Energieeinsparverordnung

Pflicht zu mehr Effizienz: Die Energieeinsparverordnung

Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) soll angestrebt werden, über Gebäudesanierungen den Energie-, Warmwasser- und Heizungsbedarf zu senken und so zur Energiewende beizutragen. Entstanden aus der früheren Wärmeschutz- und Heizungsanlagenverordnung, wurde sie bereits mehrfach novelliert.

Energieausweis© Gina Sanders /Fotolia.com

Die Energieeinsparverordnung (EnEV )wurde 2001 ins Leben gerufen. Anschließend würde sie immer wieder überarbeitet. Immer mehr Hausbesitzer mussten so ihre Heizsysteme überholen (wie etwa bei den ineffizienten Nachtspeicherheizungen) oder etwa Fassaden dämmen. Dabei ist auch immer die staatliche Förderung Teil des Gesetzes. 2020 wurde sie schließlich in das Gebäudeenergiegesetz überführt.

Anpassungen der EnEV: Ein Rückblick

Mit der Novellierung der Energieeinsparverordnung 2007 wurden einige Details ausgebessert. 2009 fanden größere Änderungen statt, vor allem, was die Obergrenzen beim Energiebedarf für Gebäude angeht (Reduzierung um 30 Prozent) oder was die Pflicht zur Wärmedämmung betrifft. Auch 2013 kann von einer umfangreichen Novellierung gesprochen werden. 2014 waren es vor allem drei Bereiche, die angepasst wurden:

  • Öl- und Gasheizkessel, die vor 1985 eingebaut wurden, mussten bis 2015 außer Betrieb genommen werden.
  • Gedämmt werden müssen die Decken beheizter Räume, die an ein unbeheiztes Geschoss grenzen. (Bei der Regelungen zu den Kesseln und der Dämmung sind Eigentümer ausgenommen, die am 1. Februar in der Immobilie zumindest eine Wohnung selbst genutzt haben).
  • Die Energieausweise wurden in die Effizienzklassen A+ bis H eingeteilt. Bestimmte Informationen aus den Energieausweisen müssen auch in Immobilienanzeigen enthalten sein Außerdem müssen die Ausweise spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden.

Auch 2016 wurde die eine oder andere Änderung an der EnEV vorgenommen, diese betreffen jedoch nur Neubauten und nicht den Gebäudebestand. So sollen ab 2021 alle Neubauten dem Niedrigstenergiegebäudestandard (nearly-zero-energy-building – nZEB) entsprechen, die energetischen Anforderungen an Wärmedämmung und den Jahres-Primärenergiebedarf werden weiter verschärft. In der Praxis bedeutete das noch bessere Dämmung und effizientere Heiztechnik, die häufig mit regenerativen Energien kombiniert wird, um den Anforderungen der EnEV gerecht zu werden. Unterm Strich entsprechen die Anforderungen dem KfW-Effizienzhaus 70, welches somit nicht mehr förderfähig ist.

Energie- und Kostenersparnis bei einer Gebäudesanierung

Teil der Energieeinsparverordnung war der Energieausweis. Auch hier zu finden sich alle Regelungen nun im GEG. Beim Ausstellen eines Energieausweises für Häuser, die in den 50er Jahren erbaut wurden, kann man sehr häufig erhöhte Energieverluste feststellen. So werden dort beispielsweise etwa 28 Prozent der Heizenergie nicht genutzt. Zusätzlich gehen etwa 30 Prozent der Wärme über unzureichende Dach- und Außendämmung verloren. Für früher errichtete Altbauten werden noch schlechtere Werte erreicht. Durch eine Gebäudesanierung, die die Erneuerung der Außenfassade und die Investition in neue Fenster vorsieht, können bereits 70 Prozent der Heizkosten eingespart werden. Da die meiste Energie in Privathaushalten für die Raumheizung und Warmwasserbereitung genutzt wird, lohnt es sich in diesen Bereichen, etwa in Form einer solarunterstützten Warmwasseranlage oder neuer Fenster, zu modernisieren.

Heizenergie richtig nutzen und Wärmeverlust verhindern

Eine energetische Gebäudesanierung sieht in der Regel zunächst Maßnahmen der Dämmung vor. Sie gilt als die beste Möglichkeit, Heizkosten zu sparen, weil die Menge der benötigten Heizenergie direkt erheblich sinkt. Die effizienteste Dämmungsform ist dabei die der Dachdämmung. Als günstigste Maßnahme kann hier unter dem Dach Dämmwolle angebracht werden, allerdings wird der Wohnraum dabei verkleinert. Bei einer Dachdämmung, die oberhalb der Dachsparren verlegt wird, muss das Dach abgedeckt werden, was die teurere Alternative darstellt.

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