Energiesparlampen sollen Stromverbrauch reduzieren

Energiesparlampe oder LED heißt die Zukunft der Beleuchtung. Wir schauen uns genauer an, ob Energiesparlampen wirklich die Glühbirne ersetzen können, welche Vor- und Nachteile Kompaktleuchtstofflampen haben und worauf man beim Kauf achten sollte.

Glühbirnen wurden wegen ihres ineffizienten Stromverbrauches in den vergangenen Jahren nach und nach vom Markt genommen. Bis 2018 folgen Halogenlampen. Als Ersatz stehen nun zahlreiche Kompaktleuchtstofflampen, im Volksmund Energiesparlampen, im Regal. Diese gibt es wie die Glühbirnen in zahlreichen Formen und Fassungen: Egal ob klassische Birnenform, als Tropfen oder Kugel geformt, egal ob E14 oder GU10 – Energiesparlampen gelten als vollwertiger Ersatz.

Was leuchtet in der Energiesparlampe?

In Aufbau und Funktionsweise gleichen Energiesparlampen Leuchtstoffröhren. Der Begriff "Energiesparlampe" ist als Sammelbegriff zu verstehen und umfasst verschiedene Leuchtmittel, die effizient im Stromverbrauch sind. Häufig zum Einsatz kommen Argon und Neon, weiterhin befindet sich eine geringe Menge Quecksilber in der Lampe. Durch den Stromfluss von A nach B werden die in der Lampe befindlichen Gase in Bewegung gebracht, sodass sie sich gegenseitig anstoßen, hierbei entsteht kurzzeitig an den Quecksilberatomen sehr viel Energie, welche in Form von Licht abgegeben wird. Wer Energiesparlampen aufgrund ihres Quecksilbergehaltes kritisch sieht, kann sich nach Lampen mit Amalgam anstatt Quecksilber umschauen.

Welche Vorteile bietet die Energiesparlampe?

Kompaktleuchtstofflampen verbrauchen deutlich weniger Energie als Glühbirnen und haben eine längere Lebensdauer. Eine Glühlampe bringt es pro Watt auf fünf bis 16 Lumen, die Energielampe schafft bei gleichem Input 35 bis 75 Lumen, verbraucht also nur einen Bruchteil des Stromes für gleiche Lichtleistung. Pro Lampe lassen sich je nach Brenndauer schnell zehn Euro der Stromkosten jährlich sparen – so summiert sich schnell ein hübscher Betrag. Die Lebensdauer ist bei Energiesparlampen häufig auf 5.000 bis 10.000 Stunden datiert, eine herkömmliche Glühbirne bietet lediglich 1.000 oder 2.000 Stunden. Auf die Lebensdauer der Energiesparlampe gesehen ist diese somit deutlich umweltfreundlicher und setzt weniger klimarelevante Gase wie CO2 frei.

Wo ist der Haken?

Energiesparlampen sind nicht bei jedem beliebt - so ist besonders der Quecksilberanteil in der Lampe immer wieder Grund für Diskussionen. Was passiert, wenn die Lampe zerbricht? Dann wird Quecksilber in Gasform frei – und man fürchtet gesundheitliche Schäden. Auch wenn Experten aufgrund der niedrigen Dosis Entwarnung geben: Nach einem Bruch sollte man gut durchlüfteen, die Scherben luftdicht (zum Beispiel in einem Einmachglas) verstauen und erst mal den Raum bei geöffneten Fenstern verlassen.

Nicht mehr benötigte oder defekte Energiesparlampen dürften auch nicht einfach im Hausmüll entsorgt werden – wegen des Quecksilbers gehört die Energiesparlampe in die Wertstoffsammlung. Auch im Elektronikfachhandel oder in vielen Baumärkten werden ausgediente Energiesparlampen angenommen und der Verwertung zugeführt.

Die Energiesparlampe ist auf den ersten Blick teurer als die Glühbirne – zehn Euro kann man pro Lampe durchaus lassen, wenn auch es deutlich günstigere Modelle gibt. Bedenkt man jedoch die künftigen Stromkosten, die man einsparen kann, rechnen sich Energiesparlampen schnell.

Energiesparlampen kaufen

Wer loszieht, um seine alte Glühbirne zu ersetzten, sollte ein paar Punkte im Kopf behalten. Zum einen sollte man natürlich wissen, welche Fassung für die Leuchte benötigt wird, auch über die Form der Lampe sollte man sich bereits Gedanken gemacht haben. Hat man einen speziellen Lampenschirm, hilft es außerdem, wenn man Maximalmaße im Kopf hat – blöd, wenn die gekaufte Lampe aufgrund ihrer Breite erst gar nicht in die Lampe passt oder aus dieser herauslugt.

Auf den Verpackungen der Lampen werden außerdem Angaben zur Helligkeit und Farbtemperatur gemacht. Umso mehr Lumen, desto heller die Lampe. Die Farbtemperatur geht von einem gelben warmen Licht (ca 2.500 Kelvin) bis hin zum weißen, sonnenähnlichem Licht (ca 6.500 Kelvin). Was man hier benötigt, hängt vom eigenen Geschmack und dem Einsatzort ab. Am Arbeitsplatz verwendet man gerne weißes Licht, im Wohnzimmer oder über dem Küchentisch haben es viele mit einem gelblichen Licht lieber etwas gemütlicher.

LED als gute Alternative

Wer sich mit Energiesparlampen partout nicht anfreunden kann, sollte zur LED greifen. Diese ist zwar meist noch etwas teurer als die Energiesparlampe, enthält dafür jedoch keine gesundheitsschädlichen Stoffe und ist ebenfalls in jeder Form, Fassung, Helligkeit und Farbtemperatur zu haben. LEDs verbrauchen noch weniger Strom und haben noch längere Lebenszeiten als Energiesparlampen. Weiterhin haben LEDs die Vorteile, sofort nach dem Einschalten volle Helligkeit bieten zu können, schaltfest zu sein und zeigen sich unempfindlich gegenüber niedrigen Temperaturen, wie sie zum Beispiel im Außenbereich beim Bewegungsmelder auftreten können.

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