Gaskraftwerk: Erzeugung von Wärme und Strom aus Gas

Das Gaskraftwerk bleibt auch weiterhin umstritten. Für die einen gehören die klimaschädlichen Kraftwerke abgeschaltet. Für die anderen sind sie im Zuge der Energiewende eine Notwendigkeit für die Stromversorgung.

Ein Gaskraftwerk funktioniert im Grunde recht simpel. Mittels eines Turbinenantriebs wird Wärme beziehungsweise Energie aus Erdgas gewonnen. Mit deren Hilfe wiederum und durch einen zugeschalteten Generator kann Strom erzeugt werden. In der Gaskraftwerk-Entwicklung steht heute die so genannte Kraft-Wärme-Kopplung ganz weit vorne. Dies bedeutet, dass die Wärme, die durch die Stromerzeugung zwangsläufig entsteht, auch zum Heizen genutzt werden kann. .

Unterschiedliche Gaskraftwerks-Typen

Gaskraftwerke gibt es in unterschiedlichen Ausführungsformen. Eine Art des Kraftwerks wäre das reine Gasturbinenkraftwerk, bei dem die bei der Verbrennung entstehenden Abgase zum Antreiben einer Turbine genutzt werden. Eine andere Bauart ist bei einem mit Gas befeuerten Dampfwerk gegeben. Besonders die großen Kraftwerke werden oft als Gas- und Dampf-Kombikraftwerke realisiert. Sie kombinieren Gas- und Dampfturbinen und können in der Grund- und Mittellast eingesetzt werden.

Vor- und Nachteile bei einem Gaskraftwerk

Wie eigentlich jede Technologie zur Energiegewinnung gibt es auch beim Gaskraftwerk Vor- und Nachteile. Ein solches Kraftwerk ist in der Lage, mehr Leistung zu erbringen als andere Stromerzeuger. Zudem ist es nicht, wie erneuerbare Energien, von Witterungsverhältnissen abhängig und könnte so als Brückentechnologie beim Atomausstieg eine wichtige Rolle spielen.

Allerdings gibt es auch Faktoren, die gegen Gas als Energieträger sprechen. Beispielsweise ist Deutschland ziemlich abhängig von seinen Importeuren, da Gas hierzulande nicht in der notwendigen Menge gefördert werden kann. Russland ist einer der Hauptlieferanten. Bezogen auf die Ökobilanz ist das Gaskraftwerk nicht unbedingt schlechter als andere Formen der Stromgewinnung. Ebenso wie das Kohlekraftwerk produziert auch ein Gaskraftwerk nebenbei CO2 sowie Schwefeldioxid und Stickoxide. Aber unter den fossilen Brennstoffen gehört Gas zu jenen, die die geringsten Emissionen ausstoßen.

Das Gaskraftwerk gewinnt an Bedeutung

Abhängigkeit, Preis und eventuelle Gesundheitsschädigungen lassen den Energieträger Gas unattraktiv erscheinen. Tatsächlich steigen die Widerstände gegen Gaskraftwerke in Europa an. In Zeiten einer, auch politisch immer stärker werdenden Abscheu gegenüber der Atomkraft stellt sich allerdings die Frage, was ohne das Gaskraftwerk noch bleibt. Zumal auch immer mehr Menschen, vor allem Umweltverbände, gegen Kohlekraftwerke vorgehen.

Kein Zweifel, dass die erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch sind. Wind und Sonne werden wohl die Energieträger der Zukunft sein. Jedoch bleibt das Problem der Witterungsabhängigkeit und der Speicherbarkeit dieser Energieformen, sodass das Gaskraftwerk als Ergänzung weiterhin von Bedeutung bleiben wird.

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