Castor-Transporte lösen immer wieder Proteste aus

Ein Castor ist ein Behälter, der radioaktives Material sicher verwahren soll. Die Castoren werden auch zum Transport der Brennelemente und Abfallprodukte aus Kernkraftwerken genutzt. Schon oft kam es zu Demonstrationen und Blockaden.

Castor ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck "cask for storage and transport of radioactive material", was auf Deutsch "Fass zur Lagerung und zum Transport radioaktiven Materials" bedeutet. Demnach handelt es sich um einen speziellen Behälter zur Aufbewahrung und zum Transport von hoch radioaktivem Material, wie Brennelementen aus Kernkraftwerken oder Abfallprodukten aus der Wiederaufbereitung.

Es gibt weltweit verschiedene Castor-Typen. Die in Deutschland genutzten Castoren haben eine Länge von 5,86 bis 6,10 Metern, sind rund 2,50 Meter breit, und wiegen beladen 88-125 Tonnen und sollen bis zu 800 Grad Celsius feuerbeständig sein.

Kernkraft in Deutschland

1961 wurde das erste deutsche Kernkraftwerk Kahl mit einer Leistung von 15 Megawatt in Betrieb genommen. In den darauf folgenden Jahren, vor allem aber nach der ersten Ölkrise 1973, boomte die Kernkraft. In dieser Zeit entstand auch die Anti-Atomkraft-Bewegung, die durch das Reaktorunglück im amerikanischen Kernkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg 1979 deutlichen Zuwachs bekam. Als im Mai 1998 an verschiedenen Castor-Behältern erhöhte Werte radioaktiver Strahlung gemessen wurden, stoppte das Bundesumweltministerium alle Atommüll-Transporte aus deutschen Kernkraftwerken. Erst im März 2001 wurden diese wiederaufgenommen.

Der endgültige Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie soll bis 2022 abgeschlossen sein. Die Kraftwerke Isar II, Neckarwestheim II und Emsland werden bis zum Ende am Netz bleiben.

Demonstrationen gegen Castor-Transporte

2010 hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) 234 Castor-Transporte bewilligt. Der Großteil dieser Transporte entfiel auf radioaktive Stoffe für Mess-, Forschungs- und medizinische Zwecke und konnte ohne Verzögerungen durchgeführt werden. Zu Demonstrationen kommt es in der Regel nur, wenn Wiederaufarbeitungsmaterial nach Deutschland befördert wird, um es zwischenzulagern.

Die Anti-AKW-Bewegung hat mit ihren Protesten immer wieder dazu beigetragen, dass Castor-Transporte Zwangspausen einlegen mussten. Die Verzögerungen trieben die Transportkosten kräftig in die Höhe. Mit Sabotageaktionen, Sitzblockaden, dem Stürmen von Gleisen, et cetera setzen die Demonstranten nicht nur ein klares Zeichen gegen die Zwischenlagerung von Atommüll, sondern auch gegen die Atomenergie als Ganzes.

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