Grüner Strom Label

Grüner-Strom-Label als eines der wichtigsten Ökozertifikate

Stromtarife mit dem "Grüner Strom"-Label müssen strenge Kriterien einhalten und einen besonders hohen Nutzen für die Umwelt aufweisen. Empfohlen von mehreren Umweltverbänden darf der mit dem Label zertifizierte Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen stammen.

Erneuerbare Energien© luigi giordano / Fotolia.com

Das "Grüner Strom"-Label ist eine Kennzeichnung für Stromtarife, die als ökologisch gelten, beziehungsweise zur Energiewende hin zu regenerativen Energien beitragen. Das Label wird verliehen von dem Grüner Strom Label e.V., der seinen Sitz in Bonn hat. Es wird von verschiedenen Trägern unterstützt, die die Nutzung der regenerativen Energien vorantreiben wollen, wie zum Beispiel dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) oder auch der Verbraucher Initiative. Das "Grüner Strom"-Label ist eines der strengsten Kennzeichnungen für so genannte Ökotarife. Wer einen Stromtarif wählt, der mit dem Label ausgezeichnet wurde, unterstützt aktiv den Ausbau der regenerativen Energien und deren wirtschaftliche Nutzung.

Anforderungen an die teilnehmenden Unternehmen

Grüner Strom Label

Um das "Grüner Strom"-Label erhalten zu können, müssen Unternehmen verschiedene Auflagen erfüllen. Zertifiziert wird dabei nur ein Stromprodukt, nicht der Anbieter an sich. Dennoch müssen die Unternehmen, besonders seit 2016, bestimmte Kriterien erfüllen. Im Geschäft mit Privatkunden wird für jede verkaufte Kilowattstunde Strom mindestens 0,5 Cent des Gewinns abgezogen und in den Bau neuer regenerativer Kraftwerke investiert. Zum 1. Januar 2017 wurde zusätzlich eine neue Förderkomponente für Großkunden eingeführt (0,1 Cent je Kilowattstunde). Der Strom muss komplett aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Unter erneuerbaren Energien werden Wind- und Wasserkraft, Solarenergie und Biomasse sowie Klärgas zusammengefasst, doch hier gibt es weitere Einschränkungen, um die Nachhaltigkeit der Energienutzung sicherzustellen. Es reicht im Übrigen nicht aus, einen Stromtarif mit hohem Umweltnutzen anzubieten, während die anderen Stromprodukte aus der nuklearen oder fossilen Energiegewinnung stammen. Betreiber von Atomkraftwerken kommen für das "Grüner Strom"-Label beispielsweise nicht in Frage.

Einnahmen fließen in den Ausbau erneuerbarer Energien

Stromversorger, die das "Grüner Strom"-Label erhalten haben, sind verpflichtet, mit einem Teil ihrer Einnahmen den Ausbau regenerativer Energien voranzutreiben oder die Forschung (beispielsweise an Speicherformen) dieser Energien zu fördern. Mithilfe der durch die Zertifizierungen bereit gestellten Gelder konnten bereits über 1.000 Projekte unterstützt werden. Auch Wasserkraftwerke und Biomasseanlagen wurden erstellt. Die Anlagen stehen größtenteils in Deutschland, doch auch in Schwellen- und Entwicklungsländern werden Projekte finanziert. So soll zum Beispiel in Indien solarbetriebene Trinkwasserversorgung ermöglicht werden.

Weiterführende Links
Verwandte Themen
  • Stromzähler

    Stromzähler

    Stromzähler: Den Stromverbrauch im Blick

    Smart Meter heißen die neuen Stromzähler. Sie kontrollieren und steuern den Energieverbrauch und sollen so die Energiewende unterstützen. Doch in vielen Gebäuden drehen sich nach wie vor die alten mechanischen Stromzähler. Ein Überblick!

  • Blauer Strom Zertifikat KWK

    Blauer Strom

    Blauer Strom zertifiziert KWK-Anlagen

    "Blauer Strom" heißt nicht nur eine Gaspipeline, sondern auch ein Zertifikat des Bundesverbandes für Kraft-Wärme-Kopplung, welches für mehr Transparenz am Strommarkt sorgen soll. Wer das Siegel unter welchen Bedingungen erhält und was Sie als Kunde davon haben, erklären wir hier!

  • Photovoltaik Vergleich

    Kilowatt Peak

    Was für einen Wert bezeichnet die Einheit Kilowatt-Peak?

    Im Englischen bedeutet „Peak“ Spitze. Die elektrische Spitzenleistung von Photovoltaikmodulen wird in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. Aber was bedeutet das zum Beispiel für Käufer von Solaranlagen?

Ratgeber zum Thema
  • elektrotankstelle

    Elektroauto: So viel kostet das Aufladen

    Die Kosten beim Aufladen eines Elektroautos hängen von vielerlei Faktoren ab. Genau wir bei Benzinern spielt der Verbrauch des PKW eine Rolle. Beim E-Autos spielt jedoch auch noch die Ladetechnik mit ein. Großen Einfluss hat jedoch, an welcher Steckdose geladen wird.

    weiter
  • Solarenergie

    Welche Auswirkungen hat Photovoltaik auf die Umwelt?

    Photovoltaik leistet einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung. Die Module sollen die Energiewende möglichst umweltschonend vorantreiben. Wir wollen beleuchten, welche Auswirkungen die Anlagen auf Umwelt und Natur haben und ob das Ganze auch einen Haken hat.

    weiter
  • Energieindustrie

    Stromanbieter in Deutschland: Wer gehört zu wem?

    Mittlerweile gibt es zahlreiche Energieanbieter auf dem Markt. Über Vergleichsrechner findet man ganz einfach den passenden Stromtarif – Doch welcher Stromanbieter gehört zu wem und wer ist Marktführer oder beliebt? Wir geben einen Überblick!

    weiter