Blockheizkraftwerk

Blockheizkraftwerk - Effiziente Energie- und Wärmegewinnung

Bei einem Blockheizkraftwerk werden Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Daraus ergibt sich der hohe ökologische und ökonomische Nutzen. Auch für Privathaushalte kann sich die Anschaffung lohnen.

Heizkraftwerk© Tom Hanisch / Fotolia.com

Mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) kann Nutzwärme sowie elektrische Energie erzeugt werden. Dafür wird das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung genutzt. Blockheizkraftwerke gibt es in verschiedenen Größen: Für die Energie- und Wärmeversorgung eines Einfamilienhauses reicht ein Nano-Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von einem Kilowatt. Sollen Mehrfamilienhäuser unabhängig mit Energie versorgt werden, benötigt man entweder ein Mikro-Blockheizkraftwerk mit einer Leistung bis 15 Kilowatt oder ein Mini-Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von 50 Kilowatt. Diese Blockheizkraftwerke zeichnen sich robuste Motoren aus und werden im Keller installiert. Groß-Blockheizkraftwerke der Industrie können über Fernwärme ganze Stadtteile mit Energie und Warmwasser versorgen.

Blockheizkraftwerke haben einen Nutzungsgrad von rund 90 Prozent, der damit deutlich höher liegt als bei konventionellen Heizverfahren.

Wie funktioniert ein Blockheizkraftwerk?

Durch einen Verbrennungs-, Dampf- oder Stirling-Motor oder über moderne Brennstoffzellen wird ein Generator angetrieben, der wiederum Strom erzeugt. Zum Antrieb des Motors können alle üblichen Brennstoffe wie Diesel, Heizöl und Gas verwendet werden. Darüber hinaus sind aber auch Biogas, Biodiesel, Holzpellets und Wasserstoff einsetzbar; das hängt von der Art des Blockheizkraftwerks ab. Durch das Laufen des Motors entsteht Wärme, die mittels eines Wärmetauschers genutzt werden kann und zum Heizen sowie zum Erwärmen des Brauchwassers zur Verfügung steht. Zusätzlich ist die Gewinnung von Prozesswärme möglich beziehungsweise können mit Absorptionswärmepumpen Räume klimatisiert werden. Ein Blockkraftheizwerk kann strom- oder wärmegeführt sein. Bei ersterem liegt der Fokus auf der Stromproduktion, bei letzterem auf der Erzeugung von Wärme.

Wird der produzierte Strom nicht sofort verbraucht, wird er in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Zum Ausgleich erhält der Betreiber des Blockheizkraftwerks eine Einspeisevergütung. Voraussetzung dafür ist die Zulassung der Anlage durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Finanzierung eines Blockheizkraftwerks

Staatliche Subventionen für Installation und Instandhaltung, erleichtern die Finanzierung eines Blockheizkraftwerkes. Des Öfteren legt die Regierung bundesweite, aber auch regionale Förderprogramme auf, die die Anschaffung eines Blockheizkraftwerks ermöglichen sollen. Subventionen dieser Art können zinslose beziehungsweise günstige Kredite sein oder einmalige Zuschüsse.

Darüber hinaus kann man sich als Betreiber eines Blockheizkraftwerks unter bestimmten Bedingungen über eine Steuererleichterung freuen. Nach Paragraph 53 des Energiesteuergesetztes ist der verbrauchte Rohstoff unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer absetzbar, wenn die elektrische Nennleistung des Blockheizkraftwerks über zwei Megawatt liegt.

Für wen lohnt sich die Anschaffung einer KWK-Anlage

Ein Blockkraftheizwerk macht vor allen dann Sinn, wenn die Anlage oft betrieben wird und ein höherer Wärmebedarf besteht, wie etwa bei Mehrparteien- oder Reihenhäusern. Experten sprechen hier von einer Laufzeit ab 4.000 Stunden im Jahr. Dann sparen die Betreiber nämlich durch den selbst produzierten Strom und erhalten zusätzlich Geld für den überschüssigen Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist wird. Allerdings entsteht dabei dann auch viel Wärme, die dann womöglich nicht gespeichert werden kann. Deshalb ist es wichtig, dass das Kraftwerk möglichst genau auf die Energiebedürfnisse der Nutzer angepasst ist, damit der eingesetzte Brennstoff vollständig genutzt werden kann und die Wärme nicht verpufft. Die Beratung durch einen Fachmann ist folglich sehr sinnvoll.

In wirtschaftlicher Hinsicht ist außerdem folgende Frage wichtig: Können die Versorgungsleitungen verlegt werden oder können bestehende Heiz- und Wasserleitungen genutzt werden? Neue Leitungen verteuern die Installation natürlich noch einmal. Zum Schluss muss berechnet und erörtert werden, in welchem Verhältnis die bisherigen Energiekosten, die Investitionskosten und die möglichen Ausgaben und Einnahmen in der Zukunft zueinander stehen.

Kraft-Wärme-Kopplung und Umwelt

Definitiv kann bei Blockkraftheizwerken von ressourcenschonenden Anlagen gesprochen werden. Zum Vergleich: Während neue Kraftwerke bei Braunkohle einen elektrischen Nettowirkungsgrad von 43 Prozent und bei Gas einen Wirkungsgrad von 58 Prozent erreichen, können KWK-Anlagen bis zu 90 Prozent des eingesetzten Brennstoffes in Energie umwandeln (Quelle: Umweltbundesamt). Außerdem benötigen sie weniger Primärenergie und erzeugen weniger CO2.

Vorteile Nachteile
Staatlich gefördert Hohe Investitionskosten
Eingespeister Strom wird vergütet Teure Wartungskosten
Hoher Nutzungsgrad Größer Platzbedarf
Energieunabhängigkeit steigt
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