Gasrechnung

Gasrechnung: Ein Buch mit sieben Siegeln?

Zum Schutz der Verbraucher ist gesetzlich geregelt, welche Angaben jede Gasrechnung enthalten muss. Haushaltkunden finden die vielen Berechnungsgrößen auf ihrer Gasrechnung jedoch oft verwirrend. Wir klären über die Bestandteile der Rechnung auf.

Abrechnung GasKWh und Kubikmeter: Beide Berechnungsgrößen kommen bei Gasrechnungen vor.© Denis Junker / Fotolia.com

Die Gasrechnung weist zuerst eine Reihe von Kundendaten aus: Name des Kunden, die Adresse der Entnahmestelle (Standort des Zählers) und die Zählernummer. Es folgen der Abrechnungszeitraum, die Zählerstände (alt und neu) sowie ein Vermerk, wie diese Zählerstände erhoben wurden (Ablesung durch den Netzbetreiber, Ablesung durch den Kunden oder Schätzung). Der Gaszähler misst den Gasverbrauch in Volumeneinheiten. Aus der Differenz des alten und des neuen Zählerstandes errechnet sich der auf der Gasrechnung angegebene Verbrauch in Kubikmetern.

Umrechnung der verbrauchten Gasmenge in Energie

Welchen Energiegehalt die verbrauchte Gasmenge tatsächlich hatte, hängt von der Qualität des gelieferten Gases ab. Qualitätskriterien sind der Zustand und der Brennwert. Da beide Faktoren für die Umrechnung des Verbrauchs in Kilowattstunden benötigt werden, finden sie sich ebenfalls auf der Gasrechnung.

Die Zustandszahl ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen dem Betriebszustand des gelieferten Gases zum definierten Normzustand von Erdgas (Temperatur: 0 Grad Celsius, Druck: 1 Bar). Der Brennwert gibt in KWh/m³ an, wie viel thermische Energie (Wärmemenge) ein Kubikmeter des gelieferten Gases enthielt.

Der Energieverbrauch in Kilowattstunden (KWh) wird wie folgt berechnet:

Verbrauchte Gasmenge (in Kubikmetern) x Brennwert x Zustandszahl = Energieverbrauch (in KWh).

Der errechnete Wert bildet die Basis für die Berechnung des Preises für das gelieferte Gas und damit den in der Gasrechnung geforderten Betrag.

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Der Gaspreis errechnet sich als Summe aus:

  • dem Preis für Beschaffung und Vertrieb des Erdgases (vom Gasanbieter bestimmt),
  • Netzentgelten (für die Nutzung der Netze vom Gasanbieter an die Netzbetreiber zu zahlen) und
  • seitens des Staates erhobenen Preisbestandteilen wie Energiesteuer, Umsatzsteuer sowie Konzessionsabgaben (vom Netzbetreiber an den Bund bzw. die Kommunen zu entrichten).

Mitunter veranschaulichen Energieversorger auf der Gasrechnung den prozentualen Anteil der einzelnen Bestandteile des Gaspreises, um zu illustrieren, dass nur etwa die Hälfte des Preises von ihnen bestimmt wird.

Aus der Verbrauchsmenge und dem vereinbarten Tarif ergibt sich der Arbeitspreis (in Cent pro Kilowattstunde) für das gelieferte Gas. Zum Arbeitspreis wird der (vom Verbrauch unabhängige) Grundpreis addiert, der von vielen Gasanbieter als Servicekosten beispielsweise für das Ablesen der Zähler oder administrative Aufgaben in Rechnung gestellt wird. Als Summe beider Preisbestandteile ergibt sich der Nettopreis, zu dem die Umsatzsteuer hinzukommt, bevor der Gesamtbetrag für den betreffenden Zeitraum ausgewiesen wird. Nachdem von diesem Betrag alle geleisteten Abschlagzahlungen abgezogen wurden, erscheint am Ende der Gasrechnung der zu zahlende Betrag.

Prüfen der Gasrechnung und Hilfe bei Problemen

Erscheint die Gasrechnung zu hoch, sollten Verbraucher alle Angaben sorgfältig prüfen. Sind Zählernummer und Tarif korrekt? Wurde der Verbrauch geschätzt oder selbst am Zähler abgelesen? Haushaltskunden sollten zunächst versuchen, Fragen zur Gasrechnung mit ihrem Energieversorger zu klären. Führt das nicht zum Erfolg, gibt es verschiedene Anlaufstellen, die weiterhelfen können.

Ansprechpartner ist neben den Verbraucherzentralen der Verbraucherservice Energie der Bundesnetzagentur. Als unabhängiger Schlichter in Streitfällen zwischen Energieversorgern und Verbrauchern agiert die Schlichtungsstelle Energie.

Verwandte Themen
  • Energiewende

    Power-to-Gas

    Überflüssige grüne Energie mit Power-to-Gas speichern

    Aus überflüssigem grünen Strom Gas herstellen und so Leistungsspitzen ausgleichen und Energie für später verfügbar machen: Das ist die Grundidee von Power-to-Gas, kurz P2G. Doch wie funktioniert das Verfahren dahinter, was wird benötigt und was wird dabei hergestellt? Lesen Sie hier mehr!

  • Gasometer Oberhausen

    Gasometer

    Was ist ein Gasometer?

    Mit dem Ausdruck Gasometer werden mehrere Dinge bezeichnet. Es sind in erster Linie Speicherbehälter für brennbare Gase. Aber auch Messgeräte zur Messung des Gasanteils im Wasser werden teilweise umgangssprachlich Gasometer genannt.

  • Abrechnung Gas

    Gasrechnung

    Gasrechnung: Ein Buch mit sieben Siegeln?

    Zum Schutz der Verbraucher ist gesetzlich geregelt, welche Angaben jede Gasrechnung enthalten muss. Haushaltkunden finden die vielen Berechnungsgrößen auf ihrer Gasrechnung jedoch oft verwirrend. Wir klären über die Bestandteile der Rechnung auf.

Ratgeber zum Thema
  • Heizung Thermostat

    Funktionsweise und Wissenswertes bei Heizkostenverteilern

    Heizkostenverteiler kommen in vielen Mietswohnungen zur Abrechnung der Heizkosten zum Einsatz. Wie die kleinen Kistchen an den Heizkörpern arbeiten und wie schließlich die Rechnung für die Heizkosten zustande kommt, erfahren Sie hier!

    weiter
  • Gas

    Gasmelder anbringen: Für jeden der richtige Platz

    Gasmelder sollen ähnlich Rauchmeldern helfen, Gefahrensituationen rechtzeitig zu bemerken. Hierbei gibt es verschiedene Meldertypen für die unterschiedlichen Gassorten. Wo diese Gasmelder jeweils anzubringen sind, lesen Sie hier!

    weiter
  • Flüssiggas

    Wissenswertes rund um den Kauf von Gasflaschen

    Gasflaschen können bei falscher Handhabung sehr gefährlich werden. Im Folgenden geben wird Hinweise zur Lagerung, sowie zu Kauf und Rückgabe und geben einen kleinen Überblick über die farbliche Kennzeichnung und die jeweiligen Einsatzgebiete.

    weiter