Bundesgesellschaft für Endlagerung

Was ist die Bundesgesellschaft für Endlager?

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat mehrere Aufgaben. Zentral ist dabei die Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle. Die Gesellschaft betreibt auch unter anderem im Auftrag des Bundes die Schachtanlage Asse II.

AtomstromDas BGE erarbeitet Vorschläge, an welchen Orten der Atommüll in Deutschland final gelagert werden soll.© dasglasauge / Fotolia.com

Bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) handelt es sich um ein bundeseigenes Unternehmen mit dem Auftrag der Endlagerung von radioaktiven Abfällen. Sie wurde im Juli 2016 gegründet und stellt einen Zusammenschluss der Endlagerfachbereiche des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), der Betriebsgesellschaften Asse-GmbH und der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE) dar. Zurzeit befindet sich die Gesellschaft noch im Aufbau.

Rund 1.600 Beschäftigte arbeiten für das BGE. Sie sind auf verschiedene Standorte verteilt (Peine, Salzgitter, Berlin, Remlingen und Ingersleben).

Die Bundesgesellschaft für Endlager und ihre wesentlichen Aufgaben

Die vorrangige Aufgabe der Bundesgesellschaft für Endlager ist die Endlagerung radioaktiver Abfälle. Diese ist genauer im Atomgesetz (§ 9a Abs. 3 S. 2 AtG) und dem Standortauswahlgesetz (StandAG) definiert. Wichtiges Merkmal dieser Arbeit ist zurzeit die Standortsuche für ein geeignetes Endlager. Es soll für die Dauer von einer Million Jahre die "bestmögliche Sicherheit" bei der Lagerung von radioaktiven Abfällen bieten.

Das BGE betreibt drei Endlager

Neben dem Erarbeiten von Standortvorschlägen sowie dem Erstellen der vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen an den Standorten umfassen die Aufgaben auch den Bau und Betrieb der Endlager. Zurzeit wird das Endlager Konrad in der Nähe von Salzgitter (Niedersachsen) errichtet. Im Endlager Morsleben (Sachsen-Anhalt) kümmert sich die BGE hingegen um die Offenhaltung des Bergwerks sowie um die Planung seiner Stilllegung.

Die BGE ist auch für die Abfallrückholung in der maroden und einsturzgefährdeten Schachtanlage Asse II nahe dem niedersächsischen Wolfenbüttel verantwortlich. Zudem trägt die Gesellschaft die Vorsorge für den Fall eines möglichen "Absaufens" der Asse. Da täglich rund 13.000 Liter Wasser einlaufen, besteht die Gefahr einer Grundwasserverseuchung.

Eine weitere Aufgabe ist die Erhaltung des Bergwerks am bis zu 3.500 Meter tiefen Salzstock Gorleben. Das Bergwerk Gorleben wird ebenfalls als mögliches Endlager für hochradioaktive Abfälle gehandelt, allerdings wurden die Erkundungsarbeiten 2013 eingestellt. Darüber hinaus richtet die BGE diverse Veranstaltungen und Infoabende aus.

Finanzierung der Bundesgesellschaft für Endlager

Die Finanzierung der Gesellschaft geschieht auf zwei Wegen: Ein Teil der Gelder stammt aus einem Fonds, der von den Energieversorgern gefüllt und vom Staat verwaltet wird. Die Energieversorger haben bisher rund 24 Milliarden Euro in diesen Fond eingezahlt. Der Rest wird durch Steuermittel finanziert. Bei der BGE handelt es sich um ein nicht gewinnorientiertes Unternehmen.

Aufsicht der Geschäftsführung der BGE

Für die Aufsicht der Arbeit der BGE-Geschäftsführung ist ein eigener Aufsichtsrat verantwortlich, der aus 15 Mitgliedern besteht. Die Amtszeit der von dem oder der Bundesumweltminister/in ernannten Aufsichtsratsmitglieder beträgt vier Jahre. Bei einigen Entscheidungen der Geschäftsführung muss der Aufsichtsrat zunächst zustimmen, darüber hinaus muss die Geschäftsführung dem Rat regelmäßig Bericht erstatten. Mindestens einmal pro Halbjahr findet eine Tagung des Aufsichtsrates statt.

Verwandte Themen
  • Photovoltaik Vergleich

    Kilowatt Peak

    Was für einen Wert bezeichnet die Einheit Kilowatt-Peak?

    Im Englischen bedeutet „Peak“ Spitze. Die elektrische Spitzenleistung von Photovoltaikmodulen wird in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. Aber was bedeutet das zum Beispiel für Käufer von Solaranlagen?

  • Biogas

    Biogas-Zertifikate

    Biogas erkennen: Nur wenige Zertifikate verfügbar

    Biogas und Ökogas: Beides klingt gut, muss aber nicht unbedingt das Gleiche sein. Wir geben einen Überblick zu den Begrifflichkeiten und stellen ein Zertifikat vor, das Biogas auszeichnet und so mehr Transparenz für den Verbraucher schafft.

  • Ökostrom

    Photovoltaik-Hybridsysteme

    Photovoltaik-Hybridsysteme tanken nicht nur Sonne

    Photovoltaik-Hybridsysteme nutzen neben der Solarenergie noch eine weitere Quelle für die Stromerzeugung. Scheint einmal nicht genug Sonne, wird mithilfe der zweiten Energiequelle trotzdem ausreichend Strom produziert.

Ratgeber zum Thema
  • Energieindustrie

    Stromanbieter in Deutschland: Wer gehört zu wem?

    Mittlerweile gibt es zahlreiche Energieanbieter auf dem Markt. Über Vergleichsrechner findet man ganz einfach den passenden Stromtarif – Doch welcher Stromanbieter gehört zu wem und wer ist Marktführer oder beliebt? Wir geben einen Überblick!

    weiter
  • Solarenergie

    Steuern auf die Photovoltaikanlage: Wer zahlt was?

    Wer eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach hat, gilt vorm Gesetz als Unternehmer und muss Steuern zahlen. Doch was gilt für Netzeinspeisung und Eigenverbrauch, was hat es mit der Umsatzsteuer auf sich und was kann man von der Steuer absetzen?

    weiter
  • Smart TV

    Plasma, LED und Co.: Wie viel Strom verbrauchen Fernseher?

    In jedem Wohnzimmer steht ein Fernseher – in dem einen oder anderen Nebenzimmer vielleicht auch. Damit der Genuss von Serien und Filmen nicht zu stark auf den Geldbeutel schlägt, sollte man beim Kauf und Betrieb einige Kniffe beachten. Alles über den Stromverbrauch des Fernsehers, lesen Sie hier.

    weiter