Gasheizung

Gasheizung als Alternative zur Ölheizung

Gasheizung werden alle Heizanlagen genannt, die mit Gas betrieben werden. Die Wärme wird dabei aus der Verbrennung des Gases gewonnen. Am effizientesten ist der sogenannte Brennwertkessel, weil er neben der Wärme durch das Verbrennen auch die Wärme des Wasserdampfes nutzt.

Heizsystem© Markus Marb / Fotolia.com

Meist wird eine Gasheizung mit Erdgas betrieben, es gibt jedoch auch Flüssiggase (wie Propan und Butan) und Biogas. Die Gasheizung findet oft in Mehrfamilienhäusern Verwendung und ist eine beliebte Alternative zur Ölheizung.

Welche Formen der Gasheizung gibt es?

Es gibt verschiedene Arten der Gasheizung. Bei der Umlaufwasserheizung wird die erzeugte Wärme nur für die Heizung verwendet. Soll gleichzeitig Warmwasser erzeugt werden, gibt es die Kombitherme, die bei Bedarf mittels eines Durchlauferhitzers von Heizungsbetrieb auf Wassererhitzung umstellt. Dann gibt es noch eine dritte Variante der Gasheizung, bei der die Therme den Wasserspeicher mit erwärmt. Diese Art der Gasheizung wird auch Wärmezentrum genannt. Die modernste Form der Gasheizung ist der Brennwertkessel bzw. die Gasbrennwertheizung, welche die Energie besonders effizient nutzt. Die Brennwerttechnik wird in Gas-, Öl- und Pelletheizungen eingesetzt.

Wie funktioniert die Gasbrennwertheizung?

Der Gasbrennwert ist das Maß an thermischer Energie, die im Brennstoff Gas enthalten ist. Normalerweise wird bei der Verbrennung von Gas nur ein Teil dieser Energie genutzt, denn ein anderer Teil der Wärme wird zusammen mit dem Abgas abgeführt und geht so verloren. Die Gasheizung mit Brennwertkessel nutzt nun genau diese Abwärme ebenfalls zum Heizen. Durch Kondensation von Wasserdampf aus dem Abgas über einen Wärmetauscher wird zusätzliche Wärme erzeugt und damit der Gasbrennwert besonders gut ausgenutzt. Der Gasbrennwert wird in Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh/m³) angegeben.

Mehr Effizienz mit dem hydraulischen Abgleich

Die Effizienz eines Brennwertkessels hängt maßgeblich von der optimalen Einstellung der Anlage, im speziellen von den Rücklauftemperaturen ab. Je kälter das Wasser, das aus der Heizung wieder zurück in den Kessel fließt, um so besser der Kondensationseffekt im Brennwertkessel. Die Abläufe lassen sich mit Hilfe eines hydraulischen Heizungsabgleichs optimieren. Dabei werden alle Bestandteile der Heizungsanlage aufeinander abgestimmt, indem die Durchflussmenge des Heizwassers anhand der Thermostatventile eingestellt wird. So fließt nur die für den Raum erforderliche Menge an heißem Wasser durch die Anlage. Für den hydraulischen Abgleich sind folglich regulierbare Thermostatventile oder Rücklaufverschraubungen notwendig.

Vorteile und Nachteile einer Gasheizung

Hydraulischer Abgleich

Eine Gasheizung ist in der Anschaffung relativ günstig, die Gasbrennwertheizung etwas teurer. Dafür ist die Gasheizung mit Brennwertkessel deutlich effizienter. Durch die eingesparte Energie gleichen sich die Mehrkosten wieder aus. Bei der Heizung sollte man stets längerfristig denken. Gerade bei einem Neubau lohnt es sich also, mehr Geld in eine effiziente Heizanlage zu investieren, um damit die Folgekosten möglichst gering zu halten.

Im Vergleich zur Ölheizung fallen bei beiden Varianten weniger Schadstoffe an. Die CO2-Emissionen sind geringer, aber im Vergleich zu anderen Heizsystemen immer noch hoch. Von Nachteil ist auch, dass auf lange Sicht die Erdgaspreise tendenziell wahrscheinlich steigen werden. Erdgas steht nicht in unendlicher Menge zur Verfügung, weswegen langfristig der Umstieg auf erneuerbare Energien überlegt werden sollte. Immerhin kann man seit der Liberalisierung des Energiemarktes seinen Gasanbieter wechseln und hat so Einfluss auf den Preis, den man für den Betrieb seiner Gasheizung zahlt.

Gasheizung mit Biogas betreiben

Biogas für die Gasheizung wird aus der Vergärung von Biomasse gewonnen. Ausgangsstoffe dafür sind zum Beispiel Klärschlamm, Bioabfall, Mist und Pflanzenreste. Das entstandene Gas wird in Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Ein Biogasmotor treibt einen Generator an, der Strom erzeugt, der ins Netz eingespeist wird. Überschüssige Wärme des Motors kann dann zum Heizen verwendet werden. Bei der Nutzung von Biogas in der Gasheizung werden nachwachsende Energien statt dem endlichen Rohstoff Erdgas verbraucht.

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