Durchleitung

Dauerproblem beim Wechsel: die Durchleitung

Der Begriff "Durchleitung" wird verwendet, wenn ein neuer Stromanbieter um die Nutzung der Stromleitungen mit dem Netzbetreiber in Verhandlung tritt. Daran ist auch geknüpft, ab wann ein Verbraucher den Strom vom neuen Anbieter beziehen kann.

Strom Netzausbau© Thorsten Schier / Fotolia.com

Seit der Liberalisierung des Strommarktes besteht das "Problem" der Durchleitung. Das heißt folgendes: Wenn Sie Ihren Stromanbieter wechseln, muss Ihr neuer Anbieter seinen Strom zu Ihnen "durchleiten". Dazu muss er eine entsprechende "Durchleitungsvereinbarung" mit Ihrem Netzbetreiber, also Ihrem alten Anbieter, schließen. Ihr alter Anbieter kann eine Netznutzungsgebühr verlangen, die Höhe ist nicht einheitlich festgelegt. Kommt ein solcher Vertrag nicht zustande, können Sie keinen Strom von Ihrem neuen Anbieter beziehen.

Die deutschen Netzbetreiber sind jedoch dazu verpflichtet, Strom von anderen Anbieter durchzuleiten. Oft können Einigungen erst nach zähen Verhandlungen getroffen werden, weil etwa die verlangten "Netznutzungsentgelte" zu hoch sind.

Als Kunde haben Sie mit dem ganzen Prozedere der Durchleitungsverhandlungen nichts zu tun. Ihr neuer Anbieter gibt Ihnen Bescheid, sobald er eine Einigung mit Ihrem alten Anbieter getroffen hat. So lange müssen Sie warten. Die gesamten Kosten trägt Ihr neuer Anbieter.

Was bedeutet "Beistellung"?

Damit ein Stromanbieter Strom in ein fremdes Netz leiten kann, muss er mit dem Netzbetreiber eine Durchleitungsvereinbarung getroffen haben. In dieser werden verschiedene Punkte geregelt, beispielsweise die Netznutzungsgebühr.

Sollte keine Einigung über eine Durchleitung getroffen werden können, gibt es noch die Möglichkeit der Beistellung. Der neue Stromanbieter lässt den Strom vom Netzbetreiber vor Ort "beistellen", leitet seinen Strom also nicht durch. Er kauft den teuren Strom, um seinen Kunden in diesem Ort überhaupt Strom liefern zu können. Oftmals schreibt er damit rote Zahlen, denn er verkauft den Strom billiger, als er ihn einkauft. Aus diesem Grund können "Beistellungsverträge" nur befristet sein, bis eine endgültige Durchleitungsvereinbarung getroffen wird.

Die Verhandlungen zwischen altem und neuen Anbieter dauern ewig!

Das ist ärgerlich aber leider können Sie diese Verhandlungen nicht beeinflussen. Der Netzbetreiber – oder Regionalversorger ist zwar verpflichtet, Verhandlungen zu führen. Es ist derzeit aber nicht verbindlich geregelt, zu welchen Bedingungen er den Strom des anderen Anbieters durchleiten muss.

D.h. er kann sich die Durchleitung mit einem von ihm erstellten Preis, der (noch) keiner Überwachung und Regelung unterliegt, bezahlen lassen.

Wann sich beide Verhandlungspartner also einigen, hängt von den Forderungen des Netzbetreibers und dem Verhandlungsgeschick des neuen Anbieters ab. Sie haben keinerlei Möglichkeit, sich einzumischen, sondern müssen abwarten.

Mein Regionalversorger verweigert die Durchleitung!

Das ist nicht zulässig. Ihr Regionalversorger ist durch die Verbändevereinbarung dazu verpflichtet, den Strom durchzuleiten. Allerdings steht nicht verbindlich fest, zu welchen Bedingungen dies geschehen muss. Aus diesem Grund können sich die Verhandlungen über die Durchleitungsbedingungen hinziehen, durchgeleitet werden muss der Strom aber in jedem Fall.

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