Der Emissionshandel als Instrument zur CO2-Reduzierung

Der Emissionshandel ist ein politisches Instrument, mit dem der Ausstoß an Treibhausgasen seitens der Industrie reduziert werden soll. Dazu werden Zertifikate erworben, die weiterverkauft werden können, wenn man weniger ausstößt als erlaubt ist.

Der Emissionshandel - eine Begriffsklärung

Der Emissionshandel stellt ein wichtiges Instrument der EU-Klimapolitik dar und wurde 2003 vom Europäischen Parlament und Rat der EU vereinbart. Die weltweit größte und erste grenzüberschreitende Maßnahme zum Handel mit Treibhausgasen trat im Rahmen der UN-Klimarahmenkonvention am 1. Januar 2005 in Kraft.

Das Ziel des Emissionshandels ist es, die klimaschädlichen Treibhausgase wie Kohlendioxid oder Methan zu reduzieren, indem diese als begrenzte Ware in der Marktwirtschaft gehandelt werden. Anfang 2015 waren 31 europäische Staaten in das Konzept des Emissionshandels integriert. Für die dritte Phase des Emissionshandels von 2013 bis 2020 gab die EU-Kommission eine gesamte Obergrenze für den Kohlendioxid-Ausstoß der EU vor. Diese Grenze lag im Jahr 2013 bei 2,04 Milliarden Tonnen und soll in jedem weiteren Jahr um 1,74 Prozent gesenkt werden.

Die Rechtsgrundlagen des Emissionshandels

Die rechtliche Basis für den EU-Emissionshandel ist das Kyoto-Protokoll, das 1997 zur Eindämmung des Klimawandels beschlossen wurde. Das Kyoto-Protokoll enthielt erstmalig rechtsverbindliche Vorgaben zur Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen der beteiligten Industriestaaten. Der Emissionshandel ist eines von drei flexiblen Instrumenten des Kyoto-Protokolls, die den Ländern zur Verfügung stehen. Insgesamt haben zum heutigen Zeitpunkt 191 Staaten das Protokoll ratifiziert. Zu ihnen gehören alle EU-Länder sowie einige Schwellenländer.

Es werden aktuell zwei Systeme des Emissionshandels unterschieden: der EU-Emissionshandel und der internationale Emissionshandel. Beim europäischen Emissionshandel sind die beteiligten Händler Unternehmen, Organisationen oder private Personen. Im Gegensatz dazu agieren im internationalen Emissionshandel die Staaten miteinander. Seit 2012 ist der europäische Flugverkehr in den Emissionshandel einbezogen.

So funktioniert der Emissionshandel

Der EU-Emissionshandel zwischen Unternehmen oder Betreibern industrieller Anlagen beruht auf dem Handel mit Emissionszertifikaten. Ein Zertifikat berechtigt den Inhaber, eine Tonne Kohlendioxid (oder äquivalente Treibhausgase) auszustoßen. Die Emissionszertifikate liegen nicht in Papierform, sondern in elektronischer Form vor. Händler müssen über ein dafür vorgesehenes elektronisches Konto verfügen. Wenn ein Teilnehmer nicht alle erworbenen Zertifikate verbraucht hat, kann er diese an andere Unternehmen oder Personen weiterverkaufen. Alle Teilnehmer müssen ihre Emissionen jährlich angeben und darüber hinaus ihre Emissionsberechtigungen bei der Deutschen Emissionshandelsstelle abgeben. Die Zertifikate werden mit der tatsächlichen Emission abgeglichen. Sollte ein Unternehmen die notwendige Menge an Zertifikaten nicht nachweisen können, muss es eine Strafe zahlen.

Vor- und Nachteile

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat den Emissionshandel in Deutschland über Jahre studiert und ist zu dem Ergebnis gelangt, dass die Treibhausgasemissionen deutlich reduziert wurden. Des Weiteren gibt es keine Hinweise darauf, dass der Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens einschränkt oder zu Entlassungen von Arbeitskräften führt. Eine große Schwierigkeit liegt jedoch darin, dass derzeit ein Überschuss an Zertifikaten besteht. Aufgrund dieses Überschusses gibt es einen Preisverfall, der dazu führt, dass vielen Händlern kein Anreiz mehr geboten wird, in energieeffizientere Technik zu investieren. Eine Verknappung der Zertifikate soll dieses Problem lösen.

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