Dachbörse

Dachbörse: Solarflächen mieten und vermieten

Nicht jeder, der ein Dach besitzt, kann oder möchte selbst in eine Photovoltaikanlage investieren. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Investoren, die auf der Suche nach Dächern oder Freiflächen sind, auf denen sie Photovoltaik-Anlagen installieren können. Aus diesem Zusammenhang heraus sind Dachbörsen entstanden.

PhotovoltaikEine Dachbörse führt den Inhaber freier Dachflächen mit einem Investor zusammen.© goldbany / Fotolia.com

Eine Dachbörse bringt Verpächter von Dachflächen und Investoren zusammen. Dabei übernimmt sie oft auch eine Art Mittlerfunktion zwischen den Interessen der Anbieter von Dächern und den Eigentümern der geplanten Photovoltaikanlagen.

Wie funktioniert eine Dachbörse?

Dachbesitzer, die ihr Dach verpachten wollen, können sich mit den wichtigsten Angaben zu ihrem Dach (Dachfläche, Ausrichtung, Neigung) bei einer Dachbörse im Netz registrieren lassen. Aus einem Pool von gelisteten Investoren und Anlagenbauern, die auf der Suche nach geeigneten Dachflächen sind, vermittelt die Dachbörse dem Dachinhaber einen Investor, der auf dessen Dach eine Photovoltaikanlage errichtet. Da viele Investoren nach passenden Dachflächen suchen, können Dachanbieter mitunter zwischen mehreren Interessenten wählen und vergleichen, welche Anlage ihnen mehr Einnahmen verspricht. Umgekehrt können Investoren in der Dachbörse gezielt nach passenden Dächern oder Freiflächen für von ihnen geplante Photovoltaikanlagen fahnden.

Vorteile für Eigentümer und Investoren

Dachbörsen vermitteln Eigentümern von Dachflächen eine kalkulierbare Einnahmequelle, ohne dass sie selbst Geld ausgeben müssen. Denn am Ertrag des auf ihrem Dach produzierten Stroms werden sie prozentual beteiligt. Ein weiterer wirtschaftlicher Vorteil ergibt sich daraus, dass die Verpachtung zeitlich befristet wird. Die übliche Frist liegt bei 20 Jahren. Photovoltaikanlagen produzieren jedoch nach diesem Zeitraum weiterhin Strom. Verschiedene Hersteller prognostizieren eine Lebenserwartung von 40 Jahren für Photovoltaikanlagen. Der größte Teil der Erträge, die nach Auslaufen des Pachtvertrages erwirtschaftet werden, fließen dann dem vormaligen Verpächter des Daches zu.

Investoren und Anbieter von Photovoltaikanlagen finden über Dachbörsen Geschäftspartner, die ihnen geeignete Standorte für die Errichtung ihrer Anlagen zur Verfügung stellen. Die Details der Geschäftsbeziehung werden im Pachtvertrag geregelt. Ihr Eigentum an der Photovoltaikanlage können Investoren mit dem Eintrag einer Dienstbarkeit im Grundbuch sichern.

Serviceleistungen von Dachbörsen

Einige Dachbörsen bieten an, den zu erwartenden Ertrag einer Photovoltaikanlage auf einem bestimmten Dach zu berechnen. Das stärkt die Verhandlungsposition der Dachinhaber gegenüber interessierten Investoren. Außerdem illustriert die Ertragsrechnung den Dacheigentümern, wie hoch ihre Einnahmen wären, wenn sie selbst eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach errichten und betreiben. So können Dachinhaber unkompliziert herausfinden, wie viel sie mit einer eigenen Photovoltaikanlage auf ihrem Dach im Vergleich zur Verpachtung desselben Daches erwirtschaften können.

Manche Dachbörsen bieten zusätzlich den Service, Pachtverträge vorzubereiten und mit Energieversorgern zu verhandeln.

Ausgewählte Dachbörsen im Überblick

Eine der bekanntesten Dachbörsen in Deutschland ist Alpensolar. Diese Dachbörse vermittelt nicht nur Dächer von Privathäusern. Denn Dächer von Unternehmensgebäuden (z.B. Industriehallen), landwirtschaftlichen Gebäuden (wie Ställen oder Scheunen) oder Dachflächen öffentlicher Einrichtungen (Verwaltungsgebäude, Schulen usw.) sind ebenfalls perfekt für Photovoltaikanlagen geeignet. Auch Gemeinden und Baugenossenschaften nutzen die Dienstleistungen dieser Dachbörse.

Ebenfalls überregional arbeitet die Dachbörse der Sonnenenergie GmbH sowie MySunBar. Regional auf Sachsen, Thüringen, den Norden Bayerns und den Süden Sachsen-Anhalts konzentriert sich das Unternehmen GSS Gebäude-Solarsysteme GmbH.

Verwandte Themen
  • Photovoltaik Vergleich

    Kilowatt Peak

    Was für einen Wert bezeichnet die Einheit Kilowatt-Peak?

    Im Englischen bedeutet „Peak“ Spitze. Die elektrische Spitzenleistung von Photovoltaikmodulen wird in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. Aber was bedeutet das zum Beispiel für Käufer von Solaranlagen?

  • E-Tretroller

    E-Scooter

    E-Scooter - die neue Verkehrsrevolution?

    Ein E-Scooter fährt mit Strom - so viel wissen die Allermeisten. Aber welche Merkmale machen einen Tretroller noch zum Scooter? Was sind die Vorteile und was müssen Nutzer beim Fahren beachten?

  • Strom sparen

    Gütesiegel Elektrogeräte

    Gütesiegel für Elektrogeräte in der Übersicht

    Beim Kauf von Elektrogeräten achten immer mehr nicht nur auf die Qualität und den Leistungsumfang des Produktes, sondern auch auf dessen Stromverbrauch. Anhand unterschiedlicher Gütesiegel lässt sich erkennen, wie energieeffizient die Geräte arbeiten.

Ratgeber zum Thema
  • Umzug

    Toptipps: Strom ummelden leicht gemacht

    Wer umziehen muss oder will, der kennt es: Was ist mit meinem Strom? Kann ich meinen bisherigen Versorger behalten oder muss ich mich nach einem neuen Anbieter umsehen? Damit alles glatt über die Bühne geht, gilt es folgende Schritte zu beachten.

    weiter
  • E-Mobilität

    E-Scooter aufladen - eine mühelose Angelegenheit

    E-Scooter fahren mit Strom. Das schließt natürlich mit ein, dass das Gefährt einen Akku mit an Bord hat. Hier erfahren Sie alles, was man zu den Batterien bei den Elektrorollern wissen muss.

    weiter
  • windenergie

    Windkraft und ihre Auswirkungen auf die Umwelt

    Windkraftanlagen sind in unserer Landschaft allgegenwärtig und wichtiger Bestandteil der Energiewende – grüner Strom soll besonders umweltfreundlich sein. Doch es gibt auch viele kritische Stimmen. Welche Auswirkungen Windräder auf die Umwelt haben, klären wir hier.

    weiter