Gebäudeenergiegesetz

Gebäudeenergiegesetz fasst EnEG, EnEV und EEWärmeG zusammen

Im Gebäudeenergiegesetz (GEG) sind alle Vorschriften zu den energetischen Standards von Gebäuden enthalten. Das bezieht sich auf die Anforderungen an neue Gebäude, aber auch auf Modernisierungspflichten bei Bestandgebäuden, wie etwa der die Umtauschpflicht bei alten Heizungen.

EnergieeffizienzIm Gebäudeenergiegesetz werden alle Vorgaben rund um das Thema Energie gebündelt.© mirpic / Fotolia.com

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist am 1. November 2020 in Kraft getreten und löst das zuvor geltende Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) ab. Im GEG finden Verbraucher Informationen zu den Anforderungen an energetische Standards von neuen Gebäuden und zu den Vorschriften zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Zentral sind bei dem Gesetz Vorgaben zu Heiztechniken und Dämmstandards in Gebäuden. Die Bestimmungen gelten für sämtliche Gebäude, in denen geheizt bzw. gekühlt wird. Ausgenommen sind - wie bereits vor der Einführung des GEG - unter anderem Gebäude, die weniger als vier Monate im Jahr genutzt werden.

Das GEG gibt Auskunft über:

    GEG zusammengefasst

    Das neue Gebäudeenergiegesetz soll für mehr Übersichtlichkeit sorgen. Das GEG bringt in seiner ersten Fassung keine verschärften Bestimmungen gegenüber dem EnEV, EnEG und EEWärmeG mit sich. Welche Bestimmungen gelten, hängen vom Zeitpunkt des Bau- bzw. Sanierungsantrags ab (nach dem 1.11.2020 gilt das GEG).

    Mindestanforderungen: Maximaler Energiebedarf und Treibhausgase

    Um klimafreundliches Heizen zu fördern, dürfen Neubauten bestimmte Maximalwerte beim Jahres-Primärenergiebedarf nicht überschreiten. Hintergrund ist eine Richtlinie des Europäischen Parlament, nach der Neubauten in der EU ab 2021 den Standards von Niedrigstenergiegebäuden entsprechen müssen. Mit dem Primärenergiebedarf ist die Energiemenge gemeint, die der Haushalt zum Heizen, zur Warmwasserbereitung und zum Betreiben sämtlicher Geräte benötigt (inkl. der Gewinnung/ Beschaffung / Transport der Energie).

    Beim GEG gelten weiter die Bestimmungen aus dem EnEV, bei dem je nach Grundfläche, Energieträger und weiteren Faktoren der Energiebedarf errechnet und mit einem entsprechenden Referenzgebäude (entspricht dem KfW-Effizienzhaus 55) abgeglichen wird.

    Neu ist, dass nach dem GEG neben dem Primärenergiebedarf (bisher gängiges Verfahren) ab 2023 auch der zulässige Treibhausgasausstoß zusammen mit dem Jahresendenergiebedarf geprüft werden können – ein zweites Berechnungsverfahren, das aber zunächst behördlich genehmigt werden muss. Der Endenergiebedarf beschreibt dabei die Menge, die im Haus selbst benötigt wird.

    Erneuerbarer Energien sind beim Heizen Pflicht

    Bei Neubauten ist insgesamt die Nutzung erneuerbarer Energien eine Vorschrift. Neu ist, dass auch selbsterzeugter Ökostrom bei der energetischen Bewertung miteinberechnet wird (z.B. Strom über eine Solaranlage). Das macht es leichter, die Standards zu erfüllen. Zuvor war das nur über Komponenten der Heizungsanlage, z.B. Solarthermie möglich.

    Ölheizungen dürfen ab 2026 in neuen Gebäuden nur noch in Ausnahmefällen eingebaut werden. Öl-Brennwertkessel sind dann nur noch in Kombination mit erneuerbaren Energien erlaubt. Das gilt auch für Kohleheizungen. Eine weitere Ausnahme besteht, wenn kein Gas- oder Wärmeanschluss vorhanden ist.

    Tipp: Beim Bau eines Hauses sollten besser nicht die aktuell geltenden Mindeststandards eingehalten werden, sondern besser höhere Standards verfolgt werden. Über lang oder kurz ist es sonst wahrscheinlich, dass in den Folgejahren Modernisierungen anstehen. Die Bestimmungen des GEG werden 2023 geprüft und gegebenenfalls angepasst.
    Energieausweis Bedarfsausweis Muster zum Energieausweis nach dem GEG: Ganz oben ist ein Feld für die Treibhausgasemissionen hinterlegt. © Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    Energieausweise müssen bei der Besichtigung vorgelget werden

    Bereits vor der Einführung des Gebäudeenergiegesetzes waren Vermieter und Verkäufer von Immobilien verpflichtet einen Energieausweis vorzulegen, das gilt nun auch für Immobilienmakler. Die auf dem Ausweis aufgeführte Energieeffizienzklasse muss außerdem bei einer Immobilienanzeige veröffentlicht werden. Mit dem GEG muss zusätzlich der CO2-Ausstoß muss in Energieausweisen aufgeführt werden.

    Bei Verkauf oder größeren Sanierung sind Käufer bzw. Eigentümer dazu angehalten, eine energetische Beratung in Anspruch zu nehmen. Umgekehrt müssen der Wärmeschutz bei nach dem GEG verpflichtend durchgeführten Modernsierungen von einem Fachunternehmen bescheinigt werden

    Modernisierungspflichten in Bestandsgebäuden

    Bei den Modernisierungspflichten gibt es zum einen solche, die in jedem Fall umgesetzt werden müssen und solche, die nur dann umgesetzt werden müssen, wenn ohnehin eine Sanierung ansteht.

    Eine grundständige Austauschpflicht besteht für alte Heizungen: Gas- und Öl-Heizkessel mit einer Leistung von 4 – 400 KW, die länger als 30 Jahre im Betrieb sind, müssen ausgetauscht werden.

    Dämmpflicht in Gebäuden

    Zu den grundständigen Modernisierungsplichten zählen auch Vorgaben bei der Dämmung:

    • Die oberste Geschossdecke, die zu einem unbeheizten Raum führt, muss gedämmt sein (gültig mit dem EnEV seit 2015)
    • Dämmpflicht besteht außerdem für Heizungs- und Wasserrohre

    Hauseigentümer sind von den Pflichten ausgenommen, wenn sie bereits seit Februar 2020 in der betreffenden Immobilie leben. Beim Kauf eines Wohnhauses gilt eine Frist von zwei Jahren.

    Werden freiwillig Modernisierungen an einzelnen Komponenten vorgenommen (Austausch der Fenster), gibt es Bestimmungen für den U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizienten) bei Außenwänden, Fenstern und Wände und Decken in unbeheizten Kellern. Bei Sanierungen im größeren Rahmen müssen wie bei einem Neubau die energetischen Mindestanforderungen errechnet und eingehalten werden.

    Für energetische Modernisierungen gibt es unterschiedliche Förderprogramme der KfW-Bank und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert.

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