissenswertes rund um die Wärmepumpe

    Die Wärmepumpe gilt als eine der klimaschonensten Heizmöglichkeiten. Wir haben uns vom Bundesverband Wärmepumpe e.V. zu den unterschiedlichen Techniken, den Vor- und Nachteilen und den möglichen Kosten beraten lassen.

    weiter
  • Photovoltaik

    Experten zur Solaranlage: Möglichkeiten, Planung und Förderung

    Wann lohnt sich eine Solaranlage auf dem Dach? Was sind die wichtigsten Stellschrauben bei der Planung und gibt es lohnenswerte Kombinationen für das Heizen? Der Solar Cluster Baden-Württemberg e.V. gibt nützliche Hinweise und Tipps zum Thema.

    weiter