CO2-Steuer

CO2-Preis im Kampf gegen den Klimawandel

Ist ein CO2-Preis oder eine CO2-Steuer die Antwort auf die Frage, wie Deutschland seine Klimaziele noch erreichen kann? Darüber wird noch immer oder erneut heftig diskutiert. Was steckt hinter dem Preis für den CO2-Ausstoß?

Meeresspiegel2021 wird der CO2-Preis in Deutschland eingeführt. Nicht nur das Tanken wird dann voraussichtlich teurer.© PhotographY / Fotolia.com

Der übermäßige Ausstoß von CO2 gilt als Hauptursache für Klimawandel. Je höher der Anteil an CO2 in der Atmosphäre, desto stärker erwärmt sich unser Planet. Umweltschützer fordern daher seit Langem, einen Preis für die Emission von CO2 festzulegen. Die Höhe des Preises ist umstritten. Einigkeit herrscht inzwischen jedoch darüber, dass ein CO2-Preis, entweder über den Emissionshandels oder eine CO2-Steuer, eines der effizientesten Instrumente ist, um die Emission von CO2 einzudämmen. Einige Länder erheben bereits eine CO2-Steuer und konnten so den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren.

Was verbirgt sich hinter den Begriffen CO2-Preis und CO2-Steuer?

Eines Vorweg: In Deutschland hat sich die Bundesregierung auf die Einführung eines CO2-Preises ab 2021 geeinigt. Was das genau für Bundesbürger und Bundesbürgerinnen bedeutet, wird in den nachfolgenden Absätzen erklärt. Zunächst aber erst einmal eine Erklärung der beiden Begrifflichkeiten CO2-Preis und CO2-Steuer, denn beide Wörter werden häufig synonym gebraucht, eine klare Unterscheidung scheint oftmals nicht getroffen zu werden.

Wird ein CO2-Preis (wie in Deutschland geplant) erhoben, legt ein Staat oder ein Staatenverbund einen Preis für eine Tonne CO2 fest und dann können Firmen Rechte bzw. Zertifikate für den Ausstoß von CO2 erwerben. Die Zahl der Zertifikate ist begrenzt. In Europa ist der sogenannte Emmissionshandel bereits etabliert. Das Ziel: Die Menge an CO2-Emissionen soll grundsätzlich zurückgehen. Hierbei wird folglich eine Steuerung über die CO2-Menge angegangen, bei der CO2-Steuer soll das in erster Linie über den Preis stattfinden. Deren Höhe wird anhand verbrauchter Energie bemessen (z.B. Stromsteuer).

Wie funktioniert die CO2-Steuer?

Die CO2-Steuer ist hingegen also eine Umweltsteuer, die in verschiedenen Formen realisiert werden kann. Verbraucher und Unternehmen zahlen hierbei z.B. direkt beim Tanken ein Abgabe. Beispiele sind etwa noch die Mineralölsteuer hierzulande oder die Erdgas- und Kohleverbrauchssteuer in Frankreich. Die Absicht ist klar. Aufgrund des höheren Preises sollen die entsprechenden Produkte und Dienstleistungen für Verbraucher wie für Produzenten unattraktiver werden.

Wie viel CO2-Steuer gezahlt werden muss, kann sich aber auch an der von den Unternehmen ausgestoßenen Menge an CO2 richten. Das führt zu höheren Kosten für Produkte und Dienstleistungen, die besonders emissionsintensiv sind. Unabhängig davon, wie eine CO2-Steuer ausgestaltet wird, soll sie Marktteilnehmer aber nicht nur zur Reduktion des CO2-Austoßes motivieren. Die CO2-Steuer soll ebenfalls auch den Wettbewerb ankurbeln und Innovationsanreize für klimafreundliche Produkte schafen. /p>

Schweden soll mit großem Abstand die höchste CO-Steuer haben. Sie wurde bereits 1991 eingeführt und liegt heut bei rund 115 Euro. Ein Grund dafür, warum die Schweden diese hohe Steuer tolerieren, soll darin liegen, dass andere unbeliebte Steuern bei der Einführung abgeschafft oder gesenkt wurden.

CO2-Preis ab 2021

Bei CO2-Preis hat sich die Bundesregierung auf eine Bepreisung für Verkehr und Wärme ab 2021 einigt. Der Preis liegt ab Januar dann bei 25 Euro pro Tonne CO2 und steigt 2025 auf 55 Euro. Bisher ist ab 2026 ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro festgelegt worden. Firmen, die fossile Heiz- und Kraftstoffe verkaufen, müssen sich hierzu dann die entsprechenden Zertifikate - sogenannte Verschmutzungsrechte - kaufen. Nach der Einführungsphase findet der Verkauf über Auktionen statt.

Berechnungen von Verivox zufolge zahlt eine Familie mit Auto (VW Sharan und 14.000 Kilometer Fahrleistung, Heizbedarf von 20.000 Kilowattstunden,) 2021 allein an der Tankstelle 58 Euro mehr. Die Heizkosten steigen demnach um 108 Euro (Gas) bzw. 158 Euro (Heizöl).

Wenn Unternehmen die Mehrkosten "weiterreichen", ist damit zu rechnen, dass ein Teil des CO2-Preies von den Verbrauchern gezahlt werden muss. Das ist beabsichtigt. Denn mit dem CO2-Preis sollen auch Konsumenten zum Umdenken bewegt werden. Sind Waren teurer, deren Produktion viel CO2 verursacht, geben Verbraucher im Idealfall alternativen, klimafreundlicheren Produkten und Dienstleistungen den Vorzug.

Zweifellos kann es dabei auch Verlierer geben. Dazu zählen vor allem einkommensschwache Haushalte, die einen prozentual höheren Anteil ihres Einkommens für Energiekosten ausgeben.

Was soll mit den Einnahmen durch den CO2-Preis passieren?

Es gibt unterschiedliche Modelle, wie die Einnahmen des Staates aus der CO2-Steuer verteilt werden. So könnte ein Teil des Geldes an besonders stark belastete Unternehmen zurückfließen. Die Verwendung der Steuereinnahmen für Klimaschutzprojekte ist ebenfalls im Gespräch. Um vor allem Geringverdiener zu schützen, könnte der Staat seine Bürger entlasten, indem andere Steuern sinken (z.B. Stromsteuer).

Viele Vorschläge zielen darauf ab, die Einnahmen aus der CO2-Steuer direkt an die Bürger zurückzuzahlen. Infrage käme beispielsweise ein alljährlicher Pro-Kopf-Transfer, dessen Höhe sich nach dem persönlichen CO2-Ausstoß richtet. In der Schweiz, wo es seit 2008 eine "CO2-Lenkungsabgabe" gibt, fließen diese Steuereinnahmen in die Krankenversicherung, was alle Bürger entlastet.

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