Dachbörse: Solarflächen mieten und vermieten

Nicht jeder, der ein Dach besitzt, kann oder möchte selbst in eine Photovoltaikanlage investieren. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Investoren, die auf der Suche nach Dächern oder Freiflächen sind, auf denen sie Photovoltaik-Anlagen installieren können. Aus diesem Zusammenhang heraus sind Dachbörsen entstanden.

Eine Dachbörse bringt Verpächter von Dachflächen und Investoren zusammen. Dabei übernimmt sie oft auch eine Art Mittlerfunktion zwischen den Interessen der Anbieter von Dächern und den Eigentümern der geplanten Photovoltaikanlagen.

Wie funktioniert eine Dachbörse?

Dachbesitzer, die ihr Dach verpachten wollen, können sich mit den wichtigsten Angaben zu ihrem Dach (Dachfläche, Ausrichtung, Neigung) bei einer Dachbörse im Netz registrieren lassen. Aus einem Pool von gelisteten Investoren und Anlagenbauern, die auf der Suche nach geeigneten Dachflächen sind, vermittelt die Dachbörse dem Dachinhaber einen Investor, der auf dessen Dach eine Photovoltaikanlage errichtet. Da viele Investoren nach passenden Dachflächen suchen, können Dachanbieter mitunter zwischen mehreren Interessenten wählen und vergleichen, welche Anlage ihnen mehr Einnahmen verspricht. Umgekehrt können Investoren in der Dachbörse gezielt nach passenden Dächern oder Freiflächen für von ihnen geplante Photovoltaikanlagen fahnden.

Vorteile für Eigentümer und Investoren

Dachbörsen vermitteln Eigentümern von Dachflächen eine kalkulierbare Einnahmequelle, ohne dass sie selbst Geld ausgeben müssen. Denn am Ertrag des auf ihrem Dach produzierten Stroms werden sie prozentual beteiligt. Ein weiterer wirtschaftlicher Vorteil ergibt sich daraus, dass die Verpachtung zeitlich befristet wird. Die übliche Frist liegt bei 20 Jahren. Photovoltaikanlagen produzieren jedoch nach diesem Zeitraum weiterhin Strom. Verschiedene Hersteller prognostizieren eine Lebenserwartung von 40 Jahren für Photovoltaikanlagen. Der größte Teil der Erträge, die nach Auslaufen des Pachtvertrages erwirtschaftet werden, fließen dann dem vormaligen Verpächter des Daches zu.

Investoren und Anbieter von Photovoltaikanlagen finden über Dachbörsen Geschäftspartner, die ihnen geeignete Standorte für die Errichtung ihrer Anlagen zur Verfügung stellen. Die Details der Geschäftsbeziehung werden im Pachtvertrag geregelt. Ihr Eigentum an der Photovoltaikanlage können Investoren mit dem Eintrag einer Dienstbarkeit im Grundbuch sichern.

Serviceleistungen von Dachbörsen

Einige Dachbörsen bieten an, den zu erwartenden Ertrag einer Photovoltaikanlage auf einem bestimmten Dach zu berechnen. Das stärkt die Verhandlungsposition der Dachinhaber gegenüber interessierten Investoren. Außerdem illustriert die Ertragsrechnung den Dacheigentümern, wie hoch ihre Einnahmen wären, wenn sie selbst eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach errichten und betreiben. So können Dachinhaber unkompliziert herausfinden, wie viel sie mit einer eigenen Photovoltaikanlage auf ihrem Dach im Vergleich zur Verpachtung desselben Daches erwirtschaften können.

Manche Dachbörsen bieten zusätzlich den Service, Pachtverträge vorzubereiten und mit Energieversorgern zu verhandeln.

Ausgewählte Dachbörsen im Überblick

Eine der bekanntesten Dachbörsen in Deutschland ist Alpensolar. Diese Dachbörse vermittelt nicht nur Dächer von Privathäusern. Denn Dächer von Unternehmensgebäuden (z.B. Industriehallen), landwirtschaftlichen Gebäuden (wie Ställen oder Scheunen) oder Dachflächen öffentlicher Einrichtungen (Verwaltungsgebäude, Schulen usw.) sind ebenfalls perfekt für Photovoltaikanlagen geeignet. Auch Gemeinden und Baugenossenschaften nutzen die Dienstleistungen dieser Dachbörse.

Ebenfalls überregional arbeitet die Dachbörse der Sonnenenergie GmbH sowie MySunBar. Regional auf Sachsen, Thüringen, den Norden Bayerns und den Süden Sachsen-Anhalts konzentriert sich das Unternehmen GSS Gebäude-Solarsysteme GmbH.

Verwandte Themen
  • Biogas

    Biogas-Zertifikate

    Biogas erkennen: Nur wenige Zertifikate verfügbar

    Biogas und Ökogas: Beides klingt gut, muss aber nicht unbedingt das Gleiche sein. Wir geben einen Überblick zu den Begrifflichkeiten und stellen ein Zertifikat vor, das Biogas auszeichnet und so mehr Transparenz für den Verbraucher schafft.

  • Strom sparen

    Gütesiegel Elektrogeräte

    Gütesiegel für Elektrogeräte in der Übersicht

    Beim Kauf von Elektrogeräten achten immer mehr nicht nur auf die Qualität und den Leistungsumfang des Produktes, sondern auch auf dessen Stromverbrauch. Anhand unterschiedlicher Gütesiegel lässt sich erkennen, wie energieeffizient die Geräte arbeiten.

  • Eigenheim

    Energieautarkes Wohnen

    Energieautarkes Wohnen – nie wieder Geld für Heizöl und Gas ausgeben

    Bei steigenden Energiepreisen sucht man gerne nach Alternativen. Eine Möglichkeit lautet energieautarkes Wohnen: Die Häuser sind so konzipiert, dass keine zusätzlichen Energieträger wie Gas oder Öl benötigt werden.

Ratgeber zum Thema
  • Geld

    Stromvertrag für Studenten – so geht nichts schief

    Als Student zieht man oft erstmalig in eine eigene Wohnung oder WG und muss sich auch um einen eigenen Stromtarif kümmern. Was es als Student zu beachten gibt und welche speziellen Probleme man vielleicht antrifft, erklären wir hier!

    weiter
  • Solaranlage

    Brandschutz bei Photovoltaikanlagen: Wie groß ist die Gefahr?

    Wie groß ist die Brandgefahr bei Photovoltaikanlagen wirklich? Wie man effektiv Brandschutz bei der Photovoltaikanlage betreibt und warum auch der Feuerwehrmann beim Anblick einer Photovoltaikanlage nicht in Panik ausbrechen muss, lesen Sie hier.

    weiter
  • Solarenergie

    Steuern auf die Photovoltaikanlage: Wer zahlt was?

    Wer eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach hat, gilt vorm Gesetz als Unternehmer und muss Steuern zahlen. Doch was gilt für Netzeinspeisung und Eigenverbrauch, was hat es mit der Umsatzsteuer auf sich und was kann man von der Steuer absetzen?

    weiter