E-Scooter

E-Scooter - die neue Verkehrsrevolution?

Ein E-Scooter fährt mit Strom - so viel wissen die Allermeisten. Aber welche Merkmale machen einen Tretroller noch zum Scooter? Was sind die Vorteile und was müssen Nutzer beim Fahren beachten?

E-TretrollerE-Scooter eigenen sich für kurze Strecken in der Stadt. Was müssen Nutzer wissen?© Leika production/ Adobe.com

Wie bei allen neuen Systemen hat sich auch bei E-Scootern in kurzer Zeit eine fortgeschrittene Form der Begriffsverwirrung eingestellt. Was genau ist das eigentlich? Was gehört dazu und was nicht? Welche Arten gibt es? Wie sieht es mit der Straßenzulassung aus? Einen Überblick über die wichtigsten Antworten bietet dieser Ratgeber.

E-Scooter - offiziell betrachtet

Ursprünglich wurde der Begriff für alles verwendet, was woanders nicht hinpasste: Elektroroller, Segways, Hoverboards und noch eine Reihe weiterer Fahrgeräte. Mittlerweile hat sich diese Definition durchgesetzt: E-Scooter sind Tretroller mit Elektroantrieb. Das macht bei der Antriebsphilosophie auch den Hauptunterschied zu Pedelecs aus: Während sich E-Bikes nur bewegen, wenn der Fahrer aus eigener Kraft tritt, fahren E-Scooter auch ohne Zutun des Passagiers.

Grundsätzlich gibt es zwei E-Scooter-Typen: Stehroller und Roller mit Sitz. Für beide Typen gelten die gleichen technischen Voraussetzung, wenn es um die Straßenzulassung geht:

Straßentaugliche E-Scooter müssen grundsätzlich über eine allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) verfügen, die vom Hersteller für das jeweilige Modell beantragt wurde. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 20 Stundenkilometer begrenzt. Damit dürfen E-Scooter Fahrradwege nutzen, nicht aber Fußwege. Die früher angedachte Lösung einer zweiten Fahrzeugklasse bis 12 Stundenkilometer und der Genehmigung für das Fahren auf Gehwegen wurde mittlerweile wieder verworfen. Ein Führerschein ist für die Benutzung eines E-Scooters nicht erforderlich. Allerdings beträgt das Mindestalter für das Fahren 14 Jahre - zumindest im öffentlichen Raum.

Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Straßenzulassung ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung, nachgewiesen durch eine Plakette, die am Scooter angebracht wird. Die Kosten liegen ungefähr im Bereich einer Mofaversicherung, also bei rund 40 Euro jährlich.

Das macht einen Roller zu E-Scooter

Im Grunde gleicht das technische Prinzip eines E-Scooters dem eines herkömmlichen Kinderrollers, allerdings auf höchsten technischen Niveau und - wie bereits erwähnt - mit Elektroantrieb.

Der Stehroller bietet den funktionellen Vorteil des Zusammenklappens, womit das Gefährt seinen Fahrer auch zu Fuß überall hin begleiten kann. Der Sitzroller ist von seinem funktionalen Prinzip her eher als sehr kompakter Motorroller oder als Moped zu verstehen. Bis auf diesen Unterschied basieren beide Typen aber auf denselben technischen Grundlagen.

Ein E-Scooter besteht aus einem Trittbrett, zwei Reifen, einer Lenkstange mit Lenker, dem Elektromotor mit Akku und zwei Bremsen. In der Regel ist der Motor an einer der Radnaben montiert. Der Akku ist meist unter dem Trittbrett untergebracht. Zum Gas geben gibt es in der Regel einen Drehregler am Lenker. Damit ist das technische Prinzip des E-Scooters bereits beschrieben, aber es gibt eine Reihe von Faktoren, die über das Fahrverhalten entscheiden.

Am deutlichsten macht sich das bei der Ausführung der Räder bemerkbar, und zwar in zweifacher Hinsicht: zum einen durch die Radgröße, zum anderen durch die Art der Bereifung. Grundsätzlich lässt sich sagen: je größer die Reifen, desto besser sind Fahrkomfort und Geradeauslauf. Auch das Verhalten beim Überfahren von Unebenheiten und kleinen Hindernissen hängt maßgeblich von der Radgröße ab.

Ob die Fahrt zum sanften Dahingleiten wird oder zum holprigen Geruckel, das einem die Füllungen aus den Zähnen treibt, hängt vor allem von der Bereifung ab. Robustere Naturen, die den wilden Ritt über holpriges Gelände in Kauf nehmen, um keine Probleme mit einem Reifenplatzer zu riskieren, entscheiden sich für Vollgummireifen. Leute, die es komfortabel mögen, wählen lieber Ballonreifen und ihre guten Eigenschaften als Stoßdämpfer. Dass das hin und wieder mit dem Flicken eines platten Reifens bezahlt werden muss, ist für sie hinnehmbar.

Wem 20 Stundenkilometer langsam vorkommen, muss nur einmal erleben, was diese Geschwindigkeit anrichten kann, wenn die Bremsen versagen. Daher verfügt ein E-Scooter über zwei davon, die auf je eines der Räder wirken. Diese Redundanz kann im Extremfall Leben retten: Fällt eine Bremse aus, kann die andere immer noch das Schlimmste abwenden.

E-Scooter - Heilsbringer für den Umweltschutz?

Nach Äußerungen der Hersteller wird der stark verbreitete Einsatz von E-Scootern zu einer massiven Senkung der Umweltbelastung durch den Verkehr führen, denn viele Menschen werden damit auf ein umweltfreundliches Verkehrsmittel umsteigen. Allerdings stellt sich dabei die Frage: umsteigen von woher?

Wer bisher ein normales Fahrrad genutzt hat und nun mit dem E-Scooter fährt, belastet die Umwelt sogar zusätzlich. Wer von einem E-Bike auf einen E-Scooter wechselt, verhält sich in etwa klimaneutral. Da der E-Scooter vor allem für kürzere Strecken zum Einsatz kommt, lohnt der Vergleich mit dem Auto im städtischen Verkehr. Wer das Auto stehen lässt, um den E-Scooter zu bevorzugen, verhält sich eindeutig umweltfreundlich. Das gilt auch bei gemischter Nutzung, beispielsweise bei der Autofahrt zum Park-and-Ride-Platz seiner S-Bahnlinie. Wer diese Strecke stattdessen mit dem E-Scooter zurücklegt, tut etwas Gutes für die Klimabilanz - vordergründig. Dagegen steht die Umweltbelastung, die durch die Massenproduktion von Akkus für die vielen neuen E-Scooter entsteht. Sie dürften die Gewinne in der Ökobilanz durch das Nutzen von E-Scootern zumindest teilweise wieder aufheben.

Fazit: Was bringen E-Scooter?

E-Scooter sind eine äußerst praktische Erweiterung des Fahrzeugspektrums für kurze Strecken. Besonders die Klappvariante, durch die eine gemischte Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel möglich wird, kann hier punkten. Dem steht die Umweltbelastung durch die Massenproduktion der Akkus für E-Scooter entgegen. Der goldene Mittelweg dürfte beim Sharing von E-Scootern liegen.

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