Fossile Energieträger: Kraft aus der Vergangenheit

Ohne fossile Energieträger wäre unser Alltag kaum denkbar. Trotzdem bauen wir diese Rohstoffe schneller ab, als sie neu entstehen können, denn fossile Energieträger sind stark begrenzt. Was genau sind fossile Energieträger und wofür brauchen wir sie?

Was sind fossile Energieträger?

Fossile Energieträger sind Stoffe, die vor Jahrtausenden aus abgestorbener Biomasse entstanden sind. Heute fördern wir sie als Öl, Kohle und Gas. Von diesen Rohstoffen hängt vieles in unserem Alltag ab: Strom, Wasser, Wärme, Mobilität. Das Problem: Obwohl fossile Energieträger ständig neu gebildet werden, ist der Prozess doch so langsam, dass wir die Quellen schneller erschöpfen als sie "nachwachsen" könnten. Es handelt sich also um einen stark begrenzten Rohstoff.

So entstehen fossile Energieträger

Die Geschichte fossiler Energieträger beginnt vor rund 65 Millionen Jahren. Damals bedeckten riesige Wälder die Erde, welche Unmengen an toter Biomasse hervorbrachten. Auch in den Weltmeeren wimmelte es von Kleinstlebewesen, welche ebenfalls nach Ihrem Tod Biomasse bildeten. Egal ob an Land oder unter Wasser: Diese Biomasse wurde durch andere Sedimente überdeckt und Jahrtausende lang unter Luftabschluss hohem Druck und Hitze ausgesetzt. So wurden aus Meereslebewesen Erdöl und Gas und aus pflanzlichen Überbleibseln Braun- und Steinkohle.

Wie lange reichen die Vorräte an fossilen Brennstoffen?

Was schneller verbraucht wird, als es nachfließen kann, ist irgendwann erschöpft: Doch wann ist dieser Zeitpunkt gekommen? Wie bei so vielem scheiden sich die Meinungen über den Zeitpunkt der versiegenden Ölquellen und abgebaggerten Kohlebergwerke. Für Gas und Öl hört man Zahlen zwischen 40 und 100 Jahren, Kohle wird vermutlich noch für etwa 200 Jahre reichen.

Die unterschiedlichen Zeitangaben hängen meist davon ab, welche fossilen Energieträger und vor allen Dingen welcher Verbrauch in die Berechnung mit einfließen. Es gibt Quellen, die sind leicht zu erschließen und andere Quellen, die mit der heutigen Technik nicht genutzt werden können. So vermutet man beispielsweise große Rohstoffvorkommen unter den Polkappen, die sich derzeit jedoch nicht erschließen lassen. So kann es durchaus sein, dass Schätzungen mit der Zeit auch nach oben korrigiert werden können.

Wofür fossile Energieträger verwendet werden

Rund 81 Prozent des weltweiten Energiebedarfs wurde 2013 aus fossilen Energieträgern gedeckt. In Deutschland sind es Ende 2014 noch rund 50 Prozent. Fossile Energieträger gehören also nach wie vor fest zu unserem Alltag. Bei vielen läuft die Heizung mit Öl oder Gas, das Auto fährt mit Benzin oder Diesel. Wer keinen Ökostrom-Tarif hat, der bezieht einen Teil seines Stroms sicherlich aus Kohlekraftwerken. Aber auch noch ganz alltäglichere Dinge, wie jede Art Plastik und PVC, werden aus Erdöl gewonnen. Sogar in Kosmetik wie Seife, Lippenstift und Parfum ist Öl enthalten. Auch asphaltierte Straßen gäbe es ohne fossile Energieträger nicht.

Die Folgen für die Umwelt

Fossile Energieträger basieren auf Kohlenstoff. Dieser kann eine Menge Energie speichern und wieder freigeben. Eines der großen Probleme dabei ist jedoch nicht nur die Begrenztheit der Vorräte, sondern auch das Freisetzen von Kohlenstoffdioxid, kurz CO2, welches als ein klimaschädigendes Gas gilt. Das CO2, welches über Jahrtausende hinweg in den fossilen Energieträgern gespeichert war, wird durch die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl nun wieder frei - und das innerhalb weniger Jahrzehnte. Dies führt dazu, dass der CO2-Gehalt in unserer Atmosphäre stark ansteigt. Viele Wissenschaftler machen unter anderem den Kohlenstoffdioxid-Gehalt in der Luft für den weltweiten Klimawandel verantwortlich.

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