Erdgasspeicher

Über 40 Erdgasspeicher in Deutschland

Erdgasspeicher halten das Angebot an Gas während der Zeiten von starker und schwacher Nachfrage konstant. Bei Engpässen ist die Versorgung in Deutschland über einen gewissen Zeitraum gesichert. Wegen möglicher Folgen für die Umwelt sind die Speicher trotzdem umstritten.

Erdgasspeicher© E.on SE

Der Klimawandel zeigt sich immer deutlicher, beispielsweise über das sehr wechselhafte Wetter. Heutzutage kann von einem kalten Winter und einem milden Frühling nicht mehr ausgegangen werden, so dass auch das Anhalten, die Häufigkeit und die Stärke von Kälteperioden nicht mehr zuverlässig vorhersehbar sind. Damit während eines sehr kalten Winters niemand ohne Gas auskommen muss, gibt es deutschlandweit über 40 Erdgasspeicher. Mit diesem Wert ist die Bundesrepublik gut aufgestellt und kann somit eine lückenlose Versorgung garantieren. Ganz abgesehen davon, dass als Bezugsquellen mehrere Länder dienen, so dass eine etwaige Verknappung kompensiert werden kann.

Erdgasspeicher – Das Prinzip

Jeder Erdgasspeicher hierzulande besitzt im Durchschnitt ein Kapazitätsvolumen von unvorstellbaren 430 Millionen Kubikmetern. Allein die Anlage in Rehden (Niedersachsen), welche zu den größten gehört, umfasst ein Volumen von über 4000 Millionen Kubikmetern. Insgesamt kann Deutschland somit die höchste Speicherkapazität europaweit aufweisen.

Doch wird das gespeicherte Gas nicht einfach eingekauft und aufbewahrt. Vielmehr haben Erdgasspeicher den Zweck, die unterschiedlichen Phasen der Nachfrage ausgleichen zu können, schließlich ist diese in den Sommermonaten eher gering und steigt im Winter stark an. Die Konsequenz ist, dass die Erdgasspeicher während der warmen Jahreszeit gefüllt und in den Kälteperioden, zumindest teilweise, geleert werden. Für den Kunden hat das zur Folge, dass das Angebot an Gas über das ganze Jahr hinweg konstant bleiben kann – auch dann, wenn andernorts Schwankungen im Absatz zu verzeichnen sind. Sollten zudem doch einmal Engpässe auftreten, ist die Versorgung dennoch über einen längeren Zeitraum garantiert.

Erdgasspeicher unter Kritik

Obwohl ihre Existenz und ihr Nutzen auf den ersten Blick zweifellos positiv zu sein scheinen, stehen Erdgasspeicher oder vielmehr ihre Standorte unter Kritik. Und zwar beanstanden Umweltschützer, dass die Lagerung - ähnlich wie bei Atommüll – oft in Salzstöcken, in so genannten Kavernen, erfolgt. Ein möglicher Störfall könnte schwerwiegende Folgen für die Bewohner und die Umwelt haben, die im Prinzip über diesen Anlagen leben. Des Weiteren existieren erhebliche Zweifel an der Standfestigkeit der Kavernen, da sich Salz durch eintretende Feuchtigkeit langsam löst. Indessen haben befürchtete Bodenabsenkungen mancherorts bereits stattgefunden. Sie haben eine Verringerung des Abstandes zum Grundwasser zur Folge, was sich besonders auf Äcker, aber auch auf Keller auswirken kann.

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