Energie-Einheiten: Von Volt, Watt und SKE

Energie umgibt uns in zahlreichen Formen - ob in natürlicher Form oder durch den Menschen gebunden. Doch was ist Energie, wenn wir im Zusammenhang mit Strom von ihr reden? Und was haben die ganzen Begriffe wie Volt, Watt oder Kilowattstunde zu bedeuten?

Was Energie ist

Fragt man einen Physiker danach, was Energie ist, so kann man je nach Fachgebiet des Befragten dutzende verschiedene Antworten bekommen. Fragen wir also anders: Wo haben wir im Alltag mit Energie zu tun?

In unserer hochtechnisierten Welt wird den meisten wohl als erstes Strom einfallen. Ohne elektrische Energie funktioniert in unserer Gesellschaft nichts, sei es Licht, Wärme oder das Internet. Gemessen wird diese Energie in Kilowattstunden, kurz kWh. Watt bezeichnet dabei die Leistung, also zum Beispiel das Leuchten einer Glühbirne. Die aufgewendete elektrische Energie entspricht dann einer Leistung, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Wenn man ganz genau ist, bezahlt man keine Stromrechnung, sondern eine Energierechnung, da der elektrische Strom ein ganz anderes Phänomen bezeichnet.

Kilo-, Giga-, Terawattstunden

Selbst mit dem Wissen, was genau eine Kilowattstunde ist, gibt es immer noch Fälle, die sehr schnell sehr unübersichtlich werden. Wo man den eigenen Jahresverbrauch an Energie noch in Zahlen fassen kann, stehen Kraftwerke und Netzbetreiber schnell vor einer Wand aus Zahlen. Deshalb bedient man sich eines Tricks: Genauso wie bei astronomischen Entfernungen, Gewichten, oder auch Datenmengen greift man zu den so genannten SI-Präfixen.

Aus 1000 kWh wird so eine Megawattstunde, aus 1000 MWh eine Gigawattstunde, aus 1000 GWh eine Terawattstunde, und so weiter. Sogar die normale Kilowattstunde macht schon Gebrauch von diesem System, besteht sie doch aus 1000 Wattstunden. Will man dann den Energiehunger eines ganzen Landes beziffern, nutzt man daher Giga- oder Terawattstunden als Einheit.

Nur in Europa bekannt: Die Steinkohleeinheit

Die Steinkohleeinheit (SKE) ist eine mitteleuropäische Einheit für die Energie. Dabei ist die schlichte Idee, die Energie aus einem Kilogramm Steinkohle (ca. 8 kWh) als Basis zu nehmen. Allerdings ist diese Einheit nicht gesetzlich, weshalb man diese auch nie auf seiner Energieverbrauchsrechnung finden wird. International bedeutender ist die nach der gleichen Idee funktionierende Öleinheit.

Volt, Ampere und Watt

Hat man im Haushalt mit Strom beziehungsweise elektrischer Energie zu tun, stößt man meist noch auf andere Maßeinheiten. Macht man beispielsweise nähere Bekanntschaft mit einer Steckdose, bekommt man es mit 220 Volt zu tun. Der Begriff Spannung für dieses Phänomen ist dabei recht intuitiv, so spürt man sie bei einem aufziehenden Gewitter oder in der Nähe von Hochspannungsleitungen manchmal geradezu in der Luft liegen.

Bekommt die Spannung zwischen zwei Punkten dann die Möglichkeit, sich zu entladen, fließt ein Strom, so lange, bis beide Pole ausgeglichen sind. Die Stärke dieses Stromes gibt man in Ampere an und während er fließt, kann er so einiges bewirken: Magnetfelder beeinflussen, Draht zum Glühen oder Gas zum Leuchten bringen.

An dieser Stelle kommen wir auf die Leistung – Watt – vom Anfang zurück. Diese setzt sich nämlich aus der Spannung mal der Stromstärke, also Volt mal Ampere, zusammen. Wenn wir also die verbrauchte elektrische Energie in Kilowattstunden mit dem Netzbetreiber begleichen, lässt sich das alles auf die Spannung in unseren Steckdosen und den Strom, der durch unsere Geräte fließt, zurückführen.

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