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Dena: Die Deutsche Energie-Agentur und ihr Wirken

Die dena – kurz für Deutsche Energie-Agentur GmbH – wurde im Jahr 2000 auf Initiative der damaligen rot-grünen Bundesregierung gegründet. Wer die dena genau ist und welche Ziele sie verfolgt, erklären wir hier.

Energiewende© asrawolf / Fotolia.com

Wer schon mal darüber nachgedacht hat sein Haus energetisch zu sanieren, oder sich etwas ausführlicher mit der Energiewende beschäftigt hat, der ist dabei wahrscheinlich auch über die Deutsche Energie-Agentur GmbH, kurz dena, gestolpert.

Wo kommt die dena her?

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH ist, wie ihr Name schon andeutet, in erster Linie ein eigenständiges Unternehmen, das 2000 auf Anregung der damals rot-grünen Bundesregierung gegründet wurde. Dementsprechend ist der Bund mit soliden 50 Prozent auch der größte Anteilseigner der dena. Vertreten wird der Bund innerhalb der dena hauptsächlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, aber auch die Ministerien für Landwirtschaft, Umwelt und Bau sowie Verkehr haben einen Sitz im Aufsichtsrat. Die andere Hälfte des Unternehmens teilt sich auf drei Großbanken – die KfW-Bankengruppe, die Deutsche Bank AG und die DZ Bank AG – sowie die Allianz auf.

Das Geld der dena kommt etwa zur Hälfte aus der Privatwirtschaft, der Rest speist sich aus öffentlichen Fördermitteln für Projekte.

Dena steht für Energiewende ein

Als nächstes stellt sich natürlich die Frage, wofür die dena eigentlich steht, was sind ihre Ziele? Laut eigenen Aussagen ist die "Agentur für angewandte Energiewende" ein politisch komplett unabhängiges Kompetenzzentrum für alles, was mit der Energie von morgen zu tun hat. Grob gliedern sich die Ziele der dena in eine Verbesserung der Ausnutzung der vorhandenen Energie, ein Vorantreiben der Energiewende und dazu nötiger Technologie, Schaffung eines Energieeffizienzmarktes und Begleiten von Unternehmen und anderen Institutionen bei der Umsetzung der eigenen Energiewende.

Dabei ruht die Arbeit der Deutschen Energie-Agentur auf fünf Säulen: Die erste sind Studien und Gutachten, die auf Auftrag angefertigt werden. Danach folgen die Beratung von Unternehmen und die Vernetzung der beteiligten Akteure. Schließlich entwickelt die dena Qualitätsstandards und führt Kampagnen zu relevanten energiepolitischen Themen durch.

Die dena in der Kritik

Prinzipiell hören sich Ziele und Vorgehensweise der dena vernünftig an. Trotzdem war das Unternehmen in den letzten Jahren vermehrt mit öffentlicher Kritik konfrontiert. Einerseits störten sich sowohl Bundesrechnungshof als auch die grüne Bundestagsfraktion an der Finanzsituation der Agentur. So wurde etwa der damalige Geschäftsführer der dena, Stephan Kohler, für sein hohes Gehalt kritisiert. Gleichzeitig schaffte es die dena 2009 und 2010, das gesetzte Ziel von 50 Prozent privatwirtschaftlicher Finanzierung zu erreichen, wurde also hauptsächlich aus öffentlichen Geldern getragen.

Die andere Art der Kritik an der Deutschen Energie-Agentur hat mit deren Studien und Gutachten zu tun. So prophezeite das Unternehmen 2008 passend zum schwarz-gelben Wahlkampf eine "Stromlücke", wenn man die Atomkraftwerke vom Netz nehme. Heute ist das größere Problem, dass wir nahezu durchgängig mehr Strom erzeugen, als wir speichern und nutzen können. Ein anderes Beispiel ist eine 2012 von RWE in Auftrag gegebene Studie zum Energiemix der Zukunft: Selbst in mehreren Jahrzehnten werde Kohlekraft noch über die Hälfte der Energieversorgung stellen, lautete das Ergebnis – auch wenn sich das deutlich mit den Plänen der Bundesregierung und den Bedürfnissen des Klimaschutzes beißt.

Dena als Träger der Energiewende?

Zusammenfassend kann man sagen, dass die dena sich vornimmt, eine wichtige Position für die Energiewende zu füllen. Ob sie dieser Aufgabe gerecht wird, muss jeder selbst entscheiden. Es gibt auch weitere Verbände mit ähnlichen Zielen, zum Beispiel der Wirtschaftsverband Deneff.

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